Henscheid, Eckhard: Dummdeutsch
Ein Wörterbuch. Mitarb.: Lierow, Carl; Maletzke, Elsemarie. 294 S.ISBN: 978-3-15-008865-4
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Autorinformation
(Hans-)Eckhard Henscheid, * 14. 9. 1941 Amberg. H. studierte von 1960 bis 1967 Germanistik und Zeitungswissenschaften in München, war dann Redakteur und Journalist in Regensburg und Frankfurt a. M. und gehörte 1979 zu den Gründern der satirischen Monatsschrift Titanic. Seit 1971 lebt er als freier Schriftsteller in Amberg und Frankfurt. H. gelang mit der »Trilogie des fortlaufenden Schwachsinns«, d. h. den Romanen Die Vollidioten, Geht in Ordnung – sowieso – genau – und Die Mätresse des Bischofs, eine anarchisch-komische, vielstimmige, detailgenaue Chronik des BRD-Alltags der 70er-Jahre, die sich – in komischem Kontrast zum Inhalt – an der Erzählweise der Realisten des 19. Jh.s, vor allem aber an der Kunst der Abschweifung Jean Pauls orientiert. H.s Blick für das Detail, für Sprache und ihre Korrumpierung kommen auch seinen zahllosen Satiren und Anekdoten zugute. Annäherungen an andere Aspekte der Literaturtradition zeigen seine drei Kafka-Erzählungen, eine oberitalienische Faustversion (Dolce Madonna Bionda) und der Versuch einer »Idylle« (Maria Schnee).In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
Pressestimmen
Für meine Freunde, die weder auf der Emo-Schiene, noch auf dem Emanzentrip sind, die Klimabündchen an Windeln und Saugkraftverstärker in der Küche igitt finden: Eckard Henscheids "Dummdeutsch". Ein fabelhaft fesselndes Lexikon, vollgepackt mit Sprachschrott aus Werbung, Psychoszene, Amts- und Redaktionsstuben. Jeder Kurz-Kommentar ein Hammerschlag. Beult plattgeklopftes Deutsch aus.TZ (München)
Eckhard Henscheid (...) beruft sich selbstbewusst auf große Vorbilder und nennt Karl Kraus und Kurt Tucholsky als "Ur-Ziehväter" und "Prototypen". Um es gleich vorweg zu sagen, mit seinem "Wörterbuch" braucht er solche Vergleiche kaum zu scheuen. (...)
Worauf auch immer der Satiriker seine zuvor in Galle getauchte Feder richtet, er trifft fast immer. Zielscheiben sind die Werbung, Politiker, die "Psychoszene", die Sprache in der Presse und im Sport. Amerikanismen nimmt Henscheid ebenso ins Visier wie Sprachrelikte der verflossenen DDR und das Beamtendeutsch, nicht zuletzt die Sprache "einer neuen Innerlichkeit speziell linker Provenienz". Es fällt schwer, den geistesscharfen, nicht selten bissigen und bösen Reflexionen die Zustimmung zu versagen.
Neue Zürcher Zeitung
Das Buch ist mehr als eine Sammlung sprachlicher Entgleisungen. Es ist eine hochfahrende, zum Ehrabschneiderischen neigende und zweifellos brillante Abrechnung mit dem Geist der siebziger und frühen achtziger Jahre, der in den überkommenen Slogans jener Zeit überwintert. "Dummdeutsch" ist also genau das, was die nostalgischen Fans dieser Generation sich einmal zumuten sollten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Beschämt und belustigt in einem erkennt der Leser: Eckhard Henscheid schreibt die Wahrheit, die reine Wahrheit. Die deutsche Sprache, vor allem auch die öffentliche und die veröffentlichte, wird missbraucht, verdreht, entleert, verhunzt. "Dummdeutsch" nennt Henscheid diesen Sprachschutt, den er fein säuberlich nach dem Alphabet aufgeschichtet hat.
Kölner Stadtanzeiger
Seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1985 vielfach neu aufgelegt und erweitert, zählt Eckhard Henscheids Wörterbuch "Dummdeutsch" inzwischen zu den Meilensteinen moderner Sprachkritik. Diese kommt jedoch nicht mit erhobenem Zeigefinger daher: Die Kommentierung der gesammelten Begriffsidiotien wirkt aufklärerisch und ist zugleich extrem unterhaltsam.
Main Post – Würzburger Neueste Nachrichten
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