Andres, Stefan: El Greco malt den Großinquisitor
Erzählung. Nachw.: Große, Wilhelm. 60 S.ISBN: 978-3-15-008957-6
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Autorinformation
Stefan Andres, 26. 6. 1906 Breitwies bei Trier – 29. 6. 1970 Rom.Der Sohn eines Müllers wuchs in einer katholisch geprägten bäuerlich-dörflichen Umwelt auf und war von seinen Eltern zur geistlichen Laufbahn bestimmt. Er trat in den Kapuzinerkonvent in Krefeld ein (1926–28), entschied sich aber nach dem Noviziat, den Orden zu verlassen und Germanistik zu studieren (1929– 1932 Köln, Jena, Berlin; kein Abschluss). Da seine Frau, die er 1932 geheiratet hatte, ›Halbjüdin‹ war, verlor er 1935 seine Stellung beim Reichssender Köln. 1937 gelang es ihm, mit seiner Familie Deutschland zu verlassen und nach Italien überzusiedeln (Positano). 1950 kehrte er nach Deutschland zurück (Unkel am Rhein), seit 1961 lebte er in Rom. In A.’ umfangreichem Werk dominiert die Erzählprosa: Romane, Novellen, Erzählungen. Behandelten die frühen Romane und Novellen noch unpolitische, autobiographisch bestimmte Themen aus der heimatlichen Mosellandschaft oder existentielle Fragen ohne ausdrücklich politischen Bezug (Schuldigwerden des Einzelnen und seine Wiedereingliederung in die Ordnung, Schuld und Sühne u. Ä.), so setzte sich A. mit Novellen wie El Greco malt den Großinquisitor und Wir sind Utopia offen mit dem Konflikt zwischen Geist und Macht auseinander. In den Nachkriegswerken machte er seine christlich begründete Kritik am Nationalsozialismus explizit und wandte sich auch anderen aktuellen Fragen zu (Bedrohung durch die Atombombe, gesellschaftliche Entwicklung in Nachkriegsdeutschland).
In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
Pressestimmen
Eine kleine Erzählung von großer Dichte und Gedankenfülle.Die Rheinpfalz, Ludwigshafen
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