Beer-Hofmann, Richard: Der Tod Georgs
Nachw.: Scheible, Helmut. 160 S.ISBN: 978-3-15-009989-6
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Autorinformation
Richard Beer-Hofmann, 11. 7. 1866 Wien – 26. 9. 1945 New York.Der Sohn des Rechtsanwalts Hermann Beer wurde nach dem Tod der Mutter von deren Schwester und ihrem Mann Alois Hofmann erzogen. B. studierte von 1883 an Jura in Wien, promovierte 1890 und lebte danach, finanziell unabhängig, als freier Autor in Wien. 1897 heiratete er Paula Lissy, 1924–32 übernahm er einige Inszenierungen in Wien und Salzburg. Nach seiner Konversion zum jüdischen Glauben besuchte er 1936 Palästina. 1938 verließ die Familie Österreich; seine Frau starb 1939 in Zürich, B. emigrierte in die USA (New York). Kurz vor seinem Tod wurde er amerikanischer Staatsbürger. B. gehörte mit H. v. Hofmannsthal und A. Schnitzler, mit denen er befreundet war, zu den Autoren des »Jungen Wien«. Seine 1893 begonnene frühe Erzählung Der Tod Georgs stellt mit ihrer Auseinandersetzung mit der Fragwürdigkeit der ästhetischen Existenz eines der wichtigsten Zeugnisse der Literatur- und Lebensauffassung der Jahrhundertwende dar. Dabei verschachtelt der komplexe Text Visionen, Träume, Tagträume, Empfindungen derart ineinander, dass die Unterschiede zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Realität und Phantasie eingeebnet werden. Zugleich entsteht durch ein Netz sich wiederholender Motive, Requisiten und Bausteine die dem Jugendstil eigene Ästhetik des Ornaments. Die Krise des einsamen Menschen ist auch Gegenstand des nach einer elisabethanischen Vorlage verfassten historischen Dramas Der Graf von Charolais. Die Beschäftigung mit der jüdischen Tradition, die sich im Tod Georgs bereits angedeutet hatte, setzte sich dann später in B.s Fragment gebliebener David-Trilogie fort.
In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
Pressestimmen
Eine betörende und beirrende Erzählung, deren Rätsel Hartmut Scheible im monumentalen Nachwort einer sorgfältigen Analyse unterzieht.Frankfurter Allgemeine Zeitung
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