Büchner, Georg: Sämtliche Werke und Briefe
Hrsg.: Martin, Ariane822 S. Reclam Bibliothek. Leinen mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Kapital- und Leseband. Format 12 x 19 cm.
ISBN: 978-3-15-010820-8
EUR (D): 29,95 *
EUR (A) 30,80 / CHF 40,90
Inhaltsverzeichnis
Texte aus der Schulzeit[Geschenk für den Vater]
[Geschenk für die Mutter]
Ein kleines Weihnachtsgeschenk von G. Büchner für seine guten Eltern
[Gedicht über eine Schlossruine]
Helden-Tod der vierhundert Pforzheimer
Ueber den Traum eines Arcadiers
[Cato-Rede]
[Rezension eines Mitschüleraufsatzes über den Selbstmord]
Der Hessische Landbote
Danton’s Tod
»Lenz«
Leonce und Lena
»Woyzeck«
»Probevorlesung«
Briefe
Briefe an die Familie
Briefe an Edouard Reuss
Briefe an Wilhelmine Jaeglé
Briefe an Straßburger Freunde
Briefe an Karl Gutzkow (mit einem Anschreiben an Johann David Sauerländer)
Konspirative Briefe an »Kater« und »Hund«
Behördenbriefe in die Schweiz
Widmungen
Albumblatt für Edouard Reuss
Gedenkeintrag in August Stoebers Freundschaftsalbum
Abschiedszeilen für Heinrich Ferber
Zu dieser Ausgabe
Siglen und Abkürzungen
Kommentar
Texte aus der Schulzeit
Der Hessische Landbote
Danton’s Tod
»Lenz«
Leonce und Lena
»Woyzeck«
»Probevorlesung«
Briefe
Widmungen
Literaturverzeichnis
Personenregister
Autorinformation
Die Herausgeberin:Ariane Martin war von 1995 - 98 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Marburger Forschungsstelle Georg Büchner und ist seit 2002 Professorin für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Mainz.
Der Autor:
Georg Büchner, 17. 10. 1813 Goddelau bei Darmstadt – 19. 2. 1837 Zürich.
Seit der Ernennung des Vaters zum Assessor des Großherzoglichen Medizinalkollegs 1816 lebte die Familie in Darmstadt. Nach der Schulzeit ging B. 1831 zum Medizinstudium nach Straßburg; hier verlobte er sich 1832 heimlich mit der Pfarrerstochter Minna Jaeglé. Im Herbst 1833 setzte er sein Studium an der Landesuniversität Gießen fort, wie es die Gesetze des Großherzogtums erforderten. Er beschäftigte sich mit Philosophie und der Geschichte der Französischen Revolution, lernte den Butzbacher Rektor Friedrich Ludwig Weidig, den führenden oberhessischen Oppositionellen, kennen und entschied sich im Frühjahr 1834 für die sozialrevolutionäre Agitation (Gründung von Sektionen der geheimen Gesellschaft für Menschenrechte in Darmstadt und Gießen, Entwurf der von Weidig dann abgeschwächten und von den Gießener Sektionsmitgliedern verteilten Flugschrift Der Hessische Landbote). Angesichts der polizeilichen Verfolgungsmaßnahmen kehrte B. im September 1834 nach Darmstadt zurück, wo er sich äußerlich wissenschaftlichen Studien widmete, zugleich jedoch die Sektion der Menschenrechte leitete, mit dieser Pläne zur Gefangenenbefreiung vorbereitete und das Drama Dantons Tod schrieb. Nachdem er mehrere gerichtliche Vorladungen ignoriert hatte, floh er im Frühjahr 1835 nach Straßburg. Hier verband er literarische Arbeiten (Übersetzung von Dramen Victor Hugos; Leonce und Lena, Lenz, Woyzeck) mit dem Studium der Medizin, der Naturwissenschaften und der Philosophie. Für die Abhandlung Sur le système nerveux du barbeau erhielt er am 3. 9. 1836 den Doktorgrad der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich. Im Oktober siedelte er nach Zürich über, wo er nach einer Probevorlesung »Über Schädelnerven« am 5. 11. 1836 als Privatdozent zugelassen wurde. Ende Januar 1837 erkrankte er an Typhus. Zu seinen Lebzeiten erschienen neben der revolutionären Flugschrift nur die Hugo-Übertragungen und, in einer von K. Gutzkow entstellten Form, das Drama Dantons Tod. Es behandelt, z. T. Quellenzitate montierend, einen Ausschnitt aus der Spätphase der jakobinischen Herrschaft, demaskiert die Motivationen, Selbsttäuschungen, Rollenspiele, die großen Gesten, die revolutionären Phrasen der Akteure und demonstriert zugleich den »gräßlichen Fatalismus der Geschichte«. Mit Leonce und Lena, aus Anlass eines Preisausschreibens des Cotta-Verlages 1836 entstanden, gelang B. eine die romantische Ironie potenzierende, anspielungsreiche, melancholische Literaturkomödie, die zugleich als Gesellschaftssatire zu verstehen ist. Fragment blieb der erst 1879 von K. E. Franzos in seiner Büchner-Ausgabe veröffentlichte Woyzeck (Franzos las fälschlich Wozzeck), ein in thematischer wie stilistischer Hinsicht revolutionäres Stück, das einen vorindustriellen Pauper, einen in die Psychose und zum Mord getriebenen Menschen zum Helden hat und die Frage nach der Verantwortlichkeit von Moral, Religion, Wissenschaft und Gesellschaft für diese Leidensgeschichte stellt. Wie Woyzeck beruht auch B.s einzige Erzählung, Lenz, auf historischem Material, der Krankengeschichte des Sturm-und-Drang-Dichters J. M. R. Lenz, von B. zu einem seelischen Seismogramm gestaltet und kunstvoll aus einer Perspektive erzählt, bei der die Grenzen von Innen- und Außenwelt, von Vernunft und Wahnsinn zu zerfließen scheinen.
In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
Pressestimmen
Schöne Gesamtausgabe.Die Rheinpfalz
Diese maßstabsetzende Werkausgabe (...) wird auch über seinen [Büchners] 200. Geburtstag hinaus den Büchner-Standard setzen.
Südkurier, Nürnberger Nachrichten, Frankfurter Neue Presse
Akribischer Kommentar. (...) Ausführliches Literaturverzeichnis. (...) Solide und ansprechend gestalteter Band. Bestandsergänzung, auch (oder gerade) für Schulbibliotheken.
ekz – Service für Bibliotheken
Schriften, die bis heute nichts an Sprengkraft eingebüßt haben.
Fuldaer Zeitung
Der umfangreiche Kommentar von Ariane Martin hebt sorgfältig auf zeitgenössische Diskurse und Verstehenshorizonte ab und stellt alle für ein vertieftes Verständnis nötigen Kontexte in kondensierter Form zusammen.
Passauer Neue Presse
Mit viel Übersicht und Geschick weiß Martin hier das Gleichgewicht zwischen Praktikabilität und Wissenschaftlichkeit zu wahren (...).
Deutschmagazin
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