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Roth, Joseph: Der Leviathan

Roth, Joseph: Der Leviathan. Novelle

Hrsg.: Fliedl, Konstanze
71 S.

ISBN: 978-3-15-018685-5
EUR (D): 3,00 *
EUR (A) 3,10 / CHF 4,90

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Der Leviathan, der sagenumwobene, letztlich aus der heidnischen Mythologie stammende gewaltige Fisch des Alten Testaments, hat von Gott auch die Aufsicht über die Korallen bekommen. Roths gleichnamige Novelle dreht sich um das Leben des kleinen Korallenhändlers Nissen Piczenik, der am Ende nach Verlust seines Geschäftes sich immer weiter aus seiner kleinen dörflichen Heimat und seinem Glauben löst und schließlich im Meer zu Tode kommt. Der Text dieser Neuausgabe folgt zum ersten Mal dem Erstdruck der Pariser Tageszeitung von 1938. Ein Nachwort und ein vollständig neuer Kommentar geben Verständnishilfen.

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Inhaltsverzeichnis

Der Leviathan

Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturhinweise
Nachwort

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Autorinformation

Joseph Roth, 2. 9. 1894 Brody (Galizien) – 27. 5. 1939 Paris.
Nach dem Besuch der jüdischen Gemeindeschule und des dt. Gymnasiums in Brody (1905–13) studierte der Sohn eines chassidischen Juden Germanistik und Philosophie in Lemberg und Wien. 1916–18 war er Soldat in Galizien und kehrte Ende 1918 nach Wien zurück. Er schrieb für Zeitungen in Wien, Berlin, Prag und Frankfurt; für das Feuilleton der Frankfurter Zeitung unternahm er verschiedene Reisen (Frankreich, Sowjetunion, Albanien, Italien, Polen). 1933 emigrierte er nach Paris, hielt sich aber auch längere Zeit in Amsterdam und Ostende auf. Nach einer Reihe von Zeitromanen im Umkreis der Neuen Sachlichkeit, beginnend mit dem 1923 nur als Zeitungsroman erschienenen Spinnennetz und mit Hotel Savoy, erzielte R. seinen literarischen Durchbruch mit Hiob, einem Roman der Heimatlosigkeit und der Glaubenskrise. R. erzählt vom Leben und von den Prüfungen Mendel Singers und von der sich allmählich auflösenden Welt des galizischen Judentums. Den Blick zurück teilt dieses Werk mit den folgenden Romanen Radetzkymarsch und Die Kapuzinergruft, die die Abwendung von der unmittelbaren Zeitgeschichte fortsetzen: Die Geschichte der Familie von Trotta von der Schlacht von Solferino (1859) bis zum »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich wird zu einem von Melancholie geprägten Abgesang auf die Donaumonarchie. Zugleich stilisiert R. hier wie in späteren Erzählungen die alte Ordnung zu einem Gegenbild der herrschenden Barbarei.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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Pressestimmen

Joseph Roths meisterhafte Novelle "Der Leviathan" gibt viele Fragen auf. (...) Konstanze Fliedl erklärt im Nachwort vieles, die Unlösbarkeit dieser Fragen aber macht sie als Faszinosum der Novelle begreiflich.
Die Furche – booklet

Klassiker: Wenn man die Geschichte des Korallenhändlers Nissen Piczenik aus Progrody liest, taucht man in eine archaische dörfliche Welt, die aus den Fugen gerät, als Piczenik von ozeanischem Fernweh befallen wird und ein diabolischer Ungar künstliche Korallen verkauft. Wer die 1938 erstveröffentlichte Novelle aber nur als Parabel auf eine von der Moderne vorangetriebene Entwurzelung liest, hat von der Vielschichtigkeit und hochgradigen Ambivalenz, mit der Roth hier u.a. "Dorfmärchen und Sozialstudie, Bußparabel und Emigrationsnovelle, jüdische Legende und Mythenphantasie" (Herausgeberin Konstanze Fliedl) verschränkt, allzuviel übersehen.
Falter

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