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Meyer, Ingo: Frank Zappa

Meyer, Ingo: Frank Zappa

2010
199 S. 12 schw.-w. Abb.

ISBN: 978-3-15-018811-8
EUR (D): 6,00 *
EUR (A) 6,20 / CHF 9,50

300 dpi Cover



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Frank Zappa war fraglos eine der irritierendsten Figuren in der Pop-Musik: ein spannungsreicher Charakter von kalkulierter Phantasie und gleichzeitig anarchischem Auftreten, doch mit steten Ambitionen zur großen klassischen Komposition, egozentrisch und von Misstrauen geprägt, als Bandleader ebenso bewundert wie gefürchtet, ein Schrecken der Plattenfirmen, obwohl gelegentlich kommerziell erfolgreich – und immer ein Workaholic. Der Band von Ingo Meyer beleuchtet alle Facetten dieser erstaunlichen Künstlerpersönlichkeit.


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Angaben zur Person
Die Anfange: Zappa wird Zappa
Die siebziger Jahre: Thematische Neuorientierung und Umbau der Band
Die achtziger Jahre oder: Der Status quo und seine Verteidigung
Konzeptionelle Kontinuitat? Komposition, Werkstruktur und Studioarbeit
Sprache und Text
Auf der Bühne – der Bandtyrann
Der Geschäftsmann
Vom Nachruhm und von der Leichenfledderei

Diskographie
Bibliographie
Personenregister
Abbildungsnachweis


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Autorinformation

Ingo Meyer, Dr. phil., geb. 1968; Literaturwissenschaftler. Studium der Literaturwissenschaft, Soziologie, Geschichte und Philosophie in Bielefeld, Bonn, Bochum und Berlin. Redakteur der "Simmel Studies" und regelmäßiger Beiträger des "Merkur". Arbeiten zum europäischen Realismus, zu Heinrich Heine und Georg Simmel.

Interview mit Ingo Meyer

Frank Zappa war als Mensch ein Misanthrop mit abweisendem Verhalten, als Bandleader ein Tyrann und als Künstler ein Schöpfer sperriger und komplexer Musik. Wie konnte sich Zappa überhaupt im kommerziellen Musikbusiness etablieren?

Wenn man nicht den ominösen Zeitgeist bemühen möchte, wird man wohl sagen müssen, dass Zappa die Gunst der Stunde zuteil wurde. Er hat einfach Glück gehabt, war zur rechten Zeit am rechten Ort und nach den Hungerjahren an der Peripherie von Los Angeles ging alles plötzlich sehr schnell. Schließlich hatte man in der zweiten Hälfte der 60er festgestellt, dass sich mit Popmusik richtig Geld verdienen ließ; die Branche explodierte förmlich und scheute dabei gelegentlich auch das Risiko nicht. Seit den 70ern gehört Zappa ›irgendwie dazu‹; man erkannte in den Medien den Charakterkopf und assoziierte mit ihm eine Art nicht ganz stubenreiner Verrücktheit. Und dann kaufte man aus Neugier mal eine Platte ... Heute hätte er als Newcomer keine Chance mehr.

Zappa war Autodidakt und hat kein Musikstudium absolviert. Aber er fand Anerkennung bei Vertretern klassischer moderner Musik: Das Frankfurter Ensemble Modern spielte seine Stücke, Pierre Boulez dirigierte Zappa-Kompositionen. Was eröffnete Zappas Musik den Zugang zu diesen Sphären?

Zunächst ist die Zunft der Neutöner ziemlich überschaubar, man ist da sehr unter sich und neue Aspiranten werden bald bemerkt. Obwohl es schwierig ist, ein definitives Urteil über Zappas klassische Arbeiten zu fällen, müssen sie über eine gewisse Qualität verfügen, die über bloße Fingerübungen für Orchestermusiker hinausgeht. Nicolas Slonimsky war erstaunt ob der Exzellenz zappascher Partituren; besonders, als er erfuhr, dass ihr Autor keinen akademischen Stallgeruch hatte. Und schon die ›halb-orchestrale‹ Soundcollage von Lumpy Gravy begeisterte 1968 studierte Musiker wie Ian Underwood oder Arthur Tripp, die dann in Zappas Band landeten – und die Frankfurter waren ja an ihn heran getreten, nicht er an sie. Irgendwas muss dran sein.

Immer wieder drängen sich Parallelen zu Bob Dylan auf: zwischen der permanenten Neuerfindung der Bühnenperson Bob Dylan und dem allen Klischees und Konventionen widersprechenden Frank Zappa, zwischen den fortwährenden Neu- und Umarrangements von Dylans Musik und dem immer wieder neuen Selbstbezug von Zappas Musik auf andere Zappa-Stücke. Ist die stets in Frage stehende Identität ein Thema dieser amerikanischen Künstlergeneration?

Nein, das sind schlicht Ausnahmen künstlerischer Erheblichkeit in der Popkultur, die ja nicht zufällig mit dieser Kategorie nichts anfangen kann. Sicherlich müsste man hier auch noch Neil Young nennen. Tatsächlich gibt es formale Ähnlichkeiten, aber es überwiegen die Unterschiede. Für Dylan ist das Neuarrangement ebenso wie seine öffentliche Inszenierung als Suchender notwendige Selbstvergewisserung, ein Existenzial. Bei Zappa nichts davon, schon die Texte sind ja alles andere als ›intim‹; genauso wenig, wie er irgendwelche Zweifel kannte. Gleichwohl auch hier die permanente Beschäftigung mit dem Selbst – das allerdings ein Riesen-Ego war. Das geschah bei Zappa aber alles viel technisch-kalkulatorischer, immer schon auf Verwertung angelegt. Seine Identität, das ist als eine ›entäußerte‹ das umfängliche Werk. Mehr wollte er nie preisgeben.

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Pressestimmen

Angesichts der Tatsache, dass es heute Bücher über Musikerpersönlichkeiten gibt, die kein ernst zu nehmendes Wort über die Musik verlieren (…), kann man Meyers Schrift als mustergültige Einführung betrachten.
Erwachsenenbildung

In einem handlichen Mini-Sachbuch beschreibt der Literaturwissenschaftler Ingo Meyer das Wirken des Künstlers (…) Mit Meyers Zappa-Buch hat auch der kanonische Reclam-Verlag den ewigen Outsider entdeckt.
Spiegel Online

Ingo Meyer zeigt in seiner kurzweiligen Biografie, wie aus dem schwächlich-kränkelnden Jungen, der seine Mitmenschen mit Musik von Edgar Varése tyrannisierte, eine Ikone der Popkultur wurde. Detailliert analysiert er Musik und Texte, auf vulgärpsychologische Erklärungen (hautenge Hosen als Kompensation für Minderwertigkeitskomplexe) verzichtet er.
Die Welt

Zappa-Biograf Ingo Meyer lässt zunächst nicht den eigenen, sondern den Blick anderer schweifen. (…) [Der Autor hat Zappa] jenseits des euphorischen Tons brachial ernst genommen. Und dabei die oft zweifelhaften autobiographischen Aussagen Zappas behutsam bewertet und eingeordnet. So wird [Zappa] aus der Sphäre der überhöhten Ikonenhaftigkeit herausgezerrt und dem Menschen Frank Zappa Bodenhaftung zurückgegeben. Sein Werk wird so wieder besser wahrnehmbar. Doch endgültig gelöst wird das Rätsel nicht.
taz

Zum Zappalogen wurde der Literaturwissenschaftler Ingo Meyer wegen seiner Monografie über den Musiker Frank Zappa gekürt. In seinem kurzweiligen und informativen Reclam Sachbuch porträtiert er den Ausnahmekünstler, der Ende letzten Jahres 70 Jahre alt geworden wäre und der durch seine Egozentrik mindestens so provozierte wie damals durch seine Musik. (…) Die verschiedenen Facetten von Zappa werden von Ingo Meyer beleuchtet und ergeben ein differenziertes Bild.
Buchkultur

Es handelt von der Person Zappa, den Anfängen in den 60er Jahren, den permanenten Verwandlungen, Osmosen, Umstrukturierungen von Musik und Band, von seiner unzulänglichen Stimme, den Texten, dem Tyrannen, dem Geschäftsmann und seinem Nachruhm in einer gut lesbaren Sprache. In Sachen Zappa wird ja immer noch viel unkluges Zeug zusammengeschwätzt, da hilft das Buch viel.
Stuttgarter Nachrichten

… eine hervorragend klarsichtige Biografie “Frank Zappa”, die den genialen Musiker weihrauchfrei betrachtet.
Nordsee-Zeitung

Ingo Meyer macht die Einflüsse auf die eigenwillige Musik Frank Zappas zielsicher aus (…) Er zeichnet ein buntes Bild eines hochbegabten Störenfrieds. (…) Ingo Meyer setzt dem ewigen Außenseiter ein würdiges Denkmal, indem er ihn mit zwei anderen prominenten Verweigerern gleichstellt, mit Neil Young und Bob Dylan. (…) Pop-Journalismus auf höchstem Niveau. (…) Eine kundige Biographie.
Radio Bremen

Aus Meyers Feder kommt nun eine handliche und doch gehaltvolle Biographie über den Exzentriker Zappa – das erste Buch dieser Art in deutscher Sprache.
WDR3 Resonanzen

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, Recherche und Redaktion sind sorgfältig aufeinander abgestimmt worden. Klare Kaufempfehlung für Fans der Fusions-Musik, des R n' B und für alle, die den schillernden Lebensweg eines Rockstars, der keiner sein wollte, kennen lernen wollen.
concerto

(…) das Buch enthält alles, was man auf einer Zugfahrt mal über Zappa nachlesen könnte. Es ist sozusagen eine Sammlung gut recherchierter Basisinformationen im handlichen Jakkentaschenformat. Doch Meyer begnügt sich nicht damit, im Nachrichtenjargon die Vita des größten Freaks der Rockgeschichte nachzuerzählen, er versucht auch das Phänomen Frank Zappa zu erklären. Dabei kommt ihm seine Sachlichkeit zugute. Er ist eher Kenner als Fan. (…) [Meyer] entmystifiziert und erläutert ausführlich Form, Funktion und Struktur von Zappas Gesamtwerk. Dieses überaus hilfreiche [Buch] eignet sich für Zappa-Kenner, die sich über den einen oder anderen Fakt mal schnell Gewissheit verschaffen wollen, vor allem aber für Einsteiger, die einen zuverlässigen Guide durch das komplexe Werk des Komponisten suchen.
eclipsed Rock Magazin

Es gelingt Ingo Meyer, bekannte Klischees aufzulösen, Zappas Werk in größere Zusammenhänge zu setzen und Ordnung in den Wirrwarr rund um (…) Ingo Meyer hat den Mut, dem Kult rund um Frank Zappa nicht zu verfallen und den Erfolg auch darin zu sehen, dass der Autodidakt Zappa vom damaligen Zeitgeist profitierte. (…) wertvoll und lesenswert.
Amazon-Kundenrezension

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