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Jazz-Klassiker. 2 Bde. kart. in Kass.
Hrsg.: Wilson, Peter Niklas832 S. 98 Abb.
ISBN: 978-3-15-030030-5
EUR (D): 9,95 *
EUR (A) 10,30 / CHF 14,90
Autorinformation
Peter Niklas Wilson war einer der talentiertesten Jazz-Autoren deutscher Sprache, Musikwissenschaftler und Kontrabassist. Kurz vor seinem allzu frühen Tod konnte er bei Reclam noch die "Jazz-Klassiker" fertigstellen.Leseprobe
Charlie HadenMan könnte es den Lohn der Langsamkeit nennen. Denn die außerordentliche Wertschätzung, deren sich der Bassist Charlie Haden nicht nur beim Publikum, sondern auch bei seinen Musikerkollegen erfreut, hat zweifellos ganz entscheidend damit zu tun, dass Haden einen dezidierten Gegenkurs zur allgemeinen Entwicklung des Kontrabasses im modernen Jazz steuerte: Konzentration auf einen vollen, warmen Ton im tiefen Register statt sportlicher Höchstleistungen in der Cello-Lage, einfache, klare, sangliche Linien statt komplexer chromatischer Läufe, der altmodisch-wuchtige, ein wenig trockene Sound eines teils darmbesaiteten Instruments statt des lange nachklingenden, brillanten Tons modernen Stahlsaiten.
Ob es damit zu tun hatte, dass Hadens musikalischer Werdegang von Anbeginn so anders verlief als der vieler seiner Kollegen? Charles Edward Haden wurde am 6. August 1937 nicht in einer der Jazzmetropolen der Vereinigten Staaten, sondern in der ländlichen Abgeschiedenheit von Shenandoah im Bundestaat Iowa geboren, und bis er 1956 nach Los Angeles ging, blieb er ein Junge vom Land. Bereits als Zweijähriger hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt als Musiker: Mit seinen Eltern und Geschwistern war er in einer Radioshow des Senders KMA in seiner Geburtsstadt zu hören. Die Haden Family mit ihrem mehrstimmigen Gesang – amerikanische Folksongs und Balladen wie »Barbara Allen« oder »Mansion On The Hill« standen auf dem Programm – trat regelmässig in Rundfunk und Fernsehen auf, bis Charlie fünfzehn war. Da hatte er gerade den Jazz und den Kontrabass entdeckt, den er autodidaktisch erlernte. Und es wurde ihm bald klar, dass er dem Land Lebewohl sagen musste, wenn er als Jazzmusiker reüssieren wollte. Charlie kratzte seine Ersparnisse zusammen, verließ die High School und schrieb sich am Westlake College in Los Angeles ein. Da freilich war seines Bleibens nicht lange: Schon bald war Haden ein vielgefragter Bassist in den Clubs der »Angel City« und arbeitete mit renommierten Größen des West Coast Jazz wie dem Saxofonisten Art Pepper und dem Pianisten Hampton Hawes zusammen. Im Hillcrest Club, wo er mit Paul Bley auftrat, lernte er Ornette Coleman kennen, damals das Enfant terrible der lokalen Szene. »Ich traf Ornette, ging zu ihm nach Hause, hörte die Musik, die er spielte und komponierte, und ehe ich mich’s versah, spielten und probten wir während der Woche mit Don Cherry und Billy Higgins.« Damit war das legendäre original quartet geboren, das bald landesweit Furore machen sollte. Hadens Aufgabe war formidabel und ohne Vorbild, galt es doch, den frei und unvorhersehbar modulierenden Linien der Bläsersolisten einen schlüssigen Bass-Kontrapunkt entgegenzusetzen, und das ohne die Gewissheit eines etablierten Chorus-Schemas und vorab definierter Harmoniewechsel. Doch der Ohr-Musiker Haden, der schon als Kleinkind mehrstimmiges Singen nach dem Gehör gelernt hatte, meisterte diese Herausforderung bravourös und wurde damit zum ersten stilprägenden Bassisten des freien Jazz.
Im September 1959 hatte das Quartett sein Debüt im New Yorker Five Spot. »Ich glaube, alle Jazzmusiker in der Stadt waren da, und die meisten kamen wieder. Ich glaube, fast jeder, der ernsthaft in New York mit Musik zu tun hatte – sogar klassische Komponisten, Leonard Bernstin war dort – kam, um uns spielen zu hören.« Doch der »Big Apple« hatte auch seine Gefahren. Haden wurde drogenabhängig, musste 1961 Colemans Gruppe verlassen und fand erst 1966, nach einer langwierigen Entziehungskur, dauerhaft in die Jazzszene zurück, erneuerte die Zusammenarbeit mit Coleman, war nun aber auch in Gruppen von Keith Jarrett, Tony Scott und Archie Shepp zu hören. Erst 1969 wagte er sich als Leiter einer eigenen Formation hervor, doch dann im großen Stil: Mit dem Liberation Music Orchestra wollte Haden einen Beitrag zu einer ›anderen‹ amerikanischen Musiktradition leisten, zu einer aufklärerischen, emanzipatorischen Musik, die Melodien aus den Traditionen internationaler Befreiungsbewegungen verarbeitete – so etwa Lieder aus dem spanischen Bürgerkrieg und Kompositionen Hanns Eislers – und die Innen- und Außenpolitik der Vereinigten Staaten aufs Korn nahm, die in jenen Jahren von Rassenunruhen, der Auseinandersetzung um den Vietnamkrieg und den Watergate-Skandal geprägt wurde. »Die Musik ist dem Ende aller Kriege, von Rassismus, Armut und Ausbeutung gewidmet«, gab der Bandleader programmatisch zu Protokoll. Haden, so wurde deutlich, verstand Kreativität nicht allein als künstlerischen, sondern auch als ethischen Imperativ, als Gabe, die zu sozialem Engagement verpflichtet, ein Engagement, das 1970 mit einem Kompositionsstipendium der Guggenheim Foundation gewürdigt wurde.
Ungeachtet seiner orchestralen Projekte gelangen Haden freilich oft gerade intim besetzte Einspielungen am zwingendsten. Die Duo-LPs The Golden Number (mit den Partnern Don Cherry, Archie Shepp, Keith Jarrett und Hampton Hawes) und Soapsuds, Soapsuds (mit Ornette Coleman) zeigen Hadens empathische Begleitkunst so schön wie keine anderen, lassen seinen schlichten, doch eminent bassistischen Stil mit seinen diatonischen Melodiesequenzen, seinen wuchtigen Bordun-Tönen, seinen Doppel- und Tripelgriffen und Tremoli zu schönstem Recht kommen. Und da sich Coleman in jenen Jahren seinem neuen elektrifizierten Projekt Prime Time- widmete, gründete Haden mit den Ex-Coleman-Gefährten Dewey Redman, Don Cherry und Ed Blackwell das Quartett Old and New Dreams, das die Ideale des original quartet hochhielt.
1982 kehrte Haden an die Westküste zurück und initiierte am California Institute of the Arts einen Jazzstudiengang. War es die Rückkehr zu den Orten seines Karrierebeginns, die nun so etwas wie eine nostalgische Wende in seiner Musik einläutete? Mit dem 1986 gegründeten Quartet West (mit dem Saxofonisten Ernie Watts, dem Pianisten Alan Broadbent und dem Schlagzeuger Billy Higgins, der bald durch Larance Marable ersetzt wurde) besann sich Haden auf die Melodien des Film noir, die er in seiner Jugend in den späten Vierzigern gehört hatte, auf betont ruhig und schnörkellos gespielte Jazzstandards und schließlich gar auf solche politisch vorbelastete amerikanische Klassiker wie »America The Beautiful«, üppige Streicherbegleitung inklusive. Konnte es da verwundern, dass ein scharfzüngiger amerikanischer Kommentator seine Rezension einer neueren Haden-Platte mit folgender Zeile überschrieb: »Charlie Haden’s dance of freedom these days sounds like a whisper, not a shout«? Wohl wahr. Aber auch wenn man heute Haden kaum mehr im Kontext offenener Jazzformen begegnen wird, betont er im Gespräch doch immer wieder, dass auch die Besinnung auf pure Schönheit in diesen Tagen ein Politikum sei. Und Charles Edward Haden, der schon als Zweijähriger im Rundfunk Folksongs sang, hat vielleicht mehr Anlass als andere, sich, wie es in den letzten Jahren so modisch wurde, auf musikalische Americana zu besinnen. Ob dies nur intellektuell verbrämte Nostalgie ist, mag jeder selbst entscheiden. Fest steht, dass solche Wandlungen dem Renommee Hadens in der Szene keinerlei Abbruch getan haben, wie die Vielzahl seiner neueren Aufnahmen mit so verschiedenen Partnern wie Joe Henderson, Michael Brecker, Pat Metheny, John Scofield, David Sanborn, Lee Konitz, Hank Jones, Kenny Barron, Gonzala Rubalcaba, Bruce Hornsby oder Rickie Lee Jones belegt. Den charakteristischen Ton von Hadens altehrwürdigem Vuillaume-Kontrabass, die zwingende Simplizität seiner Begleitlinien möchte offenbar fast jeder einmal zum Bestandteil seines Gruppenklangs machen. Zumindest im Studio, denn viele Jahre wurden die Live-Aktivitäten des Bassisten Haden durch die Folgen eines schweren Hörsturzes behindert, der ihn nötigte, sich auf der Bühne manchmal hinter Plexiglaswänden zu verschanzen – eine akustische Trennung von den Mitspielern, die so ungefähr das Schlimmste ist, was einem kommunikativen listening player wie Charlie Haden passieren kann.
Peter Niklas Wilson
Liberation Music Orchestra (Impulse) – Closeness (A & M Horizon) – Soapsuds, Soapsuds (Artists House) – Old And New Dreams (ECM) – (Quartet West) In Angel City (Verve) – The Montreal Tapes (Verve) – (Mit Hank Jones) Steal Away (Verve) –(Mit Lee Konitz und Brad Mehldau) Alone Together (Blue Note)
© 2005 Philipp Reclam jun. Verlag Gmbh & Co., Stuttgart
Pressestimmen
Die Textsammlung widmet sich den Ursprüngen des Jazz in New Orleans, dem Umzug nach Chicago und New York in den zwanziger Jahren, der Ära der Big Bands, der Entstehung des Free Jazz nach dem Zweiten Weltkrieg. Entwicklungen und Sonderformen wie Third Stream undCool Jazz werden durch Anekdoten über das Leben und Schaffen von Vorreitern wie Ella Fitzgerald, Sonny Rollins oder dem „Art Ensemble of Chicago“ anschaulich dargestellt.Ein Schwerpunkt liegt auf den Variationen des Jazz in Europa und gegenwärtigen Tendenzen. So wird Saxofonist Steve Coleman aus Chicago ebenso vorgestellt wie der deutsche Posaunist Albert Mangelsdorff und der englische Gitarrist John McLaughlin. Zu jedem Musiker geben die Autoren Hörempfehlungen, die einladen, Reisen in eine sich immer neu erfindende Klangwelt zu unternehmen.
Süddeutsche Zeitung
Die Verfasser schreiben leidenschaftlich und mit Gespür für Schwerpunkte. Was Wilsons eigene Texte auszeichnet, sind die gedruckten oder nur gedachten Fragezeichen, die den Leser unauffällig in einen platonischen Dialog über das Wesen dieser Musik hineinziehen. Man sollte sich bei Reclam für diese Sammlung bedanken.
Die Zeit
Die von Peter Niklas Wilson bei Reclam herausgegebenen zwei Bände „Jazz-Klassiker” mit beinahe 100 Biographien der bedeutendsten Jazz-Musiker sind nicht nur eine Einführung in den Jazz, sondern durchaus auch etwas für seine Kenner und Liebhaber. Den zehn Autoren gelingt es nämlich vorzüglich, die biographischen Darstellungen zu kleinen, lesbaren Erzählungen zu machen, in denen die großen Stars, wenn irgend möglich, auch selbst zu Wort kommen. ... Jeder Biographie sind Hörempfehlungen und Literaturhinweise beigegeben, man kann also gleich losziehen, um im nächsten Laden die Quellen zu ordern. Genau darauf, auf Entdeckungen und Komplettierungen dessen, was man früher schon einmal sehr gut fand, machen die beiden Bände Lust, ihre sorgfältig recherchierten und dicht geschriebenen Beiträge sind Glanzlichter des Musikjournalismus.
Die Welt
Wie Herausgeber Wilson die Fakten ausbreitet, das Wesentliche herausarbeitet, die Entwicklung eines Werks nachzeichnet und einzelne Musikerpersönlichkeiten charakterisiert, ist äußerst gekonnt, vor allem, weil er die Personen immer auch ins jeweilige Zeitgeschehen einbettet. Wer sich über die tragenden Persönlichkeiten des Jazz, dieser originären Musik des 20. Jahrhunderts, ein Bild machen will, ist damit gut bedient.
Neue Zeitschrift für Musik
Reclams Jazz-Klassiker sind kein konventionelles Lexikon, das an Daten und Zahlen klebt. Sie erzählen lebendige Geschichten von lebendigen Menschen. In umfangreichen Einzelporträts werden rund 100 stilbildende Musiker vorgestellt. Die Beiträge gehen in die Tiefe, räumen mit vielen Klischees auf und sind allzeit von Sachverstand getragen. Sie bringen dem Leser den Jazz näher und machen Lust aufs Hören.
Südkurier
Noch mehr als die klug durchdachte Struktur dieses Lexikons beeindruckt indes die Leidenschaft und Fachkenntnis, mit der das Autorenteam zu Werke gegangen ist.
Mannheimer Morgen
Der sachliche Ton und der dichte Schreibstil der Autoren verdeutlichen dem Leser die Relevanz und die musikalischen Errungenschaften des jeweiligen Musikers. Wissenschaftliche Theorien sind auf ein Minimum beschränkt, so dass Laien nicht abgeschreckt werden. Es tut sich doch was in Deutschland! Bislang dominierten nur schwer verständliche Publikationen, die dem Leser ganz einfach den Spaß am Jazz nehmen. Genau dieser wird hier erweckt. Klasse!
eclipsed
Reich an biografischen, musikalischen, historischen Materialien, an Analysen, an Ein- und Seitenblicken ist die zweibändige Reclam-Publikation „Jazz Klassiker” – eine spannende, erkenntnisreiche Lektüre gerade auch für Jazz-Laien und für jugendliche Leserinnen und Leser, die das weite Feld des Jazz erkunden wollen.
Codex flores (Onlinemagazin für Musikwissenschaftler, Musiker, Musikpsychologen u.a.)
Eine differenzierte und gängige Klischees aufbrechende Betrachtung ist symptomatisch für die Einzeldarstellungen, herausgegeben von Peter Niklas Wilson. Unter seiner Leitung hat das zehnköpfige Team etwas Erstaunliches zustande gebracht: eine Porträt-Galerie des Jazz von Jelly Roll Morton bis zu Anthony Braxton, von Django Reinhardt bis zu Louis Sclavis. Doch das, was das zweibändige Werk von anderen Porträt-Sammlungen unterscheidet, ist nicht in erster Linie der Umfang, sondern die Konzeption. Die einzelnen Kapitel enthalten zwar die wichtigsten biographischen Informationen, gleichen aber eher Charakterstudien, spiegeln aber zugleich Jazzgeschichte als Werkgeschichte, erhellen soziale und kulturelle Zusammenhänge. ... Die Lust am Schreiben merkt man seinen (Wilsons) Beiträgen und denen des von ihm sorgsam ausgewählten Autorenteams allenthalben an. Die „Jazz Klassiker“ erweisen sich als eine illustre Lektüre. Und sie machen Lust, Jazz zu hören.
Bert Noglik im Deutschlandfunk, „Jazzfacts“
Der im Oktober 2003 allzu früh verstorbene Musikwissenschaftler und Bassist Peter Niklas Wilson gehörte zu den bedeutendsten, kompetentesten, kompromisslosesten wie zuweilen auch provokantesten Autoren, Publizisten und Essayisten der deutschsprachigen Musikkritik des Jazz, der Neuen Musik und dazwischen liegender Bereiche. Das allein schon lässt erwarten, dass mit dem Vorhaben, knapp hundert Jahre Jazzgeschichte anhand von rund 200 Biographien der wichtigsten Musiker zu beschreiben, mit Wertung und Würdigung ihrer musikalischen Leistungen, nicht einfach eine weitere Art von üblichem Jazzlexikon das Regal der Jazzfreunde füllt, sondern dass mit fundierten Artikeln, dem Aufzeigen von Zusammenhängen, Entwicklungen, Werkbeschreibungen, Querverweisen sowie Hör- und Literaturempfehlungen der Anspruch auf Relevanz voll eingelöst wird. Ein Schwerpunkt wird auf Europa und die modernen Entwicklungen des Jazz der letzten 20 Jahre gelegt, mit einem Blick auf gegenwärtige Tendenzen und die nicht allzu ferne Vergangenheit, etwa die Entstehung des Free Jazz und Sonderformen wie Third Stream und Cool Jazz. Zu den zehn namhaften Autoren zählen etwa Wolfram Knauer, Leiter des renommierten Jazz-Instituts Darmstadt, wie auch der Herausgeber selbst. Ergänzt werden die Texte der zwei Bände mit 98 vielfach bislang unveröffentlichten Fotos.
Jazz’n’more
Es sind ausführliche Einzeldarstellungen herausragender Musiker, sehr fundiert, engagiert und kritisch geschrieben, in denen auch viel über die Zeit erzählt wird. ... Fazit: Eine spannende Jazzgeschichte, die mehr als ein guter Einstieg ins Thema ist.
Buchkultur
Peter Niklas Wilson war zweifellos einer der besten Jazz-Journalisten, die im deutschsprachigen Raum der Gegenwart zu finden waren. Vorschnelle Urteile, Phrasengedresche oder halbinformierte Einordnungen waren dem unlängst früh verstorbenen Experten fremd. Und außerdem – in der hiesigen Jazzkritik eher die Ausnahme – war er ein glänzender Stilist. All diese Vorzüge kennzeichnen auch Wilsons zweibändiges Lexikon „Jazz Klassiker“, das der Reclam Verlag jetzt als sein letztes Werk veröffentlicht hat. Die hohen Ansprüche, die der Publizist an seine eigene Fachprosa gestellt hat, finden sich auch in den Artikeln seiner Mitautoren eingelöst.
Kieler Nachrichten
Der 98 Jazz-Klassiker umfassende gleichnamige Doppelband ist ein Muss für jeden, der gerade beginnt, sich mit dieser wohl anspruchsvollsten Spielart populärer Musik zu beschäftigen. Posthum von Peter Niklas Wilson herausgegeben werden hier, hervorragend ausgewählt, die wichtigsten der ganz großen Jazz-Stars präsentiert.
Buchhändler heute
Stellt die gelungene Auswahl ein Plus dar, so bilden die Textbeiträge in Form und Inhalt ein zweites. Auf jeweils mehreren Seiten wird den Biografien der MusikerInnen nachgespürt, die Musik vorgestellt, werden Querbezüge zu Musik und Gesellschaft gezogen. Die einzelnen Beiträge sind erfreulich unkonventionell geschrieben, vereinen glücklich jazzhistorisches Wissen und journalistische Kompetenz. Literatur- und CD-Hinweise runden die einzelnen Beiträge ab.
So ist mit „Jazz-Klassiker“ ein Nachschlagewerk entstanden, in dem profund und versiert Jazz-Geschichte als Werk-Geschichte einzelner Musiker dargestellt wird.
Jazzthetik
Die Beiträge gehen in die Tiefe und räumen mit Klischees auf. Sie sind wohltuend von Sachverstand getragen und bringen dem Leser den Jazz näher und machen Lust, ihn zu hören. Nicht zuletzt sind es die hilfreichen Hörempfehlungen, mit denen jeder etwas anfangen kann.
Jazz-Zeitung
Das im schmucken Schuber ausgelieferte Zweiband-Kompendium „Jazz-Klassiker“ setzt sich (...) mit einem sinnvollen Ansatz von der Konkurrenz ab. (...) In anderen Lexika mögen dem Unwissenden Begriffe wie „Third Stream“ oder „Space Dimension Mellophone“ einfach an den Kopf geworfen werden – hier gibt es verständliche Erklärungen. Erfreulich ist auch die Musikerauswahl, die einige verdiente europäische Sonderlinge einbezieht, traurig hingegen der Abschied von Peter Niklas Wilson. Die Beiträge des 2003 Verstorbenen sind selbst Klassiker.
Die Welt
Klein, handlich, sofort nachschlagbar: wenn jemand etwas über Jazz wissen will, dann ist er mit diesem Klassiker bestens bedient. Es war Peter Niklas Wilsons letztes Werk. Die Geschichte des Jazz wird bei ihm zu seiner Geschichte der Musiker, die die Szene geprägt haben. Und da fehlt kein Name. Einfach empfehlenswert.
Schwarzwälder Bote
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