Newsletter 13.08.2014  
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Die Dichter und der Krieg - Thomas Anz im Interview
Neuerscheinungen in der Universal-Bibliothek
Impressum
  Die Dichter und der Krieg - Thomas Anz im Interview
 
Wir können uns kriegsbegeisterte moderne Lyrik kaum vorstellen, und doch gab es gerade zu Beginn der Moderne – nicht nur, aber auch – genau dies: Lyriker, die den beginnenden Ersten Weltkrieg als Aufbruch feierten. Dabei blieb es nicht: Die Wandlung des Bildes vom Krieg in den Jahren 1914–18 zeichnet eindrucksvoll und kompakt eine Anthologie von Thomas Anz und Joseph Vogl nach: Die Dichter und der Krieg. Hintergründe dieses Wandels werden im ausführlichen Nachwort erläutert.

Thomas Anz, einer der Herausgeber, war bis zu seinem Ruhestand 2013 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität Marburg und ist Herausgeber der Webseite www.literaturkritik.de. Mit ihm sprachen wir über die erstaunliche Geschichte der deutschen Lyrik in den Jahren des Ersten Weltkriegs.

Ihre Sammlung zeichnet in den ausgewählten Gedichten eine Wandlung von der Kriegsbegeisterung zu Trauer und Einsicht in Schuld nach. Wie repräsentativ ist diese Entwicklung für das gesellschaftliche Klima dieser Jahre?

Zumindest für Schriftsteller und Künstler ist diese Entwicklung repräsentativ. Wie jüngere historische Forschungen gezeigt haben, wurde die von der offiziellen Propaganda der Reichsregierung geförderte Begeisterung im August 1914 nicht in allen Bevölkerungsschichten gleichermaßen geteilt. Aber auch unter Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern gab es Ausnahmen, engagierte Kriegsgegner von Anfang an, die allerdings unter dem Druck der Zensur standen. Wir weisen in unserem ausführlichen Nachwort darauf hin. Auf der anderen Seite gab es einige, die sich trotz der verheerenden Realität des Krieges nur zögernd oder gar nicht von ihrer alten Begeisterung abbringen ließen.

Warum fand die anfängliche Kriegsbegeisterung besonders unter Schriftstellern und Künstlern ein solches Echo?

Die Begeisterung war nicht politisch motiviert. »Eroberungsziele, Machtansprüche waren für uns kein Thema«, erinnerte sich später Carl Zuckmayer. Besonders bei den jüngeren verbanden sich Erfahrungen der Sinnleere, Motivationslosigkeit, Langeweile, Erstarrung und Beengung mit einem zerstörerischen Hunger nach befreiender Vitalität, Aktivität und Abenteuer. Für viele schien der Krieg revolutionäre Hoffnungen auf einen grundlegenden Wandel zu erfüllen. Der Hass auf die Kultur und Gesellschaft des Kaiserreichs mündete in den Hass auf den mit ihr verbundenen Frieden. Manche Künstler feierten den Krieg als Ereignis schöpferischer Neuerung. Vor allem aber bot der Krieg den Künstlern und Intellektuellen Gemeinschaftserlebnisse an, mit denen sie ihre soziale Isolation und Wirkungslosigkeit überwunden glaubten.

Welches Gedicht der Sammlung berührt Sie am meisten?

Ein Gedicht mit nur zwei Zeilen von Else Lasker-Schüler. Zwei sehr traurige, doch irgendwie auch tröstliche Verse, mit denen das Gedicht gerade aufgrund seiner Kürze auf mich und, wie ich weiß, auch auf viele andere eine unglaubliche, lang anhaltende emotionale Wirkung entfaltet. Es geht um den Tod eines geliebten Freundes. Wir haben das Gedicht an das Ende der Sammlung gestellt. Mehr möchte ich hier nicht verraten.

 
Die Dichter und der Krieg


Deutsche Lyrik 1914-1918
Hrsg.: Thomas Anz; Joseph Vogl
96 S.
UB 19255
EUR (D) 4,00


Details
  Neuerscheinungen in der Universal-Bibliothek
 
Peter Gaymann: Von Hühnern und Menschen


Cartoons
136 S.
UB 19221
EUR (D) 5,00

Peter Gaymanns Huhniversum weitet sich prächtig aus, das klassisch Gelbe davon gibt’s im Reclam-Format – ergänzt um neue Cartoons der letzten Jahre.
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Johann Jakob Breitinger, Johann Jakob Bodmer: Schriften zur Literatur

Hrsg.: Volker Meid
384 S.
UB 19224
EUR (D) 11,80

Die Zürcher Gelehrten und Publizisten entwickelten um 1740 zusammen und im Streit mit dem Leipziger Johann Christoph Gottsched die Grundlagen einer deutschen Literaturkritik und Literaturwissenschaft.
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Anthony Trollope: Septimus Harding, Vorsteher des Spitals zu Barchester


Übers. und Nachw.: Joachim Schulte
320 S.
UB 19250
EUR (D) 9,80

Anthony Trollope war einer der erfolgreichsten Schriftsteller der viktorianischen Ära. Mit seinem Roman Septimus Harding über den Vorsteher eines Altenstifts in der fiktiven Stadt Barchester, der Opfer einer Intrige wird, schaffte er den Durchbruch in der literarischen Öffentlichkeit.
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Samuel Pepys: Tagebuch aus dem London des 17. Jahrhunderts


Ausgew., übers. und hrsg.: Helmut Winter
512 S.
UB 19249
EUR (D) 12,80

Pepys’ von 1660 bis 1669 geführtes Diary gehört zu den Kostbarkeiten der englischen Literatur: Darin schildert er mit unverstelltem Blick den Alltag in der Metropole und überliefert hautnah bedeutende Ereignisse seiner Zeit.
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Edmond de Goncourt, Jules de Goncourt: Renée Mauperin


Übers. und Hrsg.: Elisabeth Kuhs
272 S.
UB 19253
EUR (D) 8,80

In Renée Mauperin von 1864 wollten die Brüder Goncourt vor allem »das junge Mädchen von heute zeichnen« – Renée, eine temperamentvolle, intelligente, nonkonformistische und vielseitig interessierte junge Frau. Der Roman regte Thomas Mann, nach eigener Aussage, zur Abfassung der »Buddenbrooks« an.
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Cicero: Laelius über die Freundschaft


Übers. und Hrsg.: Marion Giebel
112 S.
UB 19148
EUR (D) 3,60

Ein lebendiger Dialog darüber, was wahre Freundschaft ausmacht und was einen echten Freund auszeichnet. Das im Jahr vor seinem Tod verfasste Werk hat Cicero – dem Thema angemessen – seinem eigenen guten Freund Atticus gewidmet.
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Platon: Kratylos


Griechisch/Deutsch
Neuübersetzung
Hrsg., Übers., Anm. und Nachw.: Gernot Krapinger
280 S.
UB 18994
EUR (D) 9,80

Im Kratylos, dem ersten großen Werk der Sprachphilosophie, versucht Platon durch etymologische Untersuchungen einzelner Bezeichnungen Erkenntnisse über ihr Wesen zu gewinnen und erörtert, ob es überhaupt möglich ist, etwas über die »Richtigkeit von Wörtern« auszusagen.
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Wolf D. Gruner: Der Wiener Kongress


Originalausgabe
272 S.
UB 19252
EUR (D) 8,00

200 Jahre nach Eröffnung des Wiener Kongresses im September 1814 zeichnet Wolf D. Gruner ein anschauliches Bild des wichtigsten europäischen politischen Kongresses der Neuzeit, der nach den Napoleonischen Kriegen einen ganzen Kontinent neu ordnete.
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Richard Yates: A Good School


Hrsg.: Ernst Kemmner
272 S.
UB 19891
EUR (D) 7,80

Der Coming-of-Age-Roman spielt an einer fiktiven Privatschule, der Dorset Academy, im Norden von Connecticut. Den zeitlichen Rahmen bilden die frühen vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts, vor allem der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg nach dem Beschuss von Pearl Harbour durch die Japaner. Auf bewegende Weise geschildert wird das Internatsleben an der Academy, wo sich unspektakuläre Ereignisse mit dramatischen Entwicklungen ablösen.
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Cicero: De re publica


Vom Staat
Hrsg.: Günter Laser
136 S.
UB 19899
EUR (D) 4,60

Monarchie, Aristokratie oder Demokratie – welche ist die beste Staatsform? In der staatsphilosophischen Schrift De re publica diskutiert Cicero diese brisante Frage. Das Thema ist heute nicht minder aktuell, nicht zuletzt deshalb ist die Lektüre in den meisten Bundesländern fest im Lehrplan verankert.
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Phaedrus: Fabulae


Fabeln
Hrsg.: Herbert Stöllner
104 S.
UB 19898
EUR (D) 3,80

Die Fabeln – besonders die Tierfabeln – eignen sich besonders für die Erstlektüre im Lateinunterreicht. Der Band versammelt die zentralen Stücke aus Phaedrus’ fünf Bücher umfassendem Werk.
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Friedrich Maier: Warum Latein?


Zehn gute Gründe
80 S.
UB 19256
EUR (D) 4,00

Es gibt viele Gründe, diese »tote« Sprache zu lernen, die mehr mit unserem Leben zu tun hat, als man meinen sollte. Die zehn besten liefert Friedrich Maier, Professor em. für Didaktik der alten Sprachen an der Humboldt-Universität zu Berlin, in knapper und verständlicher Form.
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Hartmann Wunderer: Kompaktwissen Geschichte. Russische Revolution


Hrsg.: Gerhard Henke-Bockschatz
160 S.
UB 17079
EUR (D) 5,00

Die Themen des Geschichtsunterrichts (Sekundarstufe II und Abitur) knapp und verständlich aufbereitet in einer schülergerechten und durch Zeittafeln, Diagramme und Bilder aufgelockerten Darstellung, mit einer Auswahl wichtigster und prägnanter Quellentexte und einem zur Diskussion anregenden Überblick über die Kontroversen und Streitfälle der Geschichtsschreibung.
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Lektüreschlüssel für Schüler
Erstinformation zum Werk – Inhaltsangabe – Personen (Konstellationen) – Werk-Aufbau (Strukturskizze) – Wortkommentar – Interpretation – Autor und Zeit – Rezeption – "Checkliste" zur Verständniskontrolle – Lektüretipps mit Filmempfehlungen – Raum für Notizen
Die neuen Bände:
 
Eva-Maria Scholz: Lektüreschlüssel. Wolfgang Herrndorf: Tschick


96 S.
UB 15442
EUR (D) 4,00


Details
 
Pia Keßler: Lektüreschlüssel. Philippe Grimbert: Un secret


96 S.
UB 15441
EUR (D) 4,00


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Siehst du den Mond?


Gedichte aus der deutschen Literatur
Hrsg.: Dietrich Bode
Klappenbroschur
160 S.
UB 19254
EUR (D) 6,00

Er nimmt ab und zu, er lockt die Schlafwandler aus den Betten und bringt die Hunde zum Heulen – er, oder sie: la luna, der Mond. Die 150 schönsten Mond-Gedichte der deutschen Literatur, von über 80 AutorInnen.
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