Newsletter 30.07.2014  
  Ihr Reclam Newsletter im Juli 2014 mit den Neuerscheinungen im Hardcover und im Reclam Taschenbuch:
Eine neue Augustus-Biographie zum 2000. Todestag - Interview mit Angela Pabst
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  Eine neue Augustus-Biographie zum 2000. Todestag - Interview mit Angela Pabst
 
Kann man zu einer der berühmtesten Persönlichkeiten der Antike noch Neues schreiben? Angela Pabst kann und hat zum 2000. Todestag Augustus' am 19. August eine neue Biographie vorgelegt: Die Althistorikerin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg rekonstruiert darin wesentliche Prägungen, die der junge Gaius Octavius als Halbwaise in der römischen Gesellschaft erfahren musste und die ihn auch in seinem späteren politischen Handeln als Kaiser Augustus leiteten.

Angela Pabst verbindet dies mit einer klugen und kundigen Quelleninterpretation und bettet Augustus' Politik in die konkreten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensumstände des Römischen Reiches ein. So vermittelt sie das höchst anschauliche Porträt einer epochalen Politikerpersönlichkeit.

Wir sprachen mit Angela Pabst über ihren Zugang zu Kaiser Augustus:

Ihr Buch veranschaulicht Lebensumstände wie die Kindheit des Augustus, die in anderen Biographien weniger Beachtung finden. Was läßt sich aus solchen Betrachtungen gewinnen?

Gerade eine sorgfältige Analyse von Augustus’ Kindheit kann meiner Meinung nach an verschiedenen Punkten zu einem besseren Verständnis beitragen: Das gilt einerseits für etliche Wesensmerkmale von Augustus selbst, darunter auch für so eminent wichtige Themen wie seine spezielle Art, mit politischen Fragen umzugehen. Daß er erst als Teenager sich im Milieu der führenden Familien Roms bewegte und nicht, wie die Forschung oft fälschlich annahm, schon als Kleinkind dort sozialisiert wurde, erklärt beispielsweise sehr gut, weshalb er der Tradition dieser Kreise zwar mit Respekt begegnete, jedoch nicht darin gefangen, sondern auch zur Entwicklung höchst unkonventioneller Lösungen fähig war. Des weiteren hilft just dieser Lebensabschnitt dabei, sich die partielle Andersartigkeit der Lebens- und Denkwelt der Römer mit all ihren Konsequenzen bewußt zu machen. Bei einer Wiederverheiratung der Mutter ist im allgemeinen nicht damit zu rechnen, daß Kinder aus früheren Verbindungen sie in das Haus des neuen Mannes begleiten. So hat Augustus nicht nur im Alter von vier Jahren seinen Vater durch Tod, sondern wenig später auch einen engen Kontakt zu seiner Mutter durch deren zweite Ehe verloren.

Das erste Kapitel Ihres Buches heißt »Unterwäsche, Feigen und Schlammschlachten« und geht ausführlich auf die Augustus-Biographie des römischen Gelehrten Sueton ein. Was lernen die Leser/-innen aus diesem Einstieg?

Mir war es ausnehmend wichtig, gleich am Anfang den Blick auf die Person des Augustus zu richten und einen ersten Eindruck von ihm als Individuum zu vermitteln. Darum kümmern sich moderne Biographien des Kaisers in einem erstaunlich geringen Maß, obwohl unsere Überlieferung – und hier kommt ganz besonders Sueton ins Spiel – uns für eine derartige Fragestellung durchaus Material bietet. Zugleich wird die Leserschaft bereits zu Beginn mit einer weiteren Besonderheit des Buches vertraut gemacht. So wie dieses Kapitel Sueton und seine Arbeitsweise vorstellt (einschließlich der für ihn typischen Auswertung von Originaldokumenten, aber auch von Flugschriften aus den »Schlammschlachten« der Jahre 44 – 30), soll auch im folgenden stets deutlich werden, wie die Forschungsdisziplin »Alte Geschichte« zu Erkenntnissen über Augustus und das heißt: über einen Menschen kommt, der vor 2000 Jahren verstorben ist. Der Blick auf die Eigenart der antiken Quellen und ihrer Autoren bildet daher einen zentralen Teil des Buches.

Ihr Buch bettet Augustus’ Politik ein in die konkreten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensumstände des Römischen Reiches. Führt das zu einer Neubewertung von Augustus’ Wirken?

Es hebt jedenfalls einen Gesichtspunkt hervor, der bisher eher in Spezialuntersuchungen zu finden war, nämlich die Tatsache, daß einige Maßnahmen des Augustus als ausgesprochen innovativ zu bezeichnen sind. Außerdem erlaubt es, die Frage zu bejahen, ob Augustus mittels diverser Reformen Ursachen der Bürgerkriege beseitigt und nicht zuletzt damit einen wichtigen Beitrag zu einer Konsolidierung Roms geleistet hat. Bei den inneren Kämpfen, welche die römische Republik auf dem Höhepunkt ihrer außenpolitischen Macht über 50 Jahre hinweg erschütterten, hat sich die Forschung selten mit der Ermittlung der Gründe beschäftigt, aus denen heraus die Menschen in Italien sich immer wieder neu und in großer Zahl für derartige Auseinandersetzungen mobilisieren ließen. Wenn man diesen Faktor analysiert, rückt das vor allem Augustus’ Politik der Integration »ganz Italiens« bei gleichzeitiger Betonung und Würdigung der Traditionen der verschiedenen Völkerschaften in ein neues Licht.

 
Angela Pabst: Kaiser Augustus. Neugestalter Roms


280 S. 2 Ktn.
Geb. mit Schutzumschlag. Format 12,2 x 19,5 cm
Best.-Nr. 10988
EUR (D) 19,95


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  Neuerscheinungen im Hardcover
 
Hildegard Kretschmer: Wie Jona vom Wal verschluckt wurde


Berühmte Maler erzählen die Bibel
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Kindgerecht erzählte Bibelgeschichten und spielerische Hinführung zur Kunst in Einem – für Kinder ab sechs Jahren.
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Saul A. Kripke: Referenz und Existenz


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Kripkes Vorlesungstext von 1973 – erstmals in deutscher Übersetzung! Ein Fußnotenapparat mit Anmerkungen des Autors über die Fortentwicklung seiner Gedanken bis heute ermöglicht einen hochinstruktiven Blick in die Gedankenwerkstatt des großen Philosophen.
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Der Jane Austen Kalender


Hrsg.: Christian Grawe; Ursula Grawe
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Carmina Anacreontea


Griechisch/Deutsch
Neuübersetzung
Hrsg., Übers., Komm. und Nachw.: Silvio Bär; Manuel Baumbach; Nicola Dümmler; Horst Sitta; Fabian Zogg,
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Die klassische Sammlung antiker Dichtung über Liebe und Wein, nach fast 150 Jahren jetzt erstmals wieder in neuer Übersetzung.
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James Boswell: Journal


Ausw., Übers. und Hrsg.: Helmut Winter
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James Boswell, Rechtsanwalt und Schriftsteller, ist eine der interessantesten Figuren des 18. Jahrhunderts. In Tagebüchern und Briefen schildert er sein ereignisreiches Leben akribisch und mit erstaunlicher Offenheit. Helmut Winter hat aus diesen Journals eine repräsentative Auswahl getroffen und übersetzt.
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Meister Eckhart: Vom Atmen der Seele


Aus den Traktaten und Predigten
Hrsg.: Dietmar Mieth
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Geb. Format 9,6 x 15,2 cm
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Der hochgebildete Dominikaner hat in scholastischen Traktaten und Predigten eine intellektuell anspruchsvolle mystische Theologie entwickelt, deren sprachliche Brillanz noch immer beeindruckt.
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Brüder Grimm: Die Bremer Stadtmusikanten


Ill.: Markus Lefrançois
Geb. Format 21 x 28 cm
32 S. farbig illustriert
Best.-Nr. 10984
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Ein Grimm'scher Klassiker, den Markus Lefrançois mit viel Liebe zum Detail illustriert hat.
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  Neuerscheinungen im Reclam Taschenbuch
 
Johannes Rohbeck: Marx


Grundwissen Philosophie
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RT 20367
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Eine Einführung in das Marx'sche Werk für den heutigen Leser. Für die zweite Auflage wurde der Band komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand der Forschung gebracht.
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  Schiller im Kino - Reclam verlost fünf Schiller-Pakete
 
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