Klinger, Friedrich Maximilian: Sturm und Drang
Ein Schauspiel. Hrsg.: Fechner, Jörg-Ulrich. 173 S.ISBN: 978-3-15-000248-3
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Autorinformation
Friedrich Maximilian Klinger, 17. 2. 1752 Frankfurt a. M. – 25. 2. 1831 Dorpat (Tartu, Estland).K. wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf; der Vater war Artillerist und starb früh, die Mutter schlug sich als Wäscherin und Krämerin durch. Gleichwohl konnte K. das Gymnasium besuchen und 1774 mit dem Jurastudium in Gießen beginnen, u. a. unterstützt durch Goethe. Nach den ersten literarischen Erfolgen verließ K. 1776 die Universität; der Versuch, sich in Weimar zu etablieren, scheitert am Konflikt mit Goethe (Gründe unbekannt; 1811 wurde die Freundschaft wieder erneuert). 1776–78 reiste er als Dramaturg und Schauspieler mit der Theatertruppe Abel Seylers, trat dann vorübergehend als Soldat in österreichische Dienste (1778–79) und erhielt nach einem Aufenthalt in der Schweiz 1780 eine Stelle als Vorleser am St. Petersburger Hof und machte danach Karriere als Offizier (1788 Kapitän, 1798 Generalmajor, 1801 Direktor des Kadettenkorps) und danach als Beamter im Erziehungswesen. 1803–16 war er Kurator der Universität Dorpat in Estland, 1820 musste er im Zug der Restauration alle seine Ämter aufgeben. K. gehört zu den bedeutendsten Dramatikern des Sturm und Drang. In seinen dramaturgisch an Shakespeare orientierten Stücken verbinden sich gesellschaftskritische Momente mit der intensiven Darstellung von Leidenschaften und Gefühlen; sie zeigen unbändige Kraftnaturen in ihrem Scheitern und Untergang (z. B. Die Zwillinge) oder – eher selten – in geglückter Selbstverwirklichung (so in dem ursprünglich Wirrwarr betitelten, im Wortsinn epochemachenden Stück Sturm und Drang). In den 80er-Jahren setzte er seine dramatische Produktion in Russland mit historischen Dramen und auf die Gegenwart bezogenen Bearbeitungen antiker Stoffe fort. Bedeutend ist sein spätes Romanschaffen, das mit Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt einsetzte und in einem (unvollständig gebliebenen) Zyklus von insgesamt zehn philosophischen Romanen ein von Rousseauschen Auffassungen geprägtes kritisches Bild der geschichtlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zeichnen sollte.
In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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