Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe

Lavater, Johann Caspar: Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe

Eine Auswahl. Hrsg.: Siegrist, Christoph. 398 S. 101 Abb.

ISBN: 978-3-15-000350-3
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Autorinformation

Johann Caspar Lavater, 15. 11. 1741 Zürich – 2. 1. 1801 ebd.
Der Sohn eines Arztes studierte 1756–62 Theologie am Züricher Collegium Carolinum, unternahm 1763–64 eine einjährige Bildungsreise durch Deutschland und beschäftigte sich nach seiner Rückkehr mit kleineren literarischen Arbeiten, bis er 1769 zum Diakon an der Waisenhauskirche gewählt wurde. Nur von einigen Reisen (Rheinreise 1774, Göttingen und Bremen 1786, Kopenhagen 1793) und der Deportation durch frz. Behörden nach Basel (1799) abgesehen, blieb Zürich Mittelpunkt seines Lebens (1775 Pfarrherr, 1778 Diakon und 1786 Pfarrer an der Hauptkirche St. Peter). Anfänglich begrüßte er die Französische Revolution, kritisierte aber die weitere Entwicklung. Er wandte sich gegen die 1797 einsetzende Invasion durch frz. Truppen und gegen die der Schweiz aufgezwungene Verfassung von 1798. Bei der Eroberung Zürichs 1799 erhielt er eine Schussverletzung, an der er nach 15 qualvollen Monaten starb. L. hinterließ ein weitgespanntes theologisches, erbauliches, politisch-publizistisches und literarisches Werk. Dabei blieb er stets dem Sturm und Drang verbunden und wirkte durch seine subjektiven, irrationalistischen Tendenzen weiter auf die Romantik. Neben theologischen und erbaulichen Schriften stehen Bibelepen, ein Bibeldrama, geistliche Lyrik und religiös-pädagogische Kinder- und Jugendliteratur; mit seinen Tagebüchern leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der psychologischen Selbstbeobachtung. Seine Hinwendung zu Phänomenen wie Exorzismus oder Magnetismus stieß auf Kritik v. a. der Berliner Aufklärer. Europäischen Ruhm brachten ihm seine physiognomischen Schriften, die von der Vorstellung einer Übereinstimmung von Äußerem und Innerem ausgingen und geradezu eine Mode auslösten, aber auch heftig kritisiert (und – von G. Chr. Lichtenberg – derb parodiert) wurden. Zahlreiche Künstler arbeiteten an dem Werk mit.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

Pressestimmen

Eines der meistgenannten und zugleich am wenigsten gekannten Werke des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegt hier in einer erschwinglichen und kompetent edierten Auswahl vor.
Germanistik


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