Klemperer, Victor: LTI

Klemperer, Victor: LTI. Notizbuch eines Philologen

Hrsg.: Fröhlich, Elke
Geb. mit Schutzumschlag. Format 12,2 x 19,5 cm. 416 S.

ISBN: 978-3-15-010743-0
EUR (D): 23,95 *
EUR (A) 24,70 / CHF 34,50

300 dpi Cover





LTI, die Analyse der Sprache und der Unkultur des Nationalsozialismus, ist sowohl Geschichtsschreibung als auch ein Dokument ersten Ranges von der Selbstrettung eines Sprach- und Literaturwissenschaftlers in hoffnungsloser Zeit. Klemperer hat es sich bei seinem Überlebenskampf immer wieder selbst eingeschärft: »Beobachte, studiere, präge dir ein, was geschieht, halte fest, wie es eben jetzt sich kundgibt und wirkt.« Denn: »Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung da.«

Die Neuausgabe von Elke Fröhlich korrigiert auf der Basis der von Victor Klemperer autorisierten Ausgaben Irrtümer und Fehler, die sich im Lauf der Druck- und Erfolgsgeschichte von LTI eingeschlichen haben, bietet also einen verbesserten Text und erschließt in ihrem Kommentar sowohl den detailreichen zeitgeschichtlichen als auch den immensen Bildungshintergrund des Romanisten Klemperer zum besseren Verständnis seines großen Werks.



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Inhaltsverzeichnis

Heroismus (Statt eines Vorwortes)

I LTI
II Vorspiel
III Grundeigenschaft: Armut
IV Partenau
V Aus dem Tagebuch des ersten Jahres
VI Die drei ersten Wörter nazistisch
VII Aufziehen
VIII Zehn Jahre Faschismus
IX Fanatisch
X Autochthone Dichtung
XI Grenzverwischung
XII Interpunktion
XIII Namen
XIV Kohlenklau
XV Knif
XVI An einem einzigen Arbeitstag
XVII System und Organisation
XVIII Ich glaube an ihn
XIX Familienanzeigen als kleines Repetitorium der LTI
XX Was bleibt?
XXI Die deutsche Wurzel
XXII Sonnige Weltanschauung (aus Zufallslektüre)
XXIII Wenn zwei dasselbe tun …
XXIV Café Europe
XXV Der Stern
XXVI Der jüdische Krieg
XXVII Die jüdische Brille
XXVIII Die Sprache des Siegers
XXIX Zion
XXX Der Fluch des Superlativs
XXXI Aus dem Zug der Bewegung …
XXXII Boxen
XXXIII Gefolgschaft
XXXIV Die eine Silbe
XXXV Die Wechselbrause
XXXVI Die Probe aufs Exempel
»Wejen Ausdrücken« (Ein Nachwort)

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Kommentar
Nachwort

Autorinformation

Die Herausgeberin:
Elke Fröhlich
war Mitarbeiterin des Instituts für Zeitgeschichte in München und hat dort die Tagebücher von Joseph Goebbels herausgegeben.

Pressestimmen

Mit der neuen LTI-Ausgabe steht eines der wichtigsten Bücher aus der unmittelbaren Nachkriegszeit erstmals in einer zeitgemäßen Form bereit. (...) Das Buch, das die Edition der Tagebücher überflüssig machen sollte, ist anspruchsvolle, fesselnde Lektüre.
Die Welt

Ein Jahrhundertwerk, neu aufgelegt und ergänzt: Victor Klemperers beklemmende, weitsichtige Analyse der Stechschritt-Sprache der NS-Zeit. Ergänzt durch Auszüge aus seinem Tagebuch "Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten". Sollte ab sofort zur schulischen Pflichtlektüre gehören.
Kleine Zeitung

Solche Einblicke in Sprache und Zeit des Dritten Reiches verleihen Klemperers "LTI" bleibenden Wert. Seine Mischung von Anekdote und Analyse und sein Sinn für das Groteske auch im Tragischen machen es zu einem lebendigen Dokument geistiger Souveränität gegenüber Demütigung und Terror.
Spiegel online

Klemperers Buch, aktuell neu aufgelegt, ist noch immer ein Muster politischer Sprachkritik. (...)
Dieses ebenso aufwühlende wie kluge Werk ist in einer neuen und hervorragend kommentierten Ausgabe erschienen. (...)
Der Band enthält einen ausführlichen Kommentar zur Zeitgeschichte, aber auch zum Bildungshintergrund Klemperers. (...)
Auch der heutige Leser kann aus den Seiten von LTI noch geradezu schockartig erfahren, wie Wörter und Redeweisen generell den Menschen deformieren und versklaven können.
Bayern2, "Kulturjournal"

Klassiker der Sprachkritik und faszinierendes Dokument des Alltags im Dritten Reich mit einem umfangreichen Kommentar.
Buchkultur – Das internationale Buchmagazin

Scharf erkannte er, wie Hitlers Kürzelmanie dazu diente, eine verschworene Gemeinschaft zu suggerieren – und brauchte doch selbst ein Kürzel für sein Projekt: "LTI" für Lingua Tertii Imperii, Sprache des Dritten Reichs, heisst das Buch, an dem Victor Klemperer (1881-1960), jüdischer Romanist in Dresden, in den Jahren seiner Verfolgung arbeitete. Als eigenwillige Mischung von Zeugenbericht, Tagebuch, Wörtersammlung und philologischer Analyse erzählt "LTI", wie sich Hitlers verlogen-sentimentale Sprache sämtlicher Lebensäusserungen im Dritten Reich bemächtigte, vom "Deutschen Katzenwesen" bis zur "stolzen Trauer" der Gefallenen-Anzeigen. "LTI" wurde zum Kultbuch der Nachkriegsjahre, zunächst in der DDR, dann auch im Westen. Nun liegt eine äusserst sorgfältig gestaltete und kommentierte Neuausgabe dieses Klassikers wieder vor.
NZZ am Sonntag

Elke Fröhlich hat jetzt eine Neuedition besorgt, die sich nicht zuletzt durch einen ebenso umfangreichen wie gründlichen, fast 80 Seiten umfassenden Kommentar auszeichnet, der manches, was dem heutigen Leser verborgen bliebe, erschließt.
Badische Neueste Nachrichten

Mehr als viele andere Publikationen sagt ein sprachkritisches Werk Klemperers etwas über diese Zeit. In "LTI – Notizbuch eines Philologen" demaskiert er die "Lingua Tertii Imperii", die Sprache des Dritten Reiches.
dpa in Der Neue Tag

Die Neuausgabe des LTI nach der Ausgabe letzter Hand wurde von Elke Fröhlich herausgegeben und kommentiert. Es ist die beste und durch den vorzüglichen Kommentar informativste Ausgabe des LTI, die greifbar ist. Auch eine Editionsgeschichte gehört zu dieser Ausgabe, in der man mit Erstaunen liest, dass das LTI in der DDR zunächst zensiert wurde, erst in den 50er Jahren erschien eine ungekürzte Ausgabe.
Lübecker Nachrichten

Die Historikerin Elke Fröhlich hat das Buch neu herausgegeben, mit einem Nachwort und höchst aufschlussreichen Erläuterungen.
Sächsische Zeitung

Ein spannender Kommentar erhellt die zeitgeschichtlichen und sprachwissenschaftlichen Bezüge Klemperers und vertieft das Verständnis des großen Standardwerks.
Echo – Tirols erste Nachrichtenillustrierte

Wir überlassen einem Meister der Sprachkritik das Feld. Victor Klemperer analysierte in Tagebucheinträgen unter dem Kürzel LTI die "Sprache des Dritten Reiches".
Sonntag Aktuell

Elke Fröhlich erschließt mit ihrem Kommentar sowohl den detailreichen zeitgeschichtlichen als auch den immensen Bildungshintergrund des Romanisten und Philologen Klemperer zum besseren Verständnis seines großen Werks.
TOP Magazin Dresden

Jetzt ist dieses bis heute so faszinierende Buch bei Reclam mit einem immer notwendiger gewordenen, umfassenden Kommentar von Elke Fröhlich erschienen. Kein Lexikon, keine Sprachwissenschaft, sondern vom täglichen Erleben abgeleitete Sprachkritik einer Unsprache voller Verdinglichungen und Abkürzungen ist das. „Die Sprache bringt es an den Tag“ war das Credo Klemperers. Wer auch nur das Geringste mit diesem Satz anfangen kann, der lese dieses Buch.
XAVER

In diesem bereits in der 24. Auflage vorliegenden Werk widmet sich Viktor Klemperer der Lingua Tertii Imperii, also der Sprache des Dritten Reiches. Er bietet eine unwiderlegbare präzise Analyse nazistischen Sprachgebrauchs, die er als glücklich überlebender Jude anhand eigener Erlebnisse zu einer zeitgeschichtlich aufschlussreichen Lektion macht. Unbedingt lesen!
Salve


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