Brüder Grimm: Dornröschen
Ill.: Lefrançois, MarkusGeb. Format 21 x 28 cm. 33 S.
ISBN: 978-3-15-010772-0
EUR (D): 14,95 *
EUR (A) 15,40 / CHF 21,90
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Autorinformation
Markus Lefrançois, Jahrgang 1980, liebte (sagt er) schon als Kind das Blättern in schönen, aufregenden Bilderbüchern und genießt heute umso mehr die Möglichkeit seines Berufes, Bücher zu illustrieren und seine eigenen Bildwelten darin festzuhalten. Er arbeitet seit 2004 als freier Illustrator und Grafik-Designer, lehrt und lebt heute mit seiner Frau und seinem Sohn in Kassel.Interview: Dornröschen in Arbeit – die Bilderwerkstatt von Markus Lefrançois
Haben Sie einen festen Plan, wenn Sie zu zeichnen oder malen beginnen? Oder entwickelt sich das Bild mit der Arbeit?
Ich erarbeite mir meine Illustrationen im Kopf, mithilfe von kleinen Skizzen und tatsächlich auch konkret während des Finalisierens. Zuallererst versuche ich, bei geschlossenen Augen eine Stimmung, die Szenerie und manchmal sogar Details zu erspüren, die ich dann in ganz kleinen Skizzen festhalte. Hierbei spielt auch schon Bildaufbau und Blickführung eine Rolle, dies ist im Kleinen oft besser zu überblicken und zu kontrolieren. Die Farbgebung aber oder eine Konkretisierung der Figuren und wichtigen Requisiten findet erst im Prozess der finalen Fertigung statt. Ich lasse mich oft selbst überraschen, wohin mich der Weg zum Bild führt.
Wie lange dauert es, bis ein Bild fertig ausgearbeitet ist?
Das lässt sich leider nie vorher und einheitlich sagen. An einer Doppelseitenillustration im Dornröschenbuch saß ich nur 2-3 Tage , an einer anderen über eineinhalb Wochen. Beide sind hoffentlich so gleichwertig gut geworden, dass keiner den zeitlichen Aspekt bemerkt.
Es gibt derer gleich 3 und alle hängen zusammen. Nachdem sich Dornröschen in den Schlaf gestochen hat, wollte ich eine Doppelseite schaffen, die eine Ruhe bringt, ein Gefühl von 100 Jahren Stille. Diese herbstliche Seite mit Nebel und einer Hirschfamilie leitet den Winter ein, der darauf folgt mit einer Menge von toten Prinzen und einer sehr zurückgenommenen Farbgebung. Doch schon nach einem weiteren Mal blättern rauscht der Prinz (des richtigen Zeitpunktes) heran, voller Elan und den Frühling im Gepäck. Eine meiner Meinung nach starke Abfolge.
Mir wurde von anderen berichtet, meine Technik sei sowohl klassisch anmutend wie auch zeitgeistig. Ich glaube, die Einflüsse des Jugendstils beispielsweise lassen sich an Farbgebung und Freude an Ornamentik erkennen; während die Farben, so grafisch, flächig angelegt, mit einer klaren Outline drumherum, meine Liebe zum Comic aufzeigen. Gleichzeitig wurde ich auch schon gefragt, warum ich Aquarellfarbe auf diese gleichmäßig, flächige Art und Weise einsetze; ob hierfür nicht vielleicht Gouache geeigneter wäre. Doch ich lege einen großen Wert auf leichte Farbnuancen, die nebeneinander stehen und eine gewisse Leichtigkeit in der Farbe, daher kann eine Farbfläche manchmal aufwändigst aus 7 Farbschichten bestehen. Das ist es mir wert.
Pressestimmen
Das schönste Märchenbuch, das ich in diesem Jahr entdeckt habe, ist die alte Geschichte vom "Dornröschen", umwerfend neu illustriert von Markus Lefrançois. Ich habe es verschenkt, zu einer Taufe. Das war im Spätsommer. Seitdem freue ich mich darauf, dass die weisen Frauen wieder zum Einsatz kommen und ich auch meine kleine Tochter an Weihnachten mit diesem Schatz beglücken kann. Weil ich mich gar nicht dran sattsehen kann.Angela Wittmann in Brigitte
Wer heute zum hundertsten Mal das Grimmsche 'Dornröschen' illustrieren will, muss sehr gut, oder seiner Sache sehr sicher sein. Der gerade dreißigjährige Illustrator Markus Lefrançois, ist beides: sehr sicher und sehr gut. (...) Sein 'Dornröschen' ist ein wirkliches Bilderbuch, in dem jede Seite als eigenständiges Bild konzipiert ist und ihre Serie die Geschichte erzählt. (...) Fast möchte man die Bilder im Vergleich zum Text süß und geschwätzig nennen, doch dann entdeckt man, dass Lefrançois das gefährliche Tiefenpotential des Grimmschen Textes geschickt ausnutzt. Dessen Explosivität steckt in seiner intensiven sexuellen Symbolik, die von Kindern vielleicht gefühlt, aber wohl selten bewusst entdeckt wird. Lefrançois integriert diese Symbolik souverän – und Naivität prätendierend.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der in Kassel lebende Künstler schafft es mit seinen ebenso subtilen wie detailreichen Bildern voller Tiere und Verzierungen, dass der Originaltext der Brüder Grimm wieder ganz neu und frisch wirkt. Lefrançois Figuren sind nie kitschig und immer überaus sympathisch. Nie übersetzt er den Text einfach nur in Bilder, sondern entwickelt die Geschichte durch sie immer ein bisschen weiter, bebildert nicht nur die Handlung, sondern macht die Gefühle der Charaktere sichtbar. So bietet Lefrançois einen ganz neuen Blick auf die Geschichte vom schönen Märchen, der bösen Fee, dem hundertjährigen Schlaf und dem mutigen Prinzen.
dpa
Markus Lefrançois hat die BetrachterInnen in einen Raum befördert, dessen Ziel es nicht ist, mit der Wirklichkeit verwechselt zu werden. Er illustriert das Märchen von Dornröschen und dem hundertjährigen Schlaf, in den der gesamte Hofstaat mit ihr versinkt, mit vielen Details, die entdeckt werden wollen. (...) Seine Bildaufteilung und seine Ornamentik erinnert an die mittelalterliche Buchmalerei. Es ist ein sehr altes Märchen, das von fein verteilten Details in die Gegenwart geholt wird. (...) Er gibt dem Text Raum, macht ihn sichtbar. (...) Markus Lefrançois’ wunderschön komponierte, im Druck vielleicht ein bisschen zu dunkel geratene Bilder erzählen ein sehr altes Märchen. (...) Kraftvoll, eindrücklich und auf jeder Seite überraschend.
1001 Buch
Lesenswert.
Münchner Merkur
Märchen im Reclam-Verlag zu entdecken, wäre nicht neu. Auffällig jedoch sind die Interpretationen des Kassler Künstlers Markus Lefrançois … Frech und frei setzt er das altbekannte Märchen der Brüder Grimm neu in Szene. ... Die Tatsache, dass Marcus Lefrançois die Geschichte der Märchenillustration kennt, steht außer Frage. Ein wunderbares Beispiel der Intertextualiät von Märchen in Wort und Bild! Mit seinen Illustrationen antwortet er gewitzt auf die Tradition der Märchenbilderbögen ebenso wie auf den Glanz vergangener Jugendstil-Tage, ohne dabei seine Liebe zum Comic zu verbergen. Man kann nur gespannt sein, welche neue Interpretation von Hänsel und Gretel er zum Jahreswechsel im Reclam-Verlag präsentieren wird.
Märchenspiegel – Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege
Dornröschen kennt jeder! Wahrscheinlich hat auch fast jeder ein Märchenbuch mit der einen oder anderen Fassung des Märchens der Brüder Grimm. Warum sollte man also unbedingt diese neue und edle Reclam-Ausgabe in sein Bücherregal stellen? Die Antwort ist einfach: Der wunderbaren Illustrationen von Markus Lefrançois wegen. Der Zeichner gestaltet stilvoll und detailreich eine Märchenwelt, die den Betrachter weder über- noch unterfordert. Das sind Bilder, auf denen man bei jedem Weiterlesen Neues entdeckt – ein farbiges Buch, nicht zu bunt und erst recht niemals schrill.
Ostthüringer Zeitung
Allein die erste große Doppelseite, auf der Königin und König von einem kleinen Frosch darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass bald mit Nachwuchs zu rechnen sein wird, ist ein echtes Glanzstück. Die Figuren sind kindgerecht gestaltet, zugleich aber findet sich eine Fülle von Fruchtbarkeitssymbolen in einem insgesamt sehr amourösen Swimmingpool-Szenario samt turtelnden Tauben, tropfendem Wasserhahn, hoppelnden Kaninchen und Einhorn.
Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Es ist die Detailverliebtheit, die das Besondere an den Illustrationen im historischen Buchtext der Brüder Grimm ausmacht: Markus Lefrançois zieht eine Linie durch das gesamte Buch. Auch wenn die Illustrationen auf den ersten Blick flächig, fast flach wirken, zeigt sich auf den zweiten Blick, wie intensiv Lefrançois sich mit der Thematik beschäftigt, die einfache Kindergeschichte in Bildern umgesetzt hat. (...) Allein die Bilder erzählen die Geschichte von Dornröschen. Der Text wurde fein adaptiert, das Buch lebt aber eindeutig von den Illustrationen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "Bilderbuch".
Offenbach-Post
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