Hoerster, Norbert: Ethik und Interesse

Hoerster, Norbert: Ethik und Interesse

235 S.

ISBN: 978-3-15-018278-9
EUR (D): 6,00 *




Der Autor zeigt in seiner klar strukturierten Abhandlung: Allen Versuchen einer objektiven Moralbegründung (Naturrechtsdenken, Intuitionismus, Kant, Habermas, Hare) fehlt das Fundament. Für den Autor sind es die Interessen des Einzelnen, die dessen Zustimmung zu bestimmten Moralnormen bedingen.
Inhaltsverzeichnis

1 Ist es rational, seine Interessen zu realisieren?
2 Die Funktion von Normen
3 Wie können sich Moralnormen begründen lassen?
4 Naturrechtsdenken und Intuitionismus
5 Kants kategorischer Imperativ
6 Habermas' Diskurstheorie
7 Hares Utilitarismus
8 Moralnormen, die in jedermanns Interesse liegen
9 Warum ist es rational, moralisch zu handeln?
10 Die Quintessenz interessenfundierter Ethik
Autorinformation

Norbert Hoerster, geboren 1937, studierte Rechtswissenschaft und Philosophie im In- und Ausland. 1960 Erste juristische Staatsprüfung (Oberlandesgericht Hamm); 1963 Master of Arts (University of Michigan); 1964 Dr. jur. (Universität Münster); 1967 Dr. phil. (Universität Bochum); 1972 Habilitation für Philosophie (Universität München). Seit 1974 C4-Professor für Rechts- und Sozialphilosophie am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Mainz. Wegen seiner Schriften zur Bioethik massiven Angriffen ausgesetzt, schied er 1998 aus dem Universitätsdienst aus. Jüngste Buchveröffentlichungen: Sterbehilfe im säkularen Staat, Frankfurt a. M. 1998; Ethik des Embryonenschutzes, Stuttgart 2002.
Pressestimmen

Hoerster ist bekennender ethischer Relativist, der freilich Wert darauf legt, daß nicht alles Wurscht ist. In dem jetzt vorliegenden Reclam-Bändchen macht er den Versuch, seine Ethik in der Gesamtschau vorzustellen, ... Lesenswert ist das Bändchen schon allein deshalb, weil es in der für den gelernten Juristen Hoerster typischen Art gängige Begriffsverwirrungen zerstört, Fehlschlüsse desavouiert. In diesem Sinne steht ein neuer Hoerster immer für ein intellektuelles Vergnügen. ... Hoerster reißt das ethische Gewerbe aus der Umnachtung von Naturrechtsdenken und Intuitionismus heraus, stellt dem ums Ausloten von immer neuen Spielräumen sich verrenkenden Ethikbetrieb sehr grundsätzliche, sehr erhellende Fragen wie: Taugt das Gewissen als moralischer Maßstab? Ist es rational, seine Interessen zu vertreten? Wie könnten sich Moralnormen begründen lassen? Im Vorübergehen werden die wichtigsten Konzeptionen der Moralbegründung behandelt wie die Verfahrenstheorie der Unparteilichkeit von Kant, Habermas und Hare, um dann auf seine zentrale These zu kommen: Eine Moralnorm ist nur insoweit begründet, als ihre soziale Geltung im Interesse der sie vertretenden Individuen liegt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Mit „Ethik und Interesse“ ist Norbert Hoerster ein inhaltlich anspruchsvolles und durch die vielen anschaulichen Beispiele zugleich auch unterhaltsames Buch gelungen, das die metaphysischen Nebelbomben, die auf dem Gebiet der Ethik immer wieder gezündet werden, als solche erkennbar macht. ... Ein Buch, das wohl auch von philosophischen Laien mit Gewinn gelesen werden kann. Wie schon bei „Ethik des Embryonenschutzes“ ist auch bei diesem Reclamband das Preis-Leistungsverhältnis unschlagbar. Anschaffung dringend empfohlen!
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