Eichendorff, Joseph von: Aus dem Leben eines Taugenichts

Eichendorff, Joseph von: Aus dem Leben eines Taugenichts

Novelle
Hrsg.: Schultz, Hartwig
127 S.
ISBN: 978-3-15-002354-9
2,60 €

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Als »Taugenichts« von seinem Vater aus dem Elternhaus vertrieben, zieht der verträumte Müllersohn mit nichts als seiner Geige im Gepäck in die Welt, auf der Suche nach Freiheit, Individualität und Künstlertum. Auf seinen Reisen begegnet er seiner großen Liebe, wird enttäuscht, zieht weiter. Doch ein Liebesbrief ruft ihn zurück... erfüllt sich nun sein Traum? Die musikalische Novelle gilt als Meisterwerk der Spätromantik und begeistert mit fesselnder, lebendiger Erzählkraft.
Joseph Freiherr von Eichendorff, 10. 3. 1788 Schloss Lubowitz bei Ratibor (Oberschlesien) – 26. 11. 1857 Neiße (Schlesien).
Der aus einer katholischen Adelsfamilie stammende E. studierte Jura in Halle (1805–06) und Heidelberg (1807–08) und beendete nach einer Bildungsreise (Paris, Wien) und Aufenthalten in Lubowitz und Berlin sein Studium in Wien (1810–12). Er nahm 1813–15 an den Befreiungskriegen teil, heiratete 1815 und trat danach in den preußischen Staatsdienst ein (1816 Referendar in Breslau bzw. ab 1819 in Berlin, 1821 Regierungsrat in Danzig, 1824 Oberpräsidialrat in Königsberg, 1831 Beschäftigung am ›Kultusministerium‹ in Berlin, 1841 Geheimer Regierungsrat, 1844 Pensionierung). 1846–47 hielt er sich in Wien auf und lebte dann bis zu seiner Übersiedlung nach Neiße 1855 wieder in Berlin. E. ist der bedeutendste Dichter der Spätromantik und – nicht zuletzt dank seiner häufig vertonten Lieder und der Erzählung Aus dem Leben eines Taugenichts – der bekannteste Dichter der Romantik überhaupt. Für seine Lyrik, häufig in seine erzählenden Werke integriert und erst spät separat gesammelt, wurde der Volksliedton von Des Knaben Wunderhorn von entscheidender Bedeutung. Hinter den einfachen Formen und der beschränkten, formelhaften Wörter- und Bilderwelt verbergen sich jedoch komplexe Sachverhalte, ein Netz von Metaphern und symbolischen Bezügen, mit denen der Dichter die Welt, die Natur deutet: als göttliche Urheimat, in der die menschliche Sehnsucht Erfüllung findet, aber auch als dämonischen Ort. Dem Verfahren der Lyrik entsprechend haben auch die Landschaften in den Romanen und Erzählungen von Anfang an ›hieroglyphischen‹ Charakter. Sie zeigen die Gefahren, die dem Menschen durch den Verlust seiner religiösen Bindungen und durch schrankenlosen Subjektivismus, aber auch – exemplarisch im ironischen Taugenichts – durch eine zunehmend von zweck- und nützlichkeitsorientiertem Handeln bestimmte Lebenshaltung drohen. Ohne Resonanz blieben E.s Tragödien und Versepen. In seinen späten Zeitgedichten und Satiren wandte er sich scharf gegen die revolutionären Bestrebungen der Epoche. Zuletzt trat er als (wenig beachteter) polemischer Literaturkritiker und -historiker im Geist der Katholischen Bewegung hervor.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.