Hebbel, Friedrich: Maria Magdalena

Hebbel, Friedrich: Maria Magdalena

Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Akten
Anm.: Pörnbacher, Karl
110 S.
ISBN: 978-3-15-003173-5
2,60 €

inkl. MWSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Versandkostenfrei in D ab einem Bestellwert von EUR 25

Lieferung zwischen Dienstag, 18.12.2018, und Donnerstag, 20.12.2018.

Informationen zu Bestellung, Vertragsschluss, Zahlung, Widerruf

In einem Brief an Charlotte Rousseau schrieb Hebbel über sein Drama Maria Magdalena: "Ich denke nämlich nicht Theater- oder Lese-Futter zu liefern, sondern in einem einzigen großen Gedicht, dessen Held nicht mehr dieses oder jenes Individuum, sondern die Menschheit selbst ist und dessen Rahmen nicht einzelnen Anekdoten und Vorfälle, sondern die ganze Geschichte umschließt, den Grundstein zu einem ganz neuen, bis jetzt noch nicht dagewesenen Drama zu legen ..."

Mit Hebbels Vorwort, betreffend das Verhältnis der dramatischen Kunst zur Zeit und verwandte Punkte
Friedrich Hebbel, 18. 3. 1813 Wesselburen (Dithmarschen) – 13. 12. 1863 Wien.
H., Sohn eines Maurers, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt keine höhere Schulbildung; er bildete sich, als Laufbursche und Schreiber eines Kirchspielvogts beschäftigt, autodidaktisch weiter und ging 1835 nach Hamburg, um sich auf ein Studium vorzubereiten. Hier lernte er seine spätere Geliebte Elise Lensing kennen, mit der er zwei Kinder hatte. Ein Jurastudium 1836 in Heidelberg brach er ab; nach einem Aufenthalt in München kehrte er 1839 nach Hamburg zurück. Nach seinen ersten Erfolgen ermöglichte ihm ein zweijähriges Stipendium des dän. Königs Reisen nach Paris (1843) sowie Rom und Neapel (1844). Von 1845 an lebte er in Wien, seit 1846 mit der Burgschauspielerin Christine Enghaus verheiratet. Seit 1835 führte er regelmäßig Tagebuch, das neben biographischen Informationen auch Reflexionen über Kunst und Philosophie und seine eigene Dichtung enthält. H. war in erster Linie Dramatiker; die Konflikte in seinen Stücken gründen in einer tragischen Existenzerfahrung und äußern sich im Kampf der Geschlechter oder in der Gegensätzlichkeit von historischen Epochen bzw. Kulturen. Dabei geht das Handeln des Individuums über die persönliche Sphäre hinaus und dient, unabhängig davon, in welchem Maß es mit Leiden oder Schuld verknüpft ist, einem notwendigen bzw. zwangsläufigen Geschichtsprozess, der zu einer höheren geschichtlichen Stufe führt. Mit Maria Magdalene, das den tragischen Konflikt innerhalb einer geschlossenen Kleinbürgerwelt entstehen lässt, gab er der Gattung des bürgerlichen Trauerspiels eine neue Dimension. Die Gedanklichkeit, die seine Tragödien charakterisiert, bestimmt vielfach auch H.s Lyrik, in der sich Reflexion und Gefühlsintensität, Persönliches und Allegorisches miteinander verbinden.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.