Herder, Johann Gottfried: Journal meiner Reise im Jahr 1769

Herder, Johann Gottfried: Journal meiner Reise im Jahr 1769

Historisch-kritische Ausgabe. Hrsg.: Mommsen, Katharina. Mitarb.: Mommsen, Momme; Wackerl, Georg. 312 S.
ISBN: 978-3-15-009793-9
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Johann Gottfried Herder, 25. 8. 1744 Mohrungen (Ostpreußen) – 18. 12. 1803 Weimar.
Der Sohn eines Lehrers studierte von 1762 an Theologie in Königsberg, besuchte die Vorlesungen Kants und schloss Freundschaft mit J. G. Hamann. 1764 erhielt er eine Stelle als Lehrer und Prediger an der Domschule in Riga, entzog sich jedoch den als bedrückend empfundenen Verhältnissen durch die im Journal meiner Reise im Jahr 1769 geschilderte Seereisenach Frankreich (Nantes, Paris). Über die Niederlande, Hamburg und Darmstadt gelangte er 1770 nach Straßburg; hier kam es zur ersten Begegnung mit Goethe. Seit 1771 Konsistorialrat beim Grafen von Schaumburg-Lippe in Bückeburg, wurde er 1776 durch Goethes Vermittlung zum Generalsuperintendenten nach Weimar berufen, wobei sich freilich das Verhältnis zu Goethe wie zu C. M. Wieland eher als spannungsvoll erwies. Mit seinen frühen kritischen Schriften, in denen er den Geniebegriff, seine Gedanken über Volksdichtung und über Dichtung als unmittelbaren Gefühlsausdruck erläuterte, übte er – wie durch die Straßburger Begegnung mit Goethe – bedeutende Wirkung auf Dichtung und Dichtungsauffassung des Sturm und Drang aus. In diesem Zusammenhang steht auch seine Volksliedersammlung mit ihrem sehr weiten Begriff von Volkslied. In seinen theologischen und geschichtsphilosophischen Schriften suchte er Christentum und Humanitätsidee miteinander zu verknüpfen und leistete damit einen bedeutenden Beitrag zu den Humanitätsvorstellungen der Weimarer Klassik. Zugleich verband er die Vorstellung vom historischen Eigenwert der Kulturen mit der Idee einer fortschreitenden Verwirklichung der Humanität (»der Zweck der Menschennatur«), wobei auch zerstörerische Kräfte letztlich dem Endzweck der Beförderung der Humanität dienten. Sie findet nach H.s Auffassung ihren reinsten Ausdruck im Christentum und bleibt die ständige Aufgabe des Menschen. Zum Spätwerkgehören seine bedeutenden Übersetzungen u. a. der lat. Gedichte J. Baldes (in: Terpsichore) und des span. Cid.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.