Lob des Landlebens in Bildern und Texten

Hrsg.: Kronstädter, Miriam; Simm, Hans-Joachim
192 S.
90 farb. Abb.
Geb. mit Schutzumschlag. Format 23 x 29 cm
ISBN: 978-3-15-010945-8
Der Wunsch nach dem Leben auf dem Land, nach Nähe zur Natur, zum Kreislauf der Jahreszeiten verheißt Freiheit und Selbstbestimmung, ist Ausdruck eines ursprünglichen Bedürfnisses, das sich neu artikuliert – von der Schafzucht in der Lüneburger Heide über »urban gardening« in unseren Großstädten bis zu »Ernteurlaub« bei Bergbauern oder dem eigenen Bauernhof in Brandenburg.
In Literatur und bildender Kunst ist das Landleben ein klassisches Sujet. Seit der Antike wurden die Vorzüge des Landlebens gepriesen, gelegentlich aber auch Dörflichkeit und die »Landeier« satirisch aufs Korn genommen. Der reich bebilderte Band zeigt die Facetten des Themas in Wechselwirkungen zwischen Bildern und Texten, zeigt Traum und Realität ländlicher Lebensformen. Dabei ergeben sich aufschlussreiche Korrespondenzen über die Zeiten und Räume hinweg: Goethe und Neo Rauch, Ludwig Anzengruber und Lyonel Feininger, Eduard Mörike und Marianne von Werefkin – gerade in solchen Gegenüberstellungen lassen sich überraschende Erkenntnisse gewinnen zum Leben auf dem Land zwischen Tradition und Wandel.
»Wie viel glückseliger das Land– als das Stadtleben sei«
Dorflandschaften und Landhäuser


Auguste Renoir, Landhäuser mit roten Dächern – Peter Altenberg, Dorfstrasse

Christine de Pizan, Aurora bringt die Abenddämmerung – Georg Philipp Harsdörffer, Lob deß Landlebens

Pieter Brueghel d. J., Bauernprügelei – Georg Philipp Harsdörffer, Verachtung deß Landlebens

Carl Spitzweg, Dorf an einem See im Gebirgstal – Joseph von Eichendorff, Mittagsruh – Robert Walser, Schäferstunde

Andreas Achenbach, Bachlauf – Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Das Landleben

Marc Chagall, Ich und das Dorf – Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Lob des Landlebens

Arnold Balwé, Sommer am Haus – Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Die geheime Sprache – Bertolt Brecht, Du scheinst dich

Erich Heckel, Rote Dächer – Detlev von Liliencron, Das Glück – Theodor Storm, Abseits


»Kommt es auch wohl zu einem kleinen Tänzchen mit der Gevatterin«
Familienalltag und Familienfeste


Eduard Geselschap, Familienglück – Matthias Claudius, Der glückliche Bauer

Leopold Graf von Kalckreuth, Kinderreigen – Aus: Des Knaben Wunderhorn, Ringelreihe–Lied – Richard Dehmel, Käuzchenspiel

Albert Anker, Die Taufe – Franz Xaver Schönwerth, Taufmahl

Franz Kels, Westfälische Bauernhochzeit – Jean Paul, Teuere Dorfgemeine!

Jakob Gauermann, Hochzeitszug zur Kirche von Scheuchenstein – Achim von Arnim, Hochzeit–Karmen

Carl Gustav Carus, Friedhof im Mondlicht – Hermann Hesse, Ländlicher Friedhof


»So hat er sich eine gute Haltung bewahrt«
Handwerk und andere Gewerke


Théodore Géricault, Der Hufschmied – Emanuel Geibel, Herr Schmied, Herr Schmied

Ferdinand Hodler, Schuster am Fenster – Rainer Maria Rilke, Manchmal stürzen wilde Lieder

Quiringh van Brekelenkam, Die Schneiderwerkstatt – Friedrich von Logau, Der Welt Alter – August von Platen, Schneiderburg

Ernst Ludwig Kirchner, Die Windmühle bei Moritzburg – Adelbert von Chamisso, Der Müllerin Nachbar

Anonym, Bildnis des Bäckers Lienhardt Rieger – Karl Lyncker, Waizen in Gold verwandelt –
Johann Georg Theodor Grässe, Der vom Teufel geholte Bäcker

Georg Scholz, Industriebauern – Oskar Pastior, rückläufiges heimataggregat


»Als die Feier fertig war und man hinaus ins Freie trat«
Kirche und Wirtshaus


Lyonel Feininger, Dorfkirche – Robert Walser, Die Kirche – Ludwig Anzengruber, Heiß und kalt überlief es den jungen Geistlichen

Carl Malchin, Kirchgang – Wilhelm Müller, Der Kirchgang – Peter Altenberg, Die Liebe

Konrad Egersdoerfer, Im Wirtshaus – Johann Peter Hebel, Eine merkwürdige Abbitte

Wilhelm Leibl, Die Dorfpolitiker – Berthold Auerbach, Mach hurtig die Scheuer auf


»Wir genießen die himmlischen Freuden«
Gärten und Pflanzen


Demetrio Cosola, Sommergarten – Johann Wolfgang Goethe, Gott segne mir den Mann – Friedrich Rückert, Ritornelle

Max Ernst, Rückkehr der schönen Gärtnerin – Hermann Lingg, An St. Gertruds Tag – Theodor Däubler, Die Göttin im Garten

Hugo Mühlig, Im Kohlfeld – Wilhelm Busch, Der Kohl – Friedrich Rückert, Wie gleichest du, o Mensch

Franck Antoine Bail, Der Kürbis – Barthold Heinrich Brockes, Der Kürbis – Günter Eich, Der Kürbis

Edouard Manet, Spargelstilleben – Aus: Des Knaben Wunderhorn, Der Himmel hängt voll Geigen

Petrarcameister, Kräutergarten und Gewürzkammer – Franz Grillparzer, Ein Ochs – Ernst Moritz Arndt, Noch Blumen viel – Johann Gottfried Herder, Heilend ist der Holunder

Hausbuch der Cerruti, Alraunfrüchte – Georg Philipp Harsdörffer, Der Alraun

Robinet Testard (?), Bergminze, Safran – Angelus Silesius, Bei jedem ist bald hinten dran – Jean Paul, Gelbe Pflanzen, Safran, Kurkumei


»Und Kalb und Kuh und Reichtum und Vergnügen«
Tiere und Menschen


Friedrich Ahlers–Hestermann, Stilleben mit Katze und Blumen – Hans Carossa, An eine Katze – Peter Huchel, Katzen

Anonym, Hunde mit Welpen, Bauernhof, Gänse – Wilhelm Busch, Teufelswurst – Justinus Kerner, An den Hund des Toten

Franz Marc, Kühe unter Bäumen – Wilhelm Busch, Frische Butter – Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Die Milchfrau

Franz Marc, Schweine – Wilhelm Busch, Bis auf weiters – Theodor Fontane, Etwa 14 Tage später

Marianne von Werefkin, Lebensabend – Eduard Mörike, An Karl Mayer

Camille Pissaro, Bäuerin mit einem Esel – Heinrich Heine, In meinen Tagesträumen – Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Der Esel und der Eselreiter – Georg Christoph Lichtenberg, Die Esel haben die traurige Situation

Franz Adam, Jenseits der Koppel – Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Der Esel und das Pferd – Marie von Ebner-Eschenbach, Er setzte seinen ganzen Stolz

Ernst Ludwig Kirchner, Hirte mit Ziegen am Morgen – Hans Carossa, Überm Gewitter


»Die Amseln haben Sonne getrunken«
Vögel


Franz Gräßel, Entenfamilien – Friedrich von Hagedorn, Der Morgen kömmt – August von Kotzebue, Wenn ich an einem heitern Morgen

William Leech, Die Gänsemagd – Johann Gottlieb Willamov, Die Gans und der Fuchs – E. T. A. Hoffmann, Sie liebte Gänse und Enten

Henri Rousseau, Der Hühnerhof – Joseph von Eichendorff, Wann der Hahn kräht – Wilhelm Busch, Zu gut gelebt

Johann Till d. J., Bauernmädchen mit Truthähnen – Matthias Claudius, Die Henne – Ludwig Börne, Den ganzen Tag

Robert Havell d. J., Papstfinken – Otto Julius Bierbaum, Glaube nur – Max Dauthendey, Die Amseln

Edouard Traviès, Grünspecht – Christian Morgenstern, Der Specht – Rainer Maria Rilke, Wie vor dem Einzug

Louis Dubois, Die Störche – Eduard Mörike, Storchenbotschaft – Theodor Fontane, Storch und Schwalbe


»Alles jubelt, daß es schallt, widerhallt an allen Hügeln !«
Feldarbeiten und andere Tätigkeiten


Fritz Mackensen, Der Sämann – Friedrich Schiller, Die himmlischen Gestirne – Friedrich Rückert, Im Feld der König Salomon

Hans Thoma, Sommer im Schwarzwald – Stefan George, Jahrestag – Otto Julius Bierbaum, Sommerstrophe

Max Slevogt, Weinlese am Hämmelsberg – Hermann Lingg, Weinlese

Ernst Ludwig Kirchner, Hirten am Abend – Stefan George, Der Tag der Hirten

Max Liebermann, Jäger in den Dünen – Karl Alfred Wolken, Freier Sonntag

Carl Spitzweg, Jagdunglück – Ludwig Aurbacher, Die Hasenjagd

Max Clarenbach, Fischer im Winter – August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Beim Fischen – Nikolaus Lenau, Und der Fischer – Johann Wolfgang Goethe, Wenn du am breiten Flusse

Joaquin Mir, Der Garten der Einsiedelei – Jan Wagner, pierre de ronsard: der salat


»So ist es Sitte, so ist es Brauch«
Lebensfreuden und Kalenderfest


Gudrun Brüne, Lebensfreuden – Joseph von Eichendorff, Der irre Spielmann

Carl Bantzer, Tanz der Schwälmer Bauern – Balduin Möllhausen, Heute ist Kirmeß!

Carl Breitbach, Ein Bauernfest in Hessen – August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Kirmeß ist heute

Otto Dix, Alemannische Masken I – Friedrich von Logau, Fastnacht – Friedrich von Logau, Fastnacht und Ascher–Mitwoche – Franz Xaver Schönwerth, Der Fastnacht–Irtag – Wilhelm Busch, Es war im schönen Karneval

Neo Rauch, Fastnacht – Johann Wolfgang Goethe, Fastnacht 1825

Lovis Corinth, Walchensee–Panorama – Achim von Arnim, Ostern – Karl Bartsch, Das Osterwasser

Nach: Robert Müller, Der Hexenteich am Unterharz spät am Abend – nach der Hexenprobe am 1. Mai – Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Hexenlied – Johann Wolfgang Goethe, Wo bin ich denn?

Konrad von Soest, Ausgießung des Heiligen Geistes – Emanuel Geibel, Pfingsten – Johann Wolfgang Goethe, Pfingsten das liebliche Fest

Adolph von Menzel, Fronleichnamsprozession in Hofgastein – Hugo von Hofmannsthal, Fronleichnam

Heinrich Mücke, Johannisfeuer in Sachsen – Bruno Wille, Sonnenwende – Max Dauthendey, Johannisfeuer

Wassily Kandinsky, Allerheiligen II – Franz Xaver Schönwerth, Sie fingen zu beten an – Stefan George, In langer reihe

Carl Schröder, Die Martinsgans – Simon Dach, Einladung zur Martinsgans – Theodor Fontane, Mit dem Gänseschlachten

Nach: Ernst Liebermann, Die heilige Nacht – Theodor Storm, Weihnachtslied


»Ermahnung zur Fröhlichkeit«
Noch einmal die Jahreszeiten


Peder Mønsted, Blühender Garten im Frühling – Philipp von Zesen, Ermahnung zur Fröligkeit. Satz, Teil 1

Alexej von Jawlensky, Kornfeld bei Carantec – Philipp von Zesen, Ermahnung zur Fröligkeit. Satz, Teil 2

Erich Heckel, Herbstlandschaft – Philipp von Zesen, Ermahnung zur Fröligkeit. Gegensatz, Teil 1

Otto Dix, Randegg im Schnee – Philipp von Zesen, Ermahnung zur Fröligkeit. Gegensatz, Teil 2


Epilog: Friedrich Hölderlin, Der Gang aufs Land
Nachwort: Vom Lob des Landlebens
Verzeichnis der Abbildungen und Texte
Register
Miriam Kronstädter, Medizinerin und bildende Künstlerin, hat mehrere Anthologien herausgegeben, unter anderem russische und phantastische Erzählungen sowie Balladen der Weltliteratur; zur Zeit arbeitet sie an einem historischen Roman.
Hans-Joachim Simm leitete bis 2009 den Insel Verlag sowie den Verlag der Weltreligionen und ist Herausgeber zahlreicher Bände besonders zur literarischen Klassik und deutschen Lyrik.