Hahn, Susanne; Kliemt, Hartmut: Wirtschaft ohne Ethik?

Eine ökonomisch-philosophische Analyse
Klappenbroschur. Format 12,5 x 20,5 cm
276 S.
ISBN: 978-3-15-011091-1
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Die anhaltenden Debatten um Erfolg oder Misslingen des Kapitalismus zeigen: Wirtschaft ist kein ethisch freier Raum, sondern ein von Moral geprägter Schauplatz: ein Thema, das die Philosophin Susanne Hahn und der Wirtschaftswissenschaftler Hartmut Kliemt in diesem Band in zweifacher Perspektive in den Blick nehmen. Die Autoren gehen jeweils von ganz realen Problem aus: der Höhe von Vorstandsbezügen, dem Vorgehen bei Firmenübernahmen, den sog. Übernahmeschlachten, oder dem Agieren von Hedgefonds, den sog. Heuschrecken. Der Allgemeinheitsanspruch philosophischer Moralvorstellungen stößt dabei immer wieder zusammen mit der an Effizienz interessierten Ökonomie. Durch diese Diskussion ergibt sich ein Problemfeld, das uns als Marktteilnehmer alle betrifft: Sowohl Ethik als auch Wirtschaft sollten miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen.
Vorbemerkung

Überblick

I. Prinzipien einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Wirtschaftsethik
1. Wirtschaftsethisch relevante Grundwerte freiheitlicher Gesellschaften
2. Gemeinwohl und individuelle Entscheidungsautonomie
2.1 Grenzen der Gemeinwohlorientierung
2.2 Gemeinwohlorientierung und Politik
3. Ethik und individuelle (Vertrags-)Autonomie
4. Zur (öffentlichen) Sicherung der Freiwilligkeit
5. Folgerungen für die Unternehmens- und Wirtschaftsethik

II. Exemplarische wirtschaftsethisch- und unternehmensethische Falldiskussionen
1. Vorstandsgehälter und leistungsgerechte Entlohnung
1.1 Entwicklung der Vorstandsbezüge
1.2 Optionen und Gründe für eine Regulierung
1.3 Konventionelle Erklärungen erhöhter Vorstandsbezüge
1.4 Unkonventionelle Erklärungen erhöhter Vorstandsbezüge
2. Unternehmensübernahmen und -beteiligungen
2.1 Die Mannesmann-Übernahme
2.1.1 Die »Übernahme-Schlacht«
2.1.2 Allgemeine Lehren für Politik, Unternehmen und Ethik?
2.2 Hedgefonds – »Heuschrecken« oder Nützlinge?
2.3 Von Wincor-Nixdorf zu Grohe und zurück
3. Patentrechte und Interessen der »Dritten Welt«
3.1 Patentschutz und Innovation
3.2 Patentschutz von Medikamenten
3.3 Suspendierung des Patentschutzes angesichts der Aids-Epidemie

III. Manager und Verantwortung
1. Verantwortung – Elementare Unterscheidungen
2. Shareholder- vs. Stakeholder-Ansatz
2.1 Friedmans Shareholder-Ansatz
2.2 Freemans Stakeholder-Ansatz
3. (In-)direkte Gewinnorientierung
4. Der Manager und das Verhältnis von Eigentumsprivileg und Gewinnstreben
4.1 Pflichten gegenüber einem Einzelunternehmer
4.2 Pflichten gegenüber pluralen Eigentümern
5. Friedman vs. Freeman – eine Bestandsaufnahme

IV. Bindungen
1. Bindung an (moralische) Regeln und rationale Interessenverfolgung
2. Tugend und intrinsische Motivation am Beispiel des Ultimatumspiels
2.1 Das Ultimatumspiel
2.2 Vom Spiel zur Tugend
3. Zur Vorteilhaftigkeit von unternehmerischen (Moral-)Bindungen
3.1 Zur Tugendhaftigkeit korporierter Akteure
3.2 Intrinsisch motivierte moralische Regelbefolgung in und durch Unternehmen
3.3 Moral und »management by exception«
3.4 Vertrauen und goldene Gelegenheiten
4. Recht handeln – auch wenn die Welt darüber zugrunde geht?

V. Elemente ethischer Theoriebildung
1. Grundlegendes
1.1 Theorien und Praxen in der Ethik
1.2 Rechtfertigungsansprüche ethischer Theorien
2. Utilitaristische Theorien
2.1 Leitideen des Utilitarismus
2.1.1 Hedonistische und andere Wertlehren
2.1.2 Prinzipien utilitaristischer Unparteilichkeit und Verallgemeinerung
2.1.3 Kommensurabilität und interindividuelle Substituierbarkeit
2.2 Traditionelle Diskussionen um den Utilitarismus
2.2.1 Hedonistische Umverteilung
2.2.2 Existentielle Umverteilung
2.3 Für einen institutionellen Utilitarismus
2.3.1 Für ausnahmslose Ansprüche
2.3.2 Ausnahmslose Pflichterfüllung?
3. Anti-utilitaristische universalistische Ethiken
3.1 Vertragstheorien und repräsentative Moralentscheider
3.2 Diskursethisch-Kantianische Rechtfertigungskonzeptionen
3.3 Diskurs-Institutionen
4. Partikularistische Zweck-Mittel-Ethik
4.1 Noch einmal: Auswahl von Regeln und Handeln unter Regeln
4.2 Hypothetische Imperative zur Rechtfertigung von Regeln
4.3 Die Befolgung von Regeln und der Schleier der individuellen Insignifikanz

VI. Zum Überlegungsgleichgewicht
1. Rechtfertigung für enttäuschte Kenner
2. Das Überlegungsgleichgewicht: Leitintuition
3. Die Herstellung von Überlegungsgleichgewichten – eine Skizze
4. Anlässe zur Herstellung eines Überlegungsgleichgewichts und die Rolle von Regeln
5. Die Methode und ihre Ansprüche

VII. Wo der Pluralismus endet
1. Die unvollständige Realisierbarkeit von Idealen der Zwangsfreiheit
2. Individuelle ethische Verantwortung
3. Warum es im Westen besser ist

VIII. Literaturhinweise

Personenregister

Sachregister
Susanne Hahn, geb. 1964, arbeitet im DFG-Projekt »Ein Rahmen für die Wirtschaftsethik – Methodische Grundlagen und Regeln« am Institut für Philosophie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Hartmut Kliemt, geb. 1949, ist Professor für Philosophie und Ökonomik an der Frankfurt School of Finance & Management.
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