Jasch, Hans-Christian; Kaiser, Wolf: Der Holocaust vor deutschen Gerichten

Amnestieren, Verdrängen, Bestrafen
Originalausgabe
Geb. Format 15 x 21,5 cm
263 S.
ISBN: 978-3-15-011135-2
Die rechtliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen hat die öffentliche Wahrnehmung des Holocaust bis heute entscheidend geprägt und die Deutschen mit der Frage nach ihrer moralischen Mitschuld konfrontiert. Von den Nürnberger Militärtribunalen (1945–49) bis zu den Verfahren gegen John Demjanjuk und Oskar Gröning gab es verschiedene Phasen der Aufarbeitung, die in engem Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung in beiden deutschen Teilstaaten und in deren Beziehung zueinander stehen. Anhand bekannter und unbekannter Prozesse zeigen die Autoren Defizite und Fehlentwicklungen, aber auch die Leistung der Justiz bei der Ermittlung und Ahndung der beispiellosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Vorwort
Von Heiko Maas

Einleitung

Kapitel 1:
Weichenstellung – Holocaustverbrechen vor alliierten Gerichten

Beschlusse zur Dokumentation der von den Achsenmachten begangenen Verbrechen und zu deren Ahndung
Der Untergang des nationalsozialistischen Deutschlands
Siegerjustiz? Zur Legitimität der alliierten Strafverfolgung
Der Prozess vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg
Die Errichtung des Internationalen Militärgerichtshofes
Zur Thematisierung des Holocaust durch den Nürnberger Gerichtshof
Der Holocaust in den Nürnberger Nachfolge-Prozessen
Zusammenfassung

Kapitel 2:
Holocaustverbrechen vor deutschen Gerichten in den Besatzungszonen und nach der Gründung der beiden deutschen Staaten (1945–1958)

Zur Zuständigkeit deutscher Gerichte
Das Kontrollratsgesetz Nr. 10
Die Ahndung von NS-Verbrechen in der SBZ und frühen DDR
Die Anwendung des KRG 10 in (West-)Berlin
Verfahren wegen Mitwirkung an Deportationen von Juden
Der Prozess gegen den Landrat von Hechingen, Paul Schraermeyer
Das Verfahren gegen den Bürgermeister von Alzey, Dr. Philipp Hill
Der Münsteraner Prozess gegen den Bürgermeister von Oelde
Der erste Einsatzgruppenprozess vor deutschen Gerichten
Frühe Prozesse wegen der Massenmorde in den Todeslagern
Die ersten Sobibor-Prozesse
Der erste Treblinka-Prozess
Prozesse wegen der Ermordung von nach Auschwitz Deportierten
Prozesse wegen Tötungsverbrechen in Zwangsarbeitslagern
Der Prozess gegen den Kommandanten des Konzentrationslagers Stutthof
Gesellschaftlicher Kontext und vergangenheitspolitische Entscheidungen
Zwischenbilanz

Kapitel 3:
Vom Ulmer Einsatzgruppenprozess bis zum dritten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1958–1968)

Der Einsatzgruppenprozess in Ulm
Die Errichtung der Zentralen Stelle in Ludwigsburg
Die Verjährungsdebatten
Die großen Todeslager-Prozesse
Der Prozess wegen der Morde in Kulmhof (Chelmno)
Die Prozesse gegen Angehörige der Lagermannschaften der »Aktion Reinhardt«
Der Düsseldorfer Treblinka-Prozess
Der Belzec-Prozess in München
Der Sobibor-Prozess in Hagen
Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse
Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess
Der zweite Frankfurter Auschwitz-Prozess
Der dritte Auschwitz-Prozess
Der Auschwitz-Prozess der DDR (Fischer-Prozess)

Kapitel 4:
Von der »kalten Amnestie« in der Bundesrepublik bis zu den letzten Prozessen in der DDR (1969–1990)

Bundesrepublik
Das EGOWiG und die BGH-Urteile
Das Scheitern der RSHA-Verfahren
Der Majdanek-Prozess
Der letzte Prozess wegen Massenvernichtungsverbrechen der Einsatzgruppen
Der Prozess gegen einen Mitarbeiter der deutschen Gendarmerie in Galizien
DDR
Der Prozess gegen Josef Blösche
Der Prozess gegen Henry Schmidt

Kapitel 5:
Die letzten Prozesse wegen Holocaustverbrechen

Der Demjanjuk-Prozess in München 2011
Der Lüneburger Auschwitz-Prozess 2015
Weitere Prozesse

Fazit
»Streichelstrafen für Mördernazis«?
Erklärungsversuche
Abkürzungsverzeichnis
Anmerkungen
Quellen- und Literaturverzeichnis
Hans-Christian Jasch, Dr. jur., geb. 1973, ist Direktor des Hauses der Wannseekonferenz.

Wolf Kaiser, Dr. phil, geb. 1948, war ab 1991 Mitarbeiter, später stellvertretender Direktor und Leiter der Bildungsabteilung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz.
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