Hellhund, Herbert: Jazz

Harmonik, Melodik, Improvisation, Analyse
Originalausgabe
Klappenbroschur. Format 16 x 24 cm
202 S. 116 Notenbsp.
ISBN: 978-3-15-011165-9
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Jazz – das ist hochlebendige Musik von enormer Ereignisdichte. Umso mehr man darüber weiß, umso mehr hört man. Anders als bisherige Lehrmaterialien, die sich mit der Theorie des Jazz, also mit seiner Harmonik oder seinen melodischen oder rhythmischen Mustern beschäftigen, versucht dieses Buch einen neuen, umfassenderen Ansatz: Es stellt die Improvisation, das zentrale Wesenselement des Jazz, als Prozess musikalischer Ideenentwicklung in den Mittelpunkt des Interesses.
Herbert Hellhund führt ein in Harmonielehre, Rhythmik, Form, Ausdruck und in die all das bündelnden Melodieprinzipien der Improvisation. Beispielhafte Analysen von Meistersoli veranschaulichen die herausgearbeiteten Entwicklungsprinzipien; sie bieten damit auch einen Einstieg in das ganzheitliche Erfassen der Improvisation.
1 Einführung

2 Die musikalischen Strukturebenen (Parameter)
2.1 Rhythmik
2.2 Harmonik
2.3 Form
2.4 Melodik
2.5 Ausdruck

3 Skalen und Akkorde
3.1 Die Akkord-Skalen-Theorie als Erklärungsmodell der Jazzharmonik
3.2 Akkorde, Skalen, Symbole: Ein systematischer Überblick
3.2.1 Die Dur-Skala und ihre Modi
3.2.2 Harmonisch Moll
3.2.3 Melodisch Moll
3.2.4 Pentatonik
3.2.5 Blues-typische Skalen
3.2.6 Skalen mit konstanter Intervallgliederung (»Symmetrische« Skalen)

4 Die Jazzstile, ihr Repertoire und dessen harmonische Grundlagen
4.1 Funktionsharmonik im Jazz: Begriffe und Basiskonzepte
4.1.1 Grundlegende Kadenzformen in Stufen- und Funktionstheorie
4.1.2 Die II-V-I-Verbindung
4.1.3 Turnarounds und andere zyklische Akkordgruppen
4.1.4 Dominanten und zugehörige Skalen: Eine Faustregel
4.1.5 Sekundärdominanten und Zwischendominanten
4.1.6 Dominant-Substitution
4.1.7 Dominantketten und II-V-Ketten in Dur und in Moll
4.1.8 Modulation
4.1.9 Reharmonisation
4.2 Blues-Harmonik und -Melodik
4.2.1 Die ursprüngliche Blues-Form und ihre Akkorde
4.2.2 Bebop-Blues
4.2.3 Blues in Moll – Revision der Blues-Form – Beispiele aus der Hard-Bop-Ära
4.3 Erweiterungen und Auflösungen der Funktionsharmonik
4.3.1 Coltrane-Changes
4.3.2 Modaler Jazz
4.3.3 Modal Interchange (MI)
4.3.4 Inside – Outside
4.3.5 Slash Chords, Polychords
4.3.6 Modalität, Pentatonik und Changes-Mixturen: Innovationen seit den 1960er Jahren

5 Harmonielehre in Analysebeispielen
5.1 Analysebeispiele I: Standards
5.1.1 All The Things You Are (Jerome Kern)
5.1.2 Stella By Starlight (Victor Young)
5.2 Analysebeispiele II: Reharmonisation von Standard-Vorlagen
5.2.1 Goodbye, Pork Pie Hat (Charles Mingus) – Blues
5.2.2 Confirmation (Charlie Parker) und 26-2 (John Coltrane)

6 Jazzimprovisation: Allgemeine Einführung
6.1 Die Idee: Erfindung, Assoziation oder Repetition?
6.2 Jazzimprovisation als musikalische Deklamation: Veranschaulichung anhand eines von der Sprache abgeleiteten Modells
6.3 Interaktion: Ensemblespiel als kollektives Komponieren

7 Strukturmittel der Improvisation: Konzepte und Materialien
7.1 Kreativ arbeiten mit Skalen- und Akkordmaterial
7.1.1 Skalen »tarnen« I: Weg von der Eins
7.1.2 Skalen »tarnen« II: Rhythmische Durchbrechung
7.1.3 Skalen »tarnen« III: Intervallische Durchbrechung
7.2 Prinzipien und Konzepte melodischer Entwicklung I: Entwicklung von Motiven
7.2.1 Call and Response
7.2.2 Abspaltung
7.2.3 Rhythmische Augmentation und Diminution
7.2.4 Verkürzung und Erweiterung
7.2.5 Rhythmisch-metrische Verschiebung und Überlagerung
7.2.6 Umkehrung
7.2.7 Sequenz und variierte Sequenz
7.2.8 »Musikalischer Satz« mit Fortspinnung
7.2.9 Paraphrase
7.3 Prinzipien und Konzepte melodischer Entwicklung II: Jazz Lines
7.3.1 Tone und ihre Nachbarn
7.3.2 Verkettung von Bausteinen 1: Harmonik küsst Rhythmik
7.3.3 Verkettung von Bausteinen 2: Linie in modularem Aufbau
7.3.4 Verkettung von Bausteinen 3: Next Chord (Scale), Next Step (NCNS)
7.3.5 »Logik« der Linie und interne Korrespondenzen
7.3.6 Guide Lines
7.3.7 Linien mit durchbrochenen Rhythmen und Intervallfolgen
7.3.8 Umspielung
7.3.9 Double Time und andere Wechsel der rhythmischen Raster-Ebene
7.4 Tell a Story!
7.4.1 Zusammenhang und Kontrast
7.4.2 Gestus, Kontur und Dramaturgie

8 Den Meistern auf die Tone geschaut: Improvisationsanalysen
8.1 Jazzimprovisation und musikalische Analyse: Eine heikle Beziehung
8.1.1 Analyse und Objektivität
8.1.2 Wider das bloße Zergliedern: Ein ganzheitlicher Ansatz
8.2 Analysen
8.2.1 Variation oder Improvisation? Joe »King« Oliver und Louis Armstrong
8.2.2 Charlie Parker: »Formulaic Improvisation«?
8.2.3 Lennie Tristano: Intuition
8.2.4 Herbie Hancock: Witch Hunt – Textur als Idee

9 Ausblick

10 Literaturhinweise

11 Weiterführende und vertiefende Literatur in Verbindung von Stilgeschichte und musikalischer Analyse
Herbert Hellhund, geb. 1950, ist Jazz-Trompeter und Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, wo er seit 1986 den Bereich »Rock, Pop und Jazz« leitet.
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