Proust, Marcel: Der Briefwechsel mit Reynaldo Hahn

Deutsche Erstausgabe
Übers. und Hrsg.: Fischer, Bernd-Jürgen
Leinen mit Prägung, Fadenheftung, 2 Lesebändchen.
Format 16 x 24 cm
576 S. 44 s.-w. Abb. 99 Farbtafeln
ISBN: 978-3-15-011170-3
68,00 €

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Der Komponist Reynaldo Hahn (1874–1947) war der lebenslange Freund und zeitweilig auch Geliebte Marcel Prousts, und er war nach Prousts Mutter die wichtigste Person in dessen Leben. 1894 lernten sich beide auf einer musikalischen Soiree kennen, waren sogleich entflammt füreinander, schmiedeten Pläne für gemeinsame Arbeiten und Reisen. Hahn war es auch, der am 18. November 1922 dem Figaro bekannt gab, »dass unser teurer Marcel Proust heute Abend um halb sechs Uhr verstorben ist«.
Die sorgfältig kommentierte Ausgabe enthält den vollständigen noch erhaltenen Briefwechsel – rund 220, größtenteils von Proust verfasste Briefe – und gibt neue Einblicke in die Persönlichkeit des Dichters und das künstlerische und gesellschaftliche Leben der Zeit. Denn Reynaldo Hahn war die Sonde, mit deren Hilfe Proust erkundete, was sich jenseits seines Schlafzimmers, das er in seinen späteren Jahren kaum noch verließ, abspielte.
Die Ausgabe ist reich illustriert mit sämtlichen Zeichnungen, die Proust den Briefen beigegeben hat, sowie einem umfangreichen Farbteil, in dem die erwähnten Personen, Schauspielerinnen und Schauspieler, Bühnenbilder, Kostüme usw. abgebildet sind.
Vorwort

Die Briefe

Anhang
Zwei Meldungen
Bibliographie
Bildnachweis
Alphabetisches Verzeichnis der Farbtafeln
Verzeichnis der Schwarzweis-Abbildungen im Text
Konkordanz
Namenverzeichnis
Marcel Proust (10.7.1871 Paris – 8.11.1922) kommt als ältester Sohn eines wohlhabenden Arzt-Ehepaares zur Welt, was ihm zeitlebens eine von ökonomischen Sorgen unbeschwerte Existenz ermöglichen wird. Bis er Mitte dreißig ist, führt er das mondäne Leben eines Dandys, danach widmet er sich ausschließlich seinem Romanwerk, an dem er bei Nacht in seinem korkgetäfelten, vom Rauch des Asthmapulvers durchzogenen Schlafzimmer am Boulevard Haussmann arbeitet. Die sieben Bände À la recherche du temps perdu kreisen um die Reflexionen eines Erzähler-Ichs über Erinnerung, Wahrheit und Bedeutung, die nur im Mittelteil des ersten Bandes Un amour de Swann (dt. Eine Liebe von Swann) durch die auktoriale Erzählung um Charles Swann unterbrochen wird. Im Frühjahr 1922 setzt Proust das Wort FIN – ENDE – unter das Manuskript des letzten Bandes Le temps retrouvé (dt. Die wiedergefundene Zeit), ein halbes Jahr später stirbt er, nur 51 Jahre alt.
Proust verkehrte im literarischen Salon Madeleine Lemaires in Paris, ein kultureller Hotspot, in dem namhafte Politiker wie Raymond Poincaré, Paul Deschanel oder Léon Bourgeois, Adelige wie Prinzessin Mathilde Bonaparte oder die Comtesse Greffulhe sowie Schriftsteller wie Jacques Bizet, Guy de Maupassant, Paul Bourget und Robert de Montesquiou zusammenkamen. In diesem Milieu lernte er auch seinen späteren Geliebten und Lebensmenschen Reynaldo Hahn kennen, mit dem ihn ein lebenslanger Briefwechsel von rund 220 Schriftstücken verbindet.

Übersetzung und Anmerkungen von Bernd-Jürgen Fischer:
Bernd-Jürgen Fischer lebt in Berlin und ist nach seiner Lehrtätigkeit an der FU als freier Autor und Übersetzer tätig; für Reclam hat er Prousts Suche nach der verlorenen Zeit komplett neu übersetzt und kommentiert; und im Anschluss daran Prousts sämtliche Gedichte.
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»Für die an Proust interessierte Nachwelt ein Glück«
(Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018)