Rachilde: Monsieur Vénus

Rachilde: Monsieur Vénus

Roman
Deutsche Erstausgabe
Übers.: Beilharz, Alexandra; Schneider, Anne
Nachwort: Reid, Martine
Geb. mit Schutzumschlag. Format 12,5 x 20,5 cm
220 S.
Erscheint Ende September 2020
Erscheint auch als E-Book

EUR (D) 18,00
ISBN: 978-3-15-011287-8
Der Titel des Romans ist erzählerisches Programm – hier werden die Geschlechterordnung und -grenzen gründlich durcheinandergewirbelt: Raoule de Vénérande, ihres Zeichens wohlhabende, junge Pariser Adlige, verliebt sich in Jacques Silvert, einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen, der seinen Lebensunterhalt mit Kunstblumen verdient. Sie macht Jacques – nach allerlei Liebschaften beider zu anderen Personen diverser Geschlechter – zu ihrer Geliebten und schließlich zu ihrer Frau.
Die französische Literatin mit dem – eher männlich gelesenen – Pseudonym Rachilde schrieb Monsieur Vénus im Paris der 1880er Jahre mit Anfang 20. Sie verstieß mit ihrem Roman so vehement gegen die gesellschaftlichen und sexuellen Konventionen ihrer Zeit, dass das Werk ihr eine Geld- und Haftstrafe einbrachte und nur in einer entschärften Fassung erscheinen konnte.
Zum ersten Mal auf Deutsch – in der vollständigen Originalversion und mit einem Nachwort der Literaturwissenschaftlerin und Expertin für weibliches Schreiben Martine Reid.
»Rachilde. Homme de Lettres«, stand auf der Visitenkarte von Marguerite Eymery, die 1860 geboren wurde, mit 12 Jahren zu schreiben begann und mit 15 den Namen Rachilde annahm. Sie kleidete sich als Mann und verfasste Romane, in denen sie sich explizit mit Geschlechterkonventionen und Themen wie Homo- und Transsexualität auseinandersetzte. Im literarischen Leben des Fin de Siècle hatte sie eine zentrale Position, ihr Salon war berühmt. Rachilde starb 1953 in Paris.