Bor, Josef: Theresienstädter Requiem

Novelle
Neuübersetzung
Übers. und komm. von Antonín Brousek
Nachw. von Wolfgang Benz
Geprägtes Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen.
Format 12 x 19 cm
127 S. 4 Abb.
ISBN: 978-3-15-011333-2
18,00 €

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Im Lager Theresienstadt, 1944: Der Dirigent Rafael Schächter schafft es trotz zahlreicher Widerstände und Opfer mit einem Chor aus jüdischen Mithäftlingen Verdis Messa da Requiem aufzuführen. Im Publikum sitzen SS-Leute, der Lagerkommandant und Adolf Eichmann. Aus der Aufführung der mehrfach umgearbeiteten Totenmesse wird ein Aufschrei – »Dies Irae«, »Tag des Zorns«, »Libera Me«, »Freiheit für uns!«, schleudern die Sängerinnen und Sänger ihren Peinigern entgegen. Sie bewahren in der Kunst ihre Würde.
Der tschechisch-jüdische Jurist und Autor Josef Bor (1906–1979) wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und überlebte als Einziger seiner Familie die Shoah. Seine Novelle Theresienstädter Requiem, in der er die Verdi-Aufführung seines Freundes Rafael Schächter verarbeitet, wurde nach ihrem Erscheinen 1963 schnell in insgesamt 10 Sprachen (u. a. Dänisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Portugiesisch und Russisch) übertragen.
Die neue Übersetzung von Antonín Brousek zeigt erstmals die sprachliche Härte und Schärfe der Erzählung.
Der Historiker Wolfgang Benz ordnet das Geschehen in einem Nachwort historisch ein und beleuchtet die Hintergründe.
Theresienstädter Requiem

Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Nachwort
Abbildungsnachweis
Zum Autor, zum Übersetzer und zum Verfasser des Nachworts
Josef Bor wurde 1906 als Sohn einer tschechisch-jüdischen Familie in Ostrava geboren und war bis zur deutschen Besetzung 1938 als Rechtsanwalt tätig. 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, 1944 kam er mit Mutter, Ehefrau und zwei Kindern ins KZ Auschwitz. Seine ganze Familie wurde ermordet, Bor selbst überlebte den Todesmarsch nach Buchenwald. Nach dem Krieg war er u.a. im tschechischen Justizministerium tätig. 1961 erschien sein autobiographischer Roman Die verlassene Puppe, die Novelle Theresienstädter Requiem wurde sein bekanntestes Werk. 1979 starb Bor in Prag.

Der Übersetzer:
Antonín Brousek, geb. 1962 in Prag, lebt und arbeitet als Richter in Berlin. Er übersetzte u.a. Jaroslav Hašeks Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg und Karel Poláčeks Roman Die Bezirksstadt.

Nachwort von:
Wolfgang Benz, geb. 1941, ist Zeithistoriker und Professor em. der Technischen Universität Berlin. Er leitete bis 2011 das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin. 2013 erschien sein Buch Theresienstadt. Eine Geschichte von Täuschung und Vernichtung. Bei Reclam erschienen von ihm zuletzt Die Weiße Rose. 100 Seiten und Protest und Menschlichkeit. Die Widerstandsgruppe »Onkel Emil« im Nationalsozialismus.
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