Hartmann von Aue: Erec

Hartmann von Aue: Erec

Neuübersetzung
Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch
Übers., Hrsg. u. Komm.: Mertens, Volker
722 S.
ISBN: 978-3-15-018530-8
14,80 €

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Erec, der Held des ersten deutschsprachigen Artusromans, "verligt" sich auf so berühmt gewordene Weise in der Zweisamkeit mit seiner ihm gerade eben angetrauten Enite, dass er auf einen leidvollen Weg der Bewährung in höfischem und herrschaftlichem Verhalten geschickt werden muss. Die Studienausgabe bietet einen neu erstellten Text, der sich darum bemüht, noch etwas besser als bisher die schwierige Überlieferungslage erkennbar zu machen, eine schwungvolle Neuübersetzung und eine hilfreiche überschaubare Kommentierung.
Hartmann von Aue, um 1165 – um 1210.
Zur Biographie des mhd. Lyrikers und Epikers gibt es nur punktuelle Hinweise in seinen Werken. Er gehörte nach eigener Aussage dem Ministerialenstand an und besaß eine lat. Schulbildung. Wem er diente, wo er die Bildung erwarb, wer ihn förderte, ist nicht bekannt, ebenso wenig, auf welchen Ort im Südwesten sich Hartmanns »von Ouwe« als Herkunfts- oder Dienstort bezieht. H.s Werk entstand ungefähr zwischen 1180 und 1205. Die drei Lieder H.s mit Kreuzzugsthematik können auf den Kreuzzug 1189–92 oder den von 1197 deuten; über eine mögliche Teilnahme sagen sie nichts. H. führte als Erster die von Chrétien de Troyes geschaffene Form des Artusromans in die dt. Literatur ein. Sein Erec (um 1180–85), eine freie Übertragung von Chrétiens Erec et Enide, wurde zum Muster der Gattung in Deutschland. Mit seinem letzten bekannten Werk, Iwein (um 1200), ebenfalls nach Chrétien, kehrte H. noch einmal zu dieser Gattung zurück. Zwischen den beiden Artusromanen entstanden die Erzählungen Gregorius (um 1190) und Der arme Heinrich (um 1195), die höfisches Erzählen und höfische Umwelt mit religiös verstandener Schuldthematik verbinden und die optimistischen Harmonievorstellungen des Artusromans relativieren. Ein Frühwerk H.s, vor dem Erec anzusetzen, ist das so genannte Büchlein (auch als Klage bezeichnet), eine Minnelehre. Die 18 überlieferten Lieder H.s behandeln fast ausschließlich Themen aus dem Umkreis der ›Hohen Minne‹; der klagende Ton herrscht vor. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.