Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren«

Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren«. Schriften zur Kunst und Kultur

Hrsg.: Jahraus, Oliver
347 S.
ISBN: 978-3-15-018783-8
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Freud verfasste erstaunlich viele und einflussreiche literatur- und kunsttheoretische Schriften. Der Band enthält, meist in der Fassung des Erstdrucks: Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva« – Der Dichter und das Phantasieren – Die Familienromane der Neurotiker – Über den Gegensinn der Urworte – Das Motiv der Kästchenwahl – Der Moses des Michelangelo – Eine Kindheitserinnerung aus »Dichtung und Wahrheit« – Das Unheimliche – Notiz über den »Wunderblock« – Die Verneinung – Dostojewski und die Vatertötung. Ein genauer Zeilenkommentar ermöglicht es erstmals, auch die literarischen Anspielungen und Hintergründe besser zu verstehen.
Der Wahn und die Träume in W. Jensens »Gradiva« 〈1907/1912〉
Der Dichter und das Phantasieren 〈1908〉
〈Die Familienromane der Neurotiker〉 〈1909〉
Über den Gegensinn der Urworte 〈1910〉
Das Motiv der Kästchenwahl 〈1913〉
Der Moses des Michelangelo 〈1914〉
Eine Kindheitserinnerung aus »Dichtung und Wahrheit« 〈1917〉
Das Unheimliche 〈1919〉
Notiz über den »Wunderblock« 〈1925〉
Die Verneinung 〈1925〉
Dostojewski und die Vatertötung 〈1928〉

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturhinweise
Nachwort

Sigmund Freud (6.5.1856 Freiberg – 23.9.1939 London) begründet aus der systematischen Erneuerung der Psychologie die Psychoanalyse und Tiefenpsychologie und hat mit seinen Theorien große Wirkung auf Literaten wie Thomas Mann, Arthur Schnitzler oder Franz Kafka sowie auf Künstler wie etwa die Surrealisten Salvador Dali, Max Ernst oder Frida Kahlo. Freud schließt das Gymnasium 1873 mit Auszeichnung ab, studiert Medizin in Wien und hat mit 25 bereits seinen Doktortitel.
Freud erkennt in Träumen (Traumdeutung, 1900) sowie in alltäglichen Fehlleistungen wie Vergessen und Versprechen (Psychopathologie des Alltags, 1904) verdrängte Erinnerungen und Wünsche, die in das Unbewusste verschoben wurden und das Seelenleben prägen. Dieser Verdrängungsprozess sei durch den Fortschritt und dem damit einhergehenden Anspruch an den modernen Menschen, seine Triebe zu unterdrücken, noch weiter befördert worden (Das Unbehagen in der Kultur, 1930). 1923 präsentiert Freud in Das Ich und das Es erstmals das Instanzenmodell, in dem das Ich des menschlichen Individuums nicht ein Ganzes, sondern in Wahrheit aus drei Komponenten zusammengesetzt ist – ›Ich‹, ›Über-Ich‹ und ›Es‹. Weitere berühmte Publikationen Freuds sind Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (erstmals 1905), welche auch den Ödipuskomplex, die Kastrationsangst und den Penisneid behandeln. 1940 erscheint posthum mit Abriss der Psychoanalyse eine Bilanz seiner Studien.