Grünbein, Durs: Limbische Akte

Grünbein, Durs: Limbische Akte. Gedichte

Ausw. und Nachw.: Hummelt, Norbert
367 S.
ISBN: 978-3-15-018795-1
8,80 €

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Durs Grünbein, 1962 in Dresden geboren, ist noch nicht einmal Fünfzig, und hat doch schon ein großes und vor allem bemerkenswertes lyrisches – und nicht nur lyrisches – Werk aufzuweisen, für das er bereits im fröhlichen Alter von dreiunddreißig Jahren den Büchner-Preis erhielt. Aus diesem Werk hat der Herausgeber Norbert Hummelt (seines Zeichens selber Lyriker) Repräsentatives aus allen Phasen und Formen des Grünbeinschen Werks ausgewählt und in enger Abstimmung mit dem Autor selber zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen.
Grauzone morgens
Grauzone morgens
Etwas das zählt
›Die meisten hier …‹
An diesem Morgen gingen
Eine einzige silberne Büchse
An der Elbe
Verdorbene Fische
Nullbock
Eine Regung
Anderswo
Wärmeplastik nach Beuys
Tauben
Belebter Bach
Lokpumpe

Schädelbasislektion
Schädelbasislektion 1–5
Inframince
Après l’amour
French kiss
Niemands Land Stimmen
   1. Unten am Schlammgrund
   2. In Tunneln der U-Bahn
   3. Vorm Fernseher die Toten
Tag X
O Heimat, zynischer Euphon
Gedicht über Dresden
Casta Diva

Falten und Fallen
Variation auf kein Thema (Auszug)
In utero
Biologischer Walzer
Mensch ohne Großhirn
Im Museum der Mißbildungen
Meditation nach Descartes
Alba
Falten und Fallen
Das Ohr in der Uhr
Schlafl osigkeit
Einem Okapi im Münchner Zoo
Pech für den zweiten Wurf

Den Teuren Toten
Berlin. Ein Toter saß an dreizehn Wochen
Fahrlässiges Betreiben eines Heißluftföns
Nach schwerer Krankheit, einem arbeitsreichen Leben
Verzagt. – Im Schließfach eines Fernbahnhofs in Rom
In einer U-Bahn, früh am Morgen, lag ein Toter

Nach den Satiren
In der Provinz 1–5
Klage eines Legionärs aus dem Feldzug des Germanicus an die Elbe
Kleinigkeiten nach Christus und Juvenalis
   IV. Kein gutes Omen
   VI. Am Flußhafen von Aquilea
Der Misanthrop auf Capri
Hadrian hat einen Dichter kritisiert
Griechischer Abschied. Eine Stele
Kosmopolit
Daguerreotypie Baudelaire
Nach den Satiren I–IV.
Mantegna vielleicht
Grauer Sebastian
Ostrakon Dresden 1284

Erklärte Nacht
Was ist das, Frühling?
Berlin posthum
Schwarzer Mittwoch
September-Elegien 1–3
Scherenschnitt
Nostalgischer Krebs
Julia Livilla
Exedra an der Gräberstraße
Vertigo
Erklärte Nacht

Una Storia Vera
Alles Gute, Tochter
Kind im Mittagsschlaf oder Die Schule von Delft

Fröhliche Eiszeit
1–7.

Vom Schnee oder Descartes in Deutschland
1. Der Schnee von heute
7. Selbstportrait als leerer Teller
16. Über das Sehen
22. Lob der Pferde
35. Der düstere Tag

Porzellan. Poem vom Untergang meiner Stadt
1–7.

Der Misanthrop auf Capri
Präexistenz
Kleinkind in der Schüssel

Strophen für übermorgen
Spruchtäfelchen
Für die limbischen Archive
Kindheit im Diorama
Turnstunde.
Hippocampus.
Die Wachtel
Vocis Imago
Siebzehnhundert Gramm
Von den Flughäfen
Strophen für übermorgen (Auszug)
Realito
Bayerischer Platz
Hundstage
Museumsinsel.
Winterfl iege
Der Krieg aus der Nähe
Das große Weichei
Redakteurin
Was ich bin
Überquerung der Alpen
In den Schweizer Bergen
Der Astronom
Exaltationen im Schlaf
Konversation gegen drei
An der Tiberiusbrücke
»Si me amas«
Aktiv
Von der Seelenwanderung
Auf der Akropolis
Repoussoir
Calamaretti
Mimosen.
Bidet
Sonett
Ventilator

Aroma
Aroma. Opus incertum
   I
   VI
   XIII (Kleiner Sonnengesang)
   XIV
   XXIII
   XXX
   XXXIII.
   XXXV (Tanz der Vampire)
   XLI
   LIII
Tänzerin in Tivoli
Römische Häuser
Agave

Verstreute Gedichte
Astronaut im Oktober
Im Kolonnadenhof
Libellen in Liberia
Inspektor Kobold
Insel ohne Sirenen
Wenn kein Credo mehr gilt

Kurzer Bericht an eine Akademie

Anhang
Nachwort: »Es war so schwer zu sterben zwischen den Maschinen«
Textnachweise
Verzeichnis der Gedichtüberschriften und -anfänge
Durs Grünbein, 9. 10. 1962 Dresden.
G. begann 1987 mit dem Studium der Theaterwissenschaften in Berlin (Ost), brach es aber nach zwei Jahren wieder ab und lebt seitdem als freier Schriftsteller in Berlin. Die Auszeichnung durch den Georg-Büchner-Preis 1995 bestätigt die Einschätzung der Kritik, die in G. einen der bedeutendsten Lyriker der jungen Generation sieht. Die ersten Gedichtbände des in der DDR aufgewachsenen Dichters setzten sich zwar auch mit der Agonie dieses Staates auseinander, aber G., desinteressiert am »Ost-West-Marathon«, sieht die von ihm evozierte, deformierte »Grauzonenlandschaft« als Konsequenz aller technisch-industrieller Systeme. Ihre Beschreibung wird in dem Band Schädelbasislektion fortgesetzt, wobei kaleidoskopartige Langgedichte, formal komplexe, polyphone Stimmencollagen und Panoramagedichte in partiturähnlicher Versund Zeilenanordnung neben Texten stehen, die in Vers und Bildsprache der traditionellen Poetik verpflichtet sind. Langgedichte, vier große Satiren, bilden auch den Kern des Bandes Nach den Satiren: visionäre Bilder der Wirklichkeit der Großstadt. Der Band Erklärte Nacht – eine Anspielung auf Richard Dehmels Verklärte Nacht – enthält in souveräner Verfügung über die poetische Tradition Reflexionen über die Geschichte, das eigene Ich und die politische und gesellschaftliche Gegenwart. Zugleich führt G. die Form des Langgedichts weiter in einem Text über die Zerstörung Dresdens (Porzellan) und in den 42 Cantos (zu je sieben zehnzeiligen Strophen) Vom Schnee, die durchaus anschaulich von der ›Erfindung‹ des modernen Denkens handeln. Reflexionen über sein Werk bzw. das Verständnis von Kunst und Literatur in der Postmoderne enthalten seine Essays.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.