Hasenclever, Walter: Ein besserer Herr

Hasenclever, Walter: Ein besserer Herr. Lustspiel in zwei Teilen

Hrsg.: Unger, Thorsten
93 S.
ISBN: 978-3-15-018814-9
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Hasenclever wurde mit expressionistischen Dramen weltberühmt, schrieb aber auch hinreißende Komödien, wie etwa Ein besserer Herr: »Hier beginnt etwas Neues. Sachlichkeit in der Liebe«, die zum Programm erhoben und in der Komödienhandlung ausprobiert wird, so der Autor. Die amüsanten Verwicklungen enden in einem unerwarteten Happy End, das alle Planungen über den Haufen wirft. Hasenclever glückte damit eine der wenigen großartigen Komödien der deutschsprachigen Bühne.
Ein besserer Herr

Zu dieser Ausgabe
Kommentar
Literaturhinweise
Nachwort
Walter Hasenclever, 8. 7. 1890 Aachen – 22. 6. 1940 bei Aix-en-Provence.
Der aus großbürgerlich-jüdischem Haus stammende H. begann nach dem Abitur (1908) auf Wunsch des Vaters, eines Sanitätsrats, in Oxford und Lausanne Jura zu studieren (1908–09), setzte sich jedoch nach Leipzig zum Studium der Philosophie und Germanistik ab, finanziell unterstützt von der Großmutter. 1914 meldete er sich freiwillig; bis zur Einberufung 1915 studierte er in Bonn. Nach einem Urlaub kehrte er 1916 nicht mehr zur Front zurück. Er wurde in das Lazarett-Sanatorium in Dresden eingewiesen und im Herbst 1917 als nervenkrank und damit untauglich aus dem Militärdienst entlassen. Nach dem Krieg lebte er in Dresden und Berlin, von 1924 bis 1928 in Paris als Korrespondent des 8-Uhr-Abendblatts, von 1929 bis 1932 wieder in Berlin. 1930 war er in Hollywood, um an einem Drehbuch für Greta Garbo zu arbeiten; das Projekt wurde nicht verwirklicht. 1933 emigrierte H. und hielt sich meist in Südfrankreich auf (1937–38 auch in der Toscana). Er starb im Internierungslager Les Milles bei Aix-en-Provence an einer Überdosis Schlaftabletten. H.s literarhistorische Bedeutung beruht v. a. auf dem expressionistischen Frühwerk: Gedichte und Dramen, die mit der moralisch abgewirtschafteten Vätergeneration abrechnen und ekstatisch den Aufbruch zu einem (kaum konkretisierten) neuen Leben verkünden. Beispielhaft für diese Haltung, die die Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation traf, ist das Drama Der Sohn (UA 1916, Kleist-Preis 1917), das den Wandlungsprozess des jungen Protagonisten zur Freiheit des Mannes darstellt und mit der Auflehnung gegen die väterliche Machtinstanz zugleich die autoritäre Struktur der ganzen Gesellschaft in Frage stellt. Mit der Wendung zum Pazifismus und dem Einfluss von Kurt Hillers Aktivismus nahm die expressionistische Dichtung H.s politische Züge an, u. a. in den Stücken Der Retter und Antigone sowie der Gedichtsammlung Tod und Auferstehung. Aber noch vor Kriegsende hatte H. die Hoffnung auf einen revolutionären Neubeginn im Geist der Humanität aufgegeben. Anfang der 20er-Jahre begann nach einer Beschäftigung mit dem Buddhismus und mit dem Werk Emanuel Swedenborgs eine mystische Phase. Angeregt von Eindrücken in Paris wandte sich H. dann mit großem Erfolg der Gesellschaftskomödie zu. H. nutzte die Form der Komödie auch zur satirischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte sich H. mit dem Medium des Films beschäftigt und in der Folgezeit auch versucht, filmische Techniken auf die Bühne zu bringen. Während der Weimarer Republik schrieb er Drehbücher und einschlägige Essays. Sein Filmbuch Die Pest nannte H. »den ersten Filmtext, der in Buchform gedruckt wurde«. Zwei autobiographische Romane erschienen postum.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.