Hebbel, Friedrich: Tagebücher

Hebbel, Friedrich: Tagebücher

Ausgew. und hrsg.: Meetz, Anni. Nachw.: Ranke, Wolfgang
440 S.
ISBN: 978-3-15-019056-2
9,80 €

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Seit ihrem Erscheinen ab dem Jahre 1895 behaupten Hebbels Tagebücher ihren Platz in der Literaturgeschichte: Sie sind eines der frühesten und gleichzeitig eines der bedeutendsten Künstlertagebücher der deutschen Literatur. Bereits 1835 hatte Hebbel 22-jährig mit seinen Eintragungen begonnen. In einer Vorbemerkung nennt er sein Tagebuch entsprechend »Notenbuch meines Herzens« zu »meiner Erbauung in künftigen Zeiten« – ein Zeugnis, das dem Leser den großen Autor und seine Zeit näherbringt. Wolfgang Ranke hat die klassische Auswahl von Anni Meetz mit einem neuen Nachwort und einer Zeittafel versehen.
Erstes Tagebuch
1835 – Harnburg – 1836 – Heidelberg - München – 1837 – 1838

Neues Tagebuch
1839 - Hamburg, Zweiter Aufenthalt – 1840 – 1841 – 1842

Tagebuch in Kopenhagen
1843 - Reisejournal von München nach Harnburg [1839] – Kopenhagen – Harnburg

Zweites Tagebuch
Paris – 1844 – Rom - 1845 – Neapel – Rom – Wien – 1846

Drittes Tagebuch
1847 – 1848 – 1849 – 1850

Tagebuch N. 4
Aufenthalt in Hamburg, Sommer 1850 – Wien – 1851 – Rückblick auf Berlin und Harnburg [Juli 1851] – Wien – 1852 – 1853 – 1854

Fünftes Tagebuch
Marienbad – Wien – 1855 – Gmunden – Wien – 1856 –Gmunden - Wien – 1857 – 1858 – 1859

Tagebuch N. 6
1860 – 1861 – 1862 – Englische Reise [Juni 1862] – Wien – 1863 – Gmunden – Wien

Hebbels letzte Brieftasche
Zeittafel zu Hebbels Leben und Werk
Literaturhinweise
Nachwort
Friedrich Hebbel, 18. 3. 1813 Wesselburen (Dithmarschen) – 13. 12. 1863 Wien.
H., Sohn eines Maurers, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt keine höhere Schulbildung; er bildete sich, als Laufbursche und Schreiber eines Kirchspielvogts beschäftigt, autodidaktisch weiter und ging 1835 nach Hamburg, um sich auf ein Studium vorzubereiten. Hier lernte er seine spätere Geliebte Elise Lensing kennen, mit der er zwei Kinder hatte. Ein Jurastudium 1836 in Heidelberg brach er ab; nach einem Aufenthalt in München kehrte er 1839 nach Hamburg zurück. Nach seinen ersten Erfolgen ermöglichte ihm ein zweijähriges Stipendium des dän. Königs Reisen nach Paris (1843) sowie Rom und Neapel (1844). Von 1845 an lebte er in Wien, seit 1846 mit der Burgschauspielerin Christine Enghaus verheiratet. Seit 1835 führte er regelmäßig Tagebuch, das neben biographischen Informationen auch Reflexionen über Kunst und Philosophie und seine eigene Dichtung enthält. H. war in erster Linie Dramatiker; die Konflikte in seinen Stücken gründen in einer tragischen Existenzerfahrung und äußern sich im Kampf der Geschlechter oder in der Gegensätzlichkeit von historischen Epochen bzw. Kulturen. Dabei geht das Handeln des Individuums über die persönliche Sphäre hinaus und dient, unabhängig davon, in welchem Maß es mit Leiden oder Schuld verknüpft ist, einem notwendigen bzw. zwangsläufigen Geschichtsprozess, der zu einer höheren geschichtlichen Stufe führt. Mit Maria Magdalene, das den tragischen Konflikt innerhalb einer geschlossenen Kleinbürgerwelt entstehen lässt, gab er der Gattung des bürgerlichen Trauerspiels eine neue Dimension. Die Gedanklichkeit, die seine Tragödien charakterisiert, bestimmt vielfach auch H.s Lyrik, in der sich Reflexion und Gefühlsintensität, Persönliches und Allegorisches miteinander verbinden.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.