Walter, François: Geißel Gottes oder Plage der Natur?

Walter, François: Geißel Gottes oder Plage der Natur?

Vom Umgang der Menschen mit Katastrophen
2., aktual. Auflage 2016
Übers.: Butz-Striebel, Doris; Lejoly, Trésy
384 S.
ISBN: 978-3-15-020464-1
16,95 €

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Gott straft, die Natur schlägt zurück … Auch wenn sich die Art und Weise gewandelt haben mag, in der Menschen die »Kleine Eiszeit«, den Ausbruch des Vesuvs, das Erdbeben von Lissabon, den Untergang der Titanic, den Tsunami, Katrina und das Erdbeben in Haiti zu verarbeiten versuchen, so stehen doch Kulturen insgesamt angesichts von Katastrophen immer vor derselben Aufgabe: das schlechthin Sinnlose zu begreifen.

Kann man daraus lernen? Aus den Katastrophen selbst gewiss nicht, umso mehr aber aus der Kulturgeschichte der Katastrophenbewältigung.
Vorwort
Eine kulturgeschichtliche Perspektive
Die Lust an Katastrophen


I Die alten Gesellschaften sind keine Katastrophengesellschaften (16.–18. Jahrhundert)

1 Eine Theologie der Geschichte
1.1 Das Deutungsmuster der Vorsehung
1.2 Katholiken und Protestanten
1.3 Strafen oder mahnen?

2 Mehrschichtiges Wissen
2.1 Von der Vorsehung zu den Wahrscheinlichkeiten
2.2 Das physikotheologische Deutungsmuster und seine Weiterungen

3 Die bildliche Umsetzung
3.1 Das Ende der Zeiten
3.2 Die Katastrophe als Schauspiel und als Metapher für die Gesellschaft

II Wechselfälle der Natur und soziale Bedrohungen (von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg)

4 Lissabon und der Blitzableiter
4.1 Die Erfindung des Blitzableiters
4.2 Das Erdbeben, ein literarisches Motiv?
4.3 Von der Plage zur Katastrophe

5 Geißel Gottes oder Plage der Natur?
5.1 Was ist nur aus der Vernunft geworden?
5.2 Der Schock der Cholera
5.3 Die gesellschaftliche Funktion der Medien
Von der Predigt zur Zeitschrift
Eine naturalistische Ideologie
Die Immoralität der Natur


6 Die prometheische Kultur
6.1 Die wissenschaftliche Einbildungskraft
6.2 Die Ästhetik der Katastrophe
6.3 Die neuen Risiken und ihre Vorwegnahme

7 Die Apokalypse des Ersten Weltkriegs
7.1 Die Zukunftserwartung um 1900
7.2 Der Krieg in der Kunst
7.3 Welches Volk hat Gott erwählt?

III Die Gesellschaft des Risikos und des Ungewissen (von 1918 bis heute)

8 Das Jahrhundert der Weltendämmerung
8.1 Vom Alibi der Natur zu einer neuen Schuldzuweisung
8.2 Das Jahrhundert der Kriege und der Atomkraft
Der Zweite Weltkrieg und das absolute Böse
Das Ende der Geschichte


9 Die neuen Risikokulturen
9.1 Vom Risiko des Einzelnen zur Risikogesellschaft
9.2 Tabu, Sünde und Risiko
Religiosität und Heiligkeit
Eine hartnäckige Tendenz: die Wiederkehr der Deutungsmuster

9.3 Schutz, Prävention und Vorsorge

10 Die Pathologien der Hyperorganisation
10.1 Ein erneuter Wandel in der Wahrnehmung?
10.2 Die Ungewissheit bewältigen

11 Die Streuung der Ängste
11.1 Die Kunst der Katharsis
11.2 Neue globale Bedrohungen
11.3 Kritische Ökologie als Philosophie

12 Der Alarmismus hat Hochkonjunktur
12.1 Die neuen Propheten
12.2 Eine neue Schimäre
12.3 Aufgeklärter Katastrophismus
12.4 Die Spirale der Desaster

Schluss

Anhang
Anmerkungen
Im Text erwähnte Ereignisse
Literaturhinweise
Personenverzeichnis
Ortsregister

Zum Autor
François Walter ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Genf.