Seume, Johann Gottfried: Mein Leben

Seume, Johann Gottfried: Mein Leben

Nebst der Fortsetzung von G. J. Göschen und C. A. H. Clodius. Hrsg.: Drews, Jörg. 216 S.
ISBN: 978-3-15-001060-0
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Seumes Mein Leben zählt, so kurz und fragmentarisch der Text auch ist, zu den berühmten Autobiographien der Goethezeit. Den Lebenserinnerungen des Bauernsohns, des Offiziers niederen Ranges, des späteren Sprachlehrers und Schriftstellers Seume fehlt alles Intime, Stimmungen in der Erinnerung Auskostende. Seume liefert keine psychologisierende Selbstzergliederung, sondern ein klipp und klares Porträt.
Mein Leben
Fortsetzung von G. J. Göschen
Fortsetzung von C. A. H. Clodius
Anhang: Seume an Wieland. Eine autobiographische Skizze

Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturhinweise

Nachwort
Johann Gottfried Seume, 29. 1. 1763 Poserna (Sachsen) – 13. 6. 1810 Teplitz (Böhmen).
Der Sohn eines verarmten Bauern begann, unterstützt von dem Grafen Hohenthal, 1780 mit dem Studium der Theologie in Halle, brach es aber ein Jahr später nach der Lektüre freigeistiger Schriften ab. Auf dem Weg nach Paris wurde er von hessischen Werbern ergriffen und vom Landgrafen an England zum Einsatz in den amerikanischen Kolonien verkauft. Als er im September 1782 in Halifax ankam, war der Unabhängigkeitskrieg im Wesentlichen entschieden. Ein Jahr später wurde S. nach Bremen zurückgeschickt; er floh, geriet aber in preußische Hände, bis er sich durch eine Kaution befreien konnte. Unterstützt von seinem adeligen Gönner, studierte er ab Herbst 1787 Jura, Philosophie, Philologie und Geschichte und habilitierte sich 1792. Als Sekretär des russischen Generals Igelström gelangte er 1792–94 nach Russland und Polen (und in polnische Gefangenschaft). Zurückgekehrt nach Leipzig, lebte er zunächst als Hauslehrer, dann als Lektor oder Korrektor bei Göschen in Grimma, wo er u. a. die Werkausgaben von F. G. Klopstock und C. M. Wieland betreute. Am 6. 12. 1801 brach er zu seiner Reise nach Sizilien auf, die ihn – größtenteils zu Fuß – über Prag, Wien, Venedig, Rom und Neapel nach Syrakus führte und auf dem Rückweg einen Abstecher nach Paris einschloss. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er wieder als Hauslehrer, schrieb für Zeitschriften und unternahm eine große Reise nach Polen, Russland und Skandinavien (1805). Er starb bei einem Kuraufenthalt in Teplitz, den ihm Freunde finanzierten. Aus seinem literarischen Werk – u. a. Aphorismen, das klassizistische Trauerspiel Miltiades, Gedichte und zahlreiche politische Schriften – ragen die Reisebeschreibungen, insbesondere die italienische, heraus. S. ist kein Kunstreisender. Für den kritischen Aufklärer ist das antike Italien nur die Folie, vor der die Unzulänglichkeiten und die Armut der Gegenwart, verschuldet von der Kirche (Rom erscheint als »Kloake der Menschheit«) und den Feudalherrn, nur umso sichtbarer werden.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.