Lenau, Nikolaus: Gedichte

Lenau, Nikolaus: Gedichte

Hrsg.: Steinecke, Hartmut. 176 S.
ISBN: 978-3-15-001449-3
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»Ich will mich selber ans Kreuz schlagen, wenn's nur ein gutes Gedicht gibt« natürlich nicht ernst gemeint, zeigt der Satz aber doch, wie wichtig Lenau seine Lyrik war, wie er ja überhaupt, von der Briefprosa und einigen Rezensionen abgesehen, ein reiner »Versdichter« war.
An einen Tyrannen - Bettlers Klage - Nach Süden - Die Werbung - Das Mondlicht - Die Zweifler - Die Heideschenke - Himmelstrauer - Nächtliche Wanderung - Bergäbnis einer alten Bettlerin - Unmut - Bitte - Nebel - Das Posthorn - Herbstklage - Herbstgefühl - In der Schenke - Frage - Am Grabe eines Ministers - Schilflieder - Die Wurmlinger Kapelle - An die Melancholie - Im Frühling - Abschied - Auf ein faß zu Öhringen - Frühlings Tod - Die Rose der Erinnerung - Meeresstille - An mein Vaterland - Primula veris - Der Postillion - Der Indianerzug - Trauer - Herbstentschluß - Herbst - Wenn ich verachte heimliches Veschwören - Der Polenflüchtling - Aus! - Wandel der Sehnsucht - Die drei Indianer - Einsamkeit - Meine Furcht - Mischka - Wunsch - Niagara - Verschiedene Deutung - An den Tod - Vorwurf - Der Seelenkranke - Der schwere Abschied - Hypochonders Mondlied - An - Täuschung - An* - Der Salzburger Kirchhof - Die drei Zigeuner - An einen Tadler - Kompetenz - Auf meinen ausgebälgten Geier - Das Blockhaus - Vision - Der schwarze See - Willst du auf die Ferne wirken - Ihr kriegt mich nicht nieder - Einsamkeit - Der Kranich - Herbstgefühl - Frage nicht - Des Teufels Lied vom Aristokraten - Beethovens Büste - Der Räuber im Bakony - Laß mich ziehn! - Das Kreuz - Mischka an der Marosch - Auf eine holländische Landschaft - Die Drei - Veränderte Welt - An Karl Mayer - Waldlieder - Die Korybanten - Verlornes Glück - Eitel nichts! - Blick in den Strom
Nikolaus Lenau (d. i. Nikolaus Franz Niembsch, seit 1821 Edler von Strehlenau), 13. 8. 1802 Csastád (heute: Lenauheim) bei Temesvár (Banat; bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil Ungarns) – 22. 8. 1850 Oberdöbling bei Wien.
Der Sohn einer verarmten Offiziersfamilie verbrachte Kindheit und Jugend in Pest, Tokaj, Wien und Stockerau bei Wien, wo die wohlhabenden Großeltern wohnten, die dann auch sein Studium finanzierten. Sein Großvater erhielt Ende 1820 die beantragte Anerkennung des urkundlich nicht mehr nachweisbaren Adelstitels der Familie, den L. wenig später erbte und daraus sein Pseudonym als Dichter bildete. Er studierte, mehrfach Studienort (Preßburg, Wien, Ungarisch-Altenburg, Wien, Heidelberg) und Studienfach (Jura, Philosophie, Landwirtschaft, Medizin) wechselnd, von 1822 bis 1832, ohne zu einem Abschluss zu kommen. 1831 reiste er nach Württemberg und nahm Beziehungen zu den Autoren des »Schwäbischen Dichterkreises« auf; G. Schwab vermittelte ihm erste Veröffentlichungen bei Cotta. Der Versuch, 1832–33 in Amerika einen neuen Anfang zu machen, scheiterte; seine Erfahrungen gingen u. a. in F. Kürnbergers Roman Der Amerika-Müde (1855) ein. L. führte in den nächsten Jahren ein unstetes Leben zwischen Württemberg und Wien, löste mehrere Verlobungen nacheinander und erlitt schließlich 1844 einen Schlaganfall, zeigte Symptome des Wahnsinns und lebte danach in Heilanstalten in Stuttgart und schließlich Oberdöbling. L. war als Dichter v. a. Lyriker; auch seine Versepen und dramatischen Szenen zeigen eine starke lyrische Prägung. Zentrum des lyrischen, von großer Musikalität getragenen Schaffens bildet die Naturlyrik; Grundton ist Trauer, Melancholie, Weltschmerz, die Naturbilder evozieren Vergänglichkeit, Verfall, Einsamkeit, Tod. Daneben stehen politische Gedichte, die für die europäischen Freiheitsbewegungen (Polenlieder), für Demokratie, Liberalismus und Emanzipation eintreten. Seine Versepen und episch-dramatischen Mischformen wie Faust zeigen ebenfalls die beiden Seiten des L.schen Schaffens: Neben Dichtungen des Weltschmerzes und des Nihilismus stehen – besonders aggressiv in den Albigensern – engagierte politische Anklagen.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.