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Autorinformation – Leseprobe – Pressestimmen
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Gsella, Thomas: Ins Alphorn gehustet. Gedichte143 S. ISBN: 978-3-379-00849-5 |
"Der Ami weiß nichts von Kultur./ Fragt man nach Joyce, dann patzt er./ Der Ami frißt rund um die Uhr,/ und eines Tages platzt er."
Vorurteile über Völker sind saudumm, aber auch saukomisch – zumal wenn ein "Meister" wie Thomas Gsella ( Spiegel ) sie in Reime fasst. Der hier präsentierte Reigen polemischer Gedichte nimmt nicht nur die Völker der Welt von A wie Amis über E wie Eskimos bis zu Z wie andere Zausel aufs Korn, sondern auch Rechtsabbieger, Raucher, Abseitstore, Männershorts und deutsche Eisenbahnen. Werner Schneyder rühmte Thomas Gsellas "Charme, Witz und sprachliche Brillanz", die Jury des Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreises für Lyrik zeichnete Gsella 2004 aus, weil er "sehr persönliche Töne gefunden hat, dem Ernst des Lebens jene komischen Momente abzugewinnen, die uns Leser für die Dauer eines ebenso inspirierten wie überprüfbar gut gemachten Gedichts die Erdenschwere vergessen lassen".
Vorurteile über Völker sind saudumm, aber auch saukomisch – zumal wenn ein "Meister" wie Thomas Gsella ( Spiegel ) sie in Reime fasst. Der hier präsentierte Reigen polemischer Gedichte nimmt nicht nur die Völker der Welt von A wie Amis über E wie Eskimos bis zu Z wie andere Zausel aufs Korn, sondern auch Rechtsabbieger, Raucher, Abseitstore, Männershorts und deutsche Eisenbahnen. Werner Schneyder rühmte Thomas Gsellas "Charme, Witz und sprachliche Brillanz", die Jury des Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreises für Lyrik zeichnete Gsella 2004 aus, weil er "sehr persönliche Töne gefunden hat, dem Ernst des Lebens jene komischen Momente abzugewinnen, die uns Leser für die Dauer eines ebenso inspirierten wie überprüfbar gut gemachten Gedichts die Erdenschwere vergessen lassen".
Autorinformation
Thomas Gsella, geboren 1958, schreibt seit 1992 für die Satirezeitschrift Titanic, deren Chefredakteur er ab Herbst 2005 sein wird.
Seine Gedichte erscheinen in taz, FAZ, FR, Tagesspiegel, SZ-Magazin, WDR, SWR.
Thomas Gsella, geboren 1958, schreibt seit 1992 für die Satirezeitschrift Titanic, deren Chefredakteur er ab Herbst 2005 sein wird.
Seine Gedichte erscheinen in taz, FAZ, FR, Tagesspiegel, SZ-Magazin, WDR, SWR.
Leseprobe
Zum Geleit
Weil Vorurteile so beknackt
wie die sind, die sie pflegen,
gedachte ich, im Artefakt
sie mal aufs Kreuz zu legen.
Ich schulterte ihr Leichtgewicht
und warf’s in je drei Strophen.
Ich dachte mir, im Reimgedicht
wärn sie noch mehr die Doofen.
So dachte ich. Und geb’s nun zu:
Ich häng voll in den Seilen –
und bin wie, lieber Leser, du
randvoll mit Vorurteilen!
Der Deutsche
Den Deutschen eint von Nord bis Süd
die Vielzahl der Talente:
der Lagerbau, der Genozid,
das Bier, die Riesterrente.
Die Toten trägt er mit Grandesse,
die Mütze mit ’nem Bommel.
Die Tochter weint um Rudolf Heß,
der Sohn um Erwin Rommel.
Der Vater will als Arier
seit je die Welt erretten.
Heut heißt er Vegetarier
und schmiedet Lichterketten.
Der Eskimo
Es war einmal in Afrika:
Ein Affe zog gen Norden
und ist, nach Darwins Regular,
zum Eskimo geworden.
Nun säuft er Schnee und mümmelt Eis
und haßt des Sommers Gluten:
Ab null Grad wird es ihm zu heiß,
da hüpft er in die Fluten
und taucht der Robbe hinterher,
sie totzuharpunieren.
Die Robbe mag das Spielchen sehr,
so gern spielt sie mit Tieren.
Letztes Wort an alle
Wenn Bayern wieder Meister wird,
dann hör ich auf zu dichten
und werde kühl und ungeniert
die ganze Welt vernichten.
Kurzum: Wenn Bayern Meister wird,
dann kommt auch meine Stunde.
Dann wird der Globus ausradiert,
und ihr geht vor die Hunde.
Drum macht, daß es ein andrer wird.
Sonst laß ich’s Schreiben bleiben
und werde kühl, doch passioniert
euch allesamt entleiben.
Zum Geleit
Weil Vorurteile so beknackt
wie die sind, die sie pflegen,
gedachte ich, im Artefakt
sie mal aufs Kreuz zu legen.
Ich schulterte ihr Leichtgewicht
und warf’s in je drei Strophen.
Ich dachte mir, im Reimgedicht
wärn sie noch mehr die Doofen.
So dachte ich. Und geb’s nun zu:
Ich häng voll in den Seilen –
und bin wie, lieber Leser, du
randvoll mit Vorurteilen!
Der Deutsche
Den Deutschen eint von Nord bis Süd
die Vielzahl der Talente:
der Lagerbau, der Genozid,
das Bier, die Riesterrente.
Die Toten trägt er mit Grandesse,
die Mütze mit ’nem Bommel.
Die Tochter weint um Rudolf Heß,
der Sohn um Erwin Rommel.
Der Vater will als Arier
seit je die Welt erretten.
Heut heißt er Vegetarier
und schmiedet Lichterketten.
Der Eskimo
Es war einmal in Afrika:
Ein Affe zog gen Norden
und ist, nach Darwins Regular,
zum Eskimo geworden.
Nun säuft er Schnee und mümmelt Eis
und haßt des Sommers Gluten:
Ab null Grad wird es ihm zu heiß,
da hüpft er in die Fluten
und taucht der Robbe hinterher,
sie totzuharpunieren.
Die Robbe mag das Spielchen sehr,
so gern spielt sie mit Tieren.
Letztes Wort an alle
Wenn Bayern wieder Meister wird,
dann hör ich auf zu dichten
und werde kühl und ungeniert
die ganze Welt vernichten.
Kurzum: Wenn Bayern Meister wird,
dann kommt auch meine Stunde.
Dann wird der Globus ausradiert,
und ihr geht vor die Hunde.
Drum macht, daß es ein andrer wird.
Sonst laß ich’s Schreiben bleiben
und werde kühl, doch passioniert
euch allesamt entleiben.
Pressestimmen
Wie Gsella Komik in Melancholie umschlagen läßt, hinter Coolness Momente von Gefühl hervorblitzen läßt, das hat Format. Gsella beherrscht sein lyrisches Handwerk und wenn ihn dann noch die Muse küßt, ist er umwerfend gut und umwerfend lustig.
Die Welt
"Vorurteile können halt zum Lachen sein, und lyrischer Humor ist eine der Möglichkeiten, um altes Denken zu einem Witz zu machen.
Die Liebe, das Bier und das Rauchen, Roland Koch, die Klimaerwärmung und der Schiedsrichterskandal, Singles im Café und das 'Wasserpuppenballett zu Hanoi': Allenthalben und querbeet entdeckt Thomas Gsella komische Zufälle und possierliche Momente, hält sie in komplizierten Zweizeilern, saloppen Sonetten und geschmeidigen Terzinen fest."
Der Tagesspiegel
"Gute Gelegenheitsgedichte und fabelhafte Fußballsonette. Sehr zu empfehlen!"
Neue Ruhr Zeitung
"Das Buch ist voller Vorurteile. Allerdings ist es nicht die Intention des Autors, damit Feindschaften zu schüren. Er entmachtet die Vorurteile dadurch, dass er sie durch seine übertriebene und gereimte Form ins Lächerliche überspitzt. Wer auch über eigene Vorurteile lachen kann, wird das Buch genießen können. Denn das Vorurteile sehr humorvoll sein können, das beweist Gsella fantastisch in seinem Buch."
Hannoversche Allgemeine
"Hier gibt es viele ausgereifte Gedichte, dazu Parodien, Nonsens pur und Polemiken gegen die Völker der Welt. Für diese nahrhaften Geistesfrüchte verdient der Autor Lob."
Heilbronner Stimme
"Gsella ist in erster Linie Parodist, in zweiter Linie Kenner von Parodien und aus der dritten Reihe hustet er uns was. Gar wunderbar schafft er es, in jeweils drei Vierzeilern alle Vorurteile der weißen Männer zu verdichten."
Eulenspiegel
Wie Gsella Komik in Melancholie umschlagen läßt, hinter Coolness Momente von Gefühl hervorblitzen läßt, das hat Format. Gsella beherrscht sein lyrisches Handwerk und wenn ihn dann noch die Muse küßt, ist er umwerfend gut und umwerfend lustig.
Die Welt
"Vorurteile können halt zum Lachen sein, und lyrischer Humor ist eine der Möglichkeiten, um altes Denken zu einem Witz zu machen.
Die Liebe, das Bier und das Rauchen, Roland Koch, die Klimaerwärmung und der Schiedsrichterskandal, Singles im Café und das 'Wasserpuppenballett zu Hanoi': Allenthalben und querbeet entdeckt Thomas Gsella komische Zufälle und possierliche Momente, hält sie in komplizierten Zweizeilern, saloppen Sonetten und geschmeidigen Terzinen fest."
Der Tagesspiegel
"Gute Gelegenheitsgedichte und fabelhafte Fußballsonette. Sehr zu empfehlen!"
Neue Ruhr Zeitung
"Das Buch ist voller Vorurteile. Allerdings ist es nicht die Intention des Autors, damit Feindschaften zu schüren. Er entmachtet die Vorurteile dadurch, dass er sie durch seine übertriebene und gereimte Form ins Lächerliche überspitzt. Wer auch über eigene Vorurteile lachen kann, wird das Buch genießen können. Denn das Vorurteile sehr humorvoll sein können, das beweist Gsella fantastisch in seinem Buch."
Hannoversche Allgemeine
"Hier gibt es viele ausgereifte Gedichte, dazu Parodien, Nonsens pur und Polemiken gegen die Völker der Welt. Für diese nahrhaften Geistesfrüchte verdient der Autor Lob."
Heilbronner Stimme
"Gsella ist in erster Linie Parodist, in zweiter Linie Kenner von Parodien und aus der dritten Reihe hustet er uns was. Gar wunderbar schafft er es, in jeweils drei Vierzeilern alle Vorurteile der weißen Männer zu verdichten."
Eulenspiegel
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