Schwitters, Kurt:

Schwitters, Kurt: "Eile ist des Witzes Weile"

Eine Auswahl aus den Texten. Hrsg.: Weiss, Christina; Riha, Karl. 160 S. 21 Abb.
ISBN: 978-3-15-008392-5
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Kurt Schwitters, 20. 6. 1887 Hannover – 8. 1. 1948 Kendal (England).
Nach dem Abitur 1908 studierte Sch., dessen Eltern ein Modegeschäft besaßen, zunächst an der Kunstgewerbeschule Hannover, dann 1909–14 an der Akademie der bildenden Künste in Dresden. Im Krieg setzte man ihn, da untauglich, 1917 als Zeichner in einer Maschinenfabrik ein. 1918 wurden Werke von Sch. zum ersten Mal ausgestellt (in H. Waldens »Sturm«-Galerie). Zeitweise arbeitete Sch. als Werbeberater für Firmen und die Stadt Hannover, wo er bis zu seiner Emigration (1937 Norwegen, seit 1940 England) in seinem Elternhaus wohnte. Im Dritten Reich wurden seine Bücher verbrannt, seine Bilder als »entartete Kunst« vorgeführt. Ausgangspunkt seiner Arbeiten war die Avantgarde seiner Zeit mit ihrer Forderung einer Verbindung von Leben und Kunst. Sch. erfand für seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Literatur und der bildenden Kunst die Bezeichnung »MERZ«, gebildet aus der zweiten Silbe des Wortes Kommerz. Literarisch orientierte er sich zunächst am Expressionismus, v. a. an der »Wortkunst« A. Stramms, erschloss sich aber dann durch experimentelle Textmontagen und -collagen, visuelle Texte und (virtuos auf Rezitationsabenden vorgetragene) Lautgedichte (z. B. Ursonate) neue Formen. Seine Arbeiten zeigen Affinitäten zum Dadaismus; den Berliner Dadaisten war er allerdings zu unpolitisch. Charakteristisch für die MERZ-Kunst ist die Montage vorgefundener, disparater Materialien; sie verbindet und variiert die an sich banalen Elemente nach immer neuen Organisationsprinzipien zu autonomen Kunstgebilden. Eine andere Möglichkeit besteht in der Reduktion des dichterischen Gebildes auf einen einzigen Buchstaben (verwirklicht im ›i-Gedicht‹). Sein neben der Ursonate bekanntestes literarisches Werk ist das Gedicht An Anna Blume, dessen fiktive Adressatin mehreren Gedicht- bzw. Textsammlungen den Namen gab. Mit den MERZ-Heften (1923–32) schuf er sich ein eigenes Forum für seine Arbeit.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.