Voltaire: Philosophisches Taschenwörterbuch

Vorzugsausgabe
Nach der Erstausgabe von 1764 erstmals vollst. ins Deutsche übers. von: Oppenheimer, Angelika
Nachw.: Moland, Louis
Hrsg.: Bauer, Rainer
Hochwertige Sonderausstattung: auf spezialgeglättetem Naturpapier Schleipen Fly gedruckt, ledergebunden in Wintan Safia, Rot, von Winter & Company mit Goldprägung, Fadenheftung, Lesebändchen. Format 12,5 x 20,5 cm
444 S.
ISBN: 978-3-15-011316-5
98,00 €

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Einmalige nummerierte und auf 300 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe

Voltaire, der »geistreiche Spötter« – kaum ein Klischee über große Literaten ist so verbreitet. Doch das lässt den französischen Denker weit zu harmlos erscheinen. Geistreich und ironiebegabt war Voltaire gewiss, doch mild lächelnder Spott war seine Sache nicht. Er konnte scharf und ätzend sein, wo er sich engagierte. »Écrasez l’infâme« war sein Schlachtruf – »Zerschmettert alles Niederträchtige«.

Das Dictionnaire philosophique portatif, das 1764 erstmals erschien, ist alles andere als ein Nachschlagewerk. Es ist eine klare Abrechnung mit Dummheit, Fanatismus, Borniertheit und Intoleranz. In 73 Stichworten kann man lernen, was eine kritische, undogmatische Geisteshaltung ausmacht. Man kann von ihm lernen, was das Engagement eines Schriftstellers vermag. Und dass Engagement und literarische Qualität einander nicht ausschließen – eine kluge Kampfschrift, von der noch heute Impulse ausgehen können.

Der Literaturkritiker Denis Scheck bezeichnete es zu Recht als Skandal, dass das Philosophische Taschenwörterbuch nur in einer Auswahlausgabe auf Deutsch erhältlich sei. Diese Ausgabe macht die deutschsprachige Literaturwelt nun um einen Skandal ärmer.
Vorwort und Hinweise zur Benutzung

Philosophisches Taschenwörterbuch
Abraham
Âme – Seele
Amitié – Freundschaft
Amour – Liebe
Amour nommé Socratique – Sokratische Liebe (Homosexualität)
Amour propre – Eigenliebe
Ange – Engel
Anthropophages – Menschenfresser
Apis
Apocalypse – Apokalypse
Athée, Athéisme – Atheist, Atheismus

Baptême – Taufe
Beau, Beauté – Schön, Schönheit
Bêtes – Tiere
Bien. Souverain bien – Das Gute. Das höchste Gut
Tout est bien – Alles ist gut
Bornes de l’esprit humain – Die Grenzen des menschlichen Geistes

Caractère – Charakter
Certain, Certitude – Gewiss, Gewissheit
Chaîne des évènements – Die Kette der Ereignisse
Chaîne des êtres créés – Die Kette der geschaffenen Lebewesen
Le ciel des anciens – Der Himmel in der Antike
Circoncision – Beschneidung
Corps – Körper
De la Chine – Über China
Catéchisme chinois – Chinesischer Katechismus
Catéchisme du Japonais – Katechismus des Japaners
Catéchisme du curé – Katechismus des Landpfarrers
Christianisme – Christentum
Convulsions – Zuckungen
Critique – Kritik

Destin – Schicksal
Dieu – Gott

Égalité – Gleichheit
Enfer – Hölle
États, Gouvernements – Staats- und Regierungsformen
D’Ézechiel – Über Ezechiel

Fables – Fabeln
Fanatisme – Fanatismus
Fausseté des vertus humaines – Die Falschheit der menschlichen Tugenden
Fin, Causes finales – Zweck und Zweckursachen
Folie – Verrücktheit
Fraude – Betrug

Gloire – Ruhm
Grâce – Gnade
Guerre – Krieg

Histoire des rois juifs, et paralipomènes – Geschichte der jüdischen Könige und Paralipomena

Idole, Idolâtre, Idolâtrie – Götzenbild, Götzendiener, Götzendienst

Jephté – Jephta
Inondation – Überflutung
Joseph – Josef

De la liberté – Über die Freiheit
Des lois – Über die Gesetze
Lois civiles et ecclésiastiques – Staatliche und kirchliche Gesetze
Luxe – Luxus

Matière – Materie
Méchant – Böse
Messie – Messias
Métamorphose, Métempsychose – Verwandlung, Seelenwanderung
Miracles – Wunder
Moïse – Mose

Patrie – Vaterland
Pierre – Petrus
Préjugés – Vorurteile

Religion
Résurrection – Auferstehung

Salomon
Sensation – Sinnliche Wahrnehmung
Songes – Träume
Superstition – Aberglaube

Tirannie – Tyrannei
Tolérance – Toleranz

Vertu – Tugend

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Personenverzeichnis
Nachwort von Louis Moland
Alphabetisches Verzeichnis der deutschen Stichwörter

Die Reihenfolge der Artikel folgt der französischen Originalausgabe; siehe dazu das Vorwort.
Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet; 21.11.1694 Paris – 30.5.1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, gilt als einer der herausragenden und produktivsten Akteure der Aufklärung. Der Sohn eines Notars ging auf ein Jesuitenkolleg und studierte ab 1711 Jura. Entgegen dem Willen seines Vaters, der eine juristische Laufbahn für Voltaire vorgesehen hatte, wurde Voltaire Schriftsteller. Wegen seiner Spottverse auf Philipp II. wird er 1717 inhaftiert und verbringt elf Monate in der Bastille. 1726 bis etwa Anfang 1729 lebt er in England im Exil, wo er die Lehren John Lockes und Isaac Newtons kennenlernt, die sein Denken stark prägen. Voltaire wird als großer Freigeist und feingeistiger Denker ebenso verehrt, wie er wegen seiner Polemik und Streitbarkeit verhasst ist. Eine kirchliche Beerdigung in Paris wird dem Kirchengegner verwehrt. Mit viel List gelingt Verwandten eine Beisetzung in der Abtei von Sellières. 1791 wird Voltaire ins Panthéon nach Paris überführt.
Voltaire verfasste über 700 Texte, darunter Dramen (Ödipus, Cäsars Tod, Der Fanatismus oder Mohammed der Prophet), Epen (Die Liga, Die Henriade), Gedichte (Gedicht über die Katastrophe von Lissabon, Zadig oder Das Schicksal) und Prosa (Candid oder Die Beste der Welten, Der Freimütige). Das in diesen Texten maßgebliche humanistische Gedankengut formuliert Voltaire in seinen 1833 erstmals erscheinenden Lettres philosophiques (dt. Philosophische Briefe) als offenen Angriff auf Kirche und Staat. 1756 beendet Voltaire seine siebenbändige Universalgeschichte Essai sur les moeurs et l`esprit des nations, depuis Charlemagne jusqu`à nos jours (dt. Über den Geist und die Sitten der Nationen). In seinem Dictionnaire philosophique portatif (dt. Philosophisches Taschenwörterbuch) aus dem Jahr 1764 präsentiert Voltaire mit beißendem Zynismus eine vorläufige Zusammenfassung seiner philosophischen, naturwissenschaftlichen und sozialpolitischen Ideen. Sein Credo Écrasez l’infâme (dt. Zerschmettert alles Niederträchtige) wurde zum Motto der Aufklärung und ist heute ein Emblem für Meinungsfreiheit und Toleranz. Die große Wertschätzung des Philosophen in Frankreich lässt sich anhand der französischen Bezeichnung für das 18. Jahrhundert erkennen: Dort heißt es ›Le siècle de Voltaire‹ (›Das Jahrhundert Voltaires‹).

Die Übersetzerin:
Angelika Oppenheimer, geb. 1946, studierte Philosophie, Romanistik und Psychologie und übersetzte u. a. Condillacs Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis.
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