Hesse, Helge: Die Welt neu beginnen

Leben in Zeiten des Aufbruchs 1775 bis 1799
Originalausgabe
Geb. mit Schutzumschlag, Lesebändchen. Format 13,5 x 21,5 cm
431 S.
ISBN: 978-3-15-011280-9
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Im berauschenden Vierteljahrhundert zwischen 1775 und 1799 brachen die Menschen in ein neues Zeitalter auf. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg und die Französische Revolution etablierten ein neues Menschenbild – frei und gleich sollte der Mensch plötzlich sein! Technik, Kunst und Gesellschaft vollzogen ungeahnte Fortschritte. Die moderne Welt des Westens entstand.
Doch wie erlebten George Washington und Marie Antoinette diese umwälzenden Jahre? Was riskierten Goethe und Schiller, wovon träumten Weltumsegler oder Pioniere der Luftfahrt, womit haderten Kant und Napoleon? In einer mitreißenden Tour d’Horizon folgt dieses Buch prominenten Lebenswegen, die sich oft auf verblüffende Weise kreuzten; es erzählt von Freunden und Feinden, Abenteuern und Innovationen, Triumph und Scheitern. In vielen Schlüsselmomenten wird erfahrbar, wie sich in Deutschland, England, Frankreich und den gerade entstehenden USA die gesellschaftlichen Fundamente und Werte bildeten, die unsere Welt bis heute prägen und stets neu verhandelt werden müssen.
Auftakt

Einige Personen der Handlung

1775 – Weg mit den Fesseln!
1776 – Mit neuem Blick auf neue Wege
1777 – Anstrengungen
1778 – Namen geben, Zeichen setzen
1779 – Eisen, Strand und Sterne
1780 – Theater und Oper
1781 – Kant zermalmt und baut
1782 – Stürmen und Drängen
1783 – In die Luft
1784 – Asche und Schnee
1785 – Dazwischen
1786 – Höher! Weiter! Tiefer!
1787 – Auf Reisen
1788 – Abschied, Anfang, Rückkehr
1789 – Meuterei und Revolution
1790 – Nach dem Beben
1791 – Verfassungen und Verwerfungen
1792 – Wege in den Abgrund
1793 – Prozesse
1794 – Terror
1795 – Aufräumen, ordnen
1796 – Moderne Medizin
1797 – Zauber der Geschwindigkeit
1798 – Nach- und Vordenken
1799 – Kreise schließen sich

Was aus ihnen wurde

Literaturhinweise
Helge Hesse, geboren 1963, studierte Philosophie und Wirtschaftswissenschaften. Er verfasste zahlreiche erfolgreiche Sachbücher zu kulturellen, historischen und philosophischen Themen. Sein Bestseller Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In 85 Sätzen durch die Weltgeschichte wurde in 14 Sprachen übersetzt. Hesse lebt als freier Autor und Publizist in Düsseldorf.

Drei Fragen an Helge Hesse


Portrait_Helge_Hesse
Sie erzählen vom Ende des 18. Jahrhunderts als einer Zeit des Aufbruchs. Was geschah in dieser Zeit ?
1775 fiel, wie es Ralph Waldo Emerson ausdrückte, »der Schuss, der um die ganze Welt gehört wurde«. Aus dem Drang zur Freiheit begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Ein ähnlicher Freiheitsdrang führte wenig später zur Französischen Revolution, die 1799 damit endete, dass Napoleon die Macht übernahm. In der Zeit dazwischen schufen die Menschen wesentliche Fundamente der modernen Welt des Westens. Und zwar aus dem Geist der Aufklärung und aus dem Kern der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, die feststellte, »dass alle Menschen gleich erschaffen wurden«.

Was eint die Entwicklungen in Politik und Gesellschaft, in den Wissenschaften und Künsten?
In allen Lebensbereichen brach sich eine zuvor schon gewachsene Kultur des Fortschritts auf dramatische Weise Bahn. Vernunft und Tatkraft zählten mit einem Male mindestens ebenso viel wie Herkunft und Glauben. Freiheit war nun mindestens ebenso wichtig wie Tradition. Natürlich gab es auch Motive wie Gier oder falsches Sendungsbewusstsein. Doch vor allem ist mir in der Recherche ein neuer, grenzüberschreitender Wissensdurst begegnet.

Veränderte sich auch der Mensch?
Vor allem die Stellung des Menschen in der Welt veränderte sich. Das Individuum rückte in den Mittelpunkt. Deswegen ist es mir so wichtig, diese Zeit aus der Perspektive der Menschen zu erzählen, die sie erlebten. Ich begleite ihre Lebensläufe mit einem Blick über ihre Schultern, spüre ihrem Alltag, ihren Schicksalen und oft überraschenden Verbindungen, Freundschaften und Feindschaften nach.
Es ist der Versuch, von einer vergangenen Zeit so zu erzählen, als wären wir dabei und wüssten nicht, wie es weiterging.
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»Nicht Daten oder abstrakte Schlagwörter vermitteln die brodelnde Zeit, sondern Szenen, die Hesse so geschickt miteinander verschraubt, dass das Nichterzählte von selbst augenfällig wird. […] Die schnellen Wechsel entfalten beim Lesen Serienaspekt: Man will wissen, wie es weitergeht. […] Hesse macht begreiflich, dass Revolutionäres einen Anfang braucht, ein Wurzelbett: Aufbruch ist kein punktuelles Ereignis, sondern eine förmlich greifbare Stimmung.«
(Insa Wilke, WDR3 »Gutenbergs Welt«, 03.04.2021)

»Ein Buch, das man zumindest mit einem sinnierenden Lächeln aus der Hand legen dürfte.«
(Ina Rottscheidt, Deutschlandfunk »Andruck«, 15.03.2021)