Nietzsche, Friedrich: Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben

Nietzsche, Friedrich: Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben

Hrsg.: Figal, Günter
151 S.
ISBN: 978-3-15-018637-4
4,60 €

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Nietzsches zweite seiner Unzeitgemäßen Betrachtungen ist nicht nur für Philosophen wichtig, sondern beeinflusste mindestens ebenso stark das Nachdenken über Geschichte. Die "Historien-Schrift", wie sie oft genannt wird, ist "leicht, nicht selten ironisch, temperamentvoll, auch überredend, oft sogar mitreißend" und "führt direkt ins Zentrum von Nietzsches Philosophie", so der Herausgeber Günter Figal.
Ein kundiges Nachwort führt in das Werk und seine Rezeption ein. Erstmals werden dabei die oft literarischen Anspielungen und Bezüge in einem eigenen Zeilenkommentar aufgeschlüsselt.
Friedrich Nietzsche (15.10.1844 Röcken bei Lützen [Sachsen] – 25.8.1900 Weimar) prägte mit seiner Philosophie ganze Generationen von Literaten, zu deren bekanntesten Thomas Mann gehört. Bereits während seiner Altphilologie-Professur in Basel zwangen ihn gesundheitliche Probleme 1879 in die Frühpensionierung. Dies gilt als Auftakt einer langen Krankheitsgeschichte, die mit dem berühmten Zusammenbruch in Turin 1889 einen Höhepunkt findet. Als Grund wird eine Progressive Paralyse als Folge einer Syphilis-Erkrankung ausgemacht. Kern von Nietzsches »Philosophie mit dem Hammer« ist die Auflösung aller starren Denkmuster. Diese verdichtet sich in prägnanter Weise in einer Mischform aus Prosa und Lyrik – den Aphorismen. Seine frühe Einsicht, dass es keine absoluten Wahrheiten und Werte gibt, führte ihn zum Nihilismus und zur »Umwertung aller Werte«. Diese gipfelt in seinem Spätwerk Also sprach Zarathustra in einer Überwindung aller Schranken und mündet in absoluter Lebensbejahung. Maßgeblich hierfür ist der von ihm geformte Begriff des »Übermenschen«.