Marquard, Odo: Der Einzelne. Vorlesungen zur Existenzphilosophie

[Was bedeutet das alles?]
Originalausgabe
Hrsg.: Wetz, Franz Josef
247 S.
ISBN: 978-3-15-019086-9
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In seiner Vorlesung über Existenzphilosophie spricht Odo Marquard Themen an, die er in dieser Form in seinen Schriften noch nicht behandelt hat: Im Mittelpunkt stehen Philosophen wie Kierkegaard, Heidegger und Sartre. Aber auch Aristoteles, Schopenhauer und andere kommen zu Wort. Am ausführlichsten geht er auf Kierkegaard ein, dessen überaus komplexe Philosophie er auf den Punkt bringt. »Zu den formalen Besonderheiten dieser Vorlesungen gehört, dass der Leser hier an der allmählichen Entstehung philosophischer Ideen teilhaben darf« (F. J. Wetz). Die Zeitlosigkeit der Themen, ihre originelle Behandlung und der faszinierende Denkstil dieses »Transzendental-Belletristen«, wie Marquard sich gern selbst bezeichnet, machen den Wert dieser Erstveröffentlichung aus.
Vorbemerkung

I. Das Problem der doppelten Existenzphilosophie: Telosschwund und Abdankung der Wesensbegriffe
1. Zwei Existenzprobleme
2. Das Ende Gottes und die Opposition von Wissenschaftswelt und Lebenswelt
3. Die Abdankung der Wesensbegriffe, die »Inversion der Teleologie« und die ungesättigte Sinnfrage

II. Die Krise der Reteleologisierung und die Existenzphilosophie Kierkegaards
1. Die geschichtsphilosophische Wiederherstellung teleologischer Transzendenz
2. Kierkegaards Stadienlehre
3. Das Sacrificium essentiae
4. Der Gesichtspunkt für Kierkegaards Wirksamkeit als Schriftsteller

III. Die Krise der Reessentialisierung und die Existenzphilosophie Heideggers
1. Die Reessentialisierung durch den phänomenologischen Platonismus
2. Der Primat der Existenz und die phänomenologische Chronologie
3. Der existenzphilosophische Problemrest, der Weg in den Dezisionismus und in die Hermeneutik

Nachwort des Herausgebers
Odo Marquard (26.2.1928 Stolp – 9.5.2015 Celle) war Professor für Philosophie an der Universität Gießen. Zuvor hatte er Philosophie, Germanistik und Theologie an den Universitäten Münster und Freiburg studiert. Von 1984 bis 1987 war Marquard zudem Präsident der ›Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland‹. Marquard gilt zu Recht als einer der scharfsinnigsten Essayisten unter den Philosophen. Sein ebenso pointierter wie polemischer und humoristischer Stil prägte sein Werk, das er selbst mit einem Augenzwinkern (in Anlehnung an Immanuel Kant) als ›Transzendentalbelletristik‹ bezeichnete. Die Möglichkeiten der Philosophie sah er kritisch, sprach von Kompetenzverlust und schuf das Wortungetüm Inkompetenzkompensationskompetenz für die Bemühungen des Faches. Ironisch führte er aus, ›Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt‹. Unverrückbar verteidigte er die Geisteswissenschaften. Den Menschen verstand er als Mangelwesen, als homo compensator. In philosophischer Skepsis befasst sich Marquard in Abschied vom Prinzipiellen mit der Endlichkeit des Menschen. Sammlungen seiner Essays liegen etwa unter den Titeln Zukunft braucht Herkunft, Philosophie des Stattdessen, Individuum und Gewalteinteilung oder Skepsis in der Moderne vor. Marquard erhielt wichtige Preise, etwa den hochangesehenen Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa sowie den Cicero-Rednerpreis.