Čechov, Anton: Dama s sobačkoj. Tri Rasskaza. Die Dame mit dem Hündchen. Drei Erzählungen

Russ. Hrsg.: Schneider, Martin
86 S.
ISBN: 978-3-15-019817-9
4,60 €

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Wie seine Dramen empfinden wir auch Čechovs Prosa als fast zeitlos modern: er gibt keine Lösungen, sondern stellt die Fragen in richtiger Weise. Auch in den vorliegenden drei Geschichten: Objektivität prägt die berühmte Erzählung Dama s sobačkoj, in der zwei Menschen, ohne mit ihren Ehepartnern zu brechen, durch die Liebe zueinander verändert werden; der Čelovek v futljare (Mensch im Futteral) wird in seinen selbstgesetzten Zwängen bis ans bittere Ende lakonisch gezeigt; und wenn der Waisenjunge Van ҆ka seinen hilfesuchenden Brief an den Großvater ohne Anschrift in den Kasten wirft, so überlässt Čechov auch in dieser Geschichte (die Tolstoj besonders liebte) die Deutung uns Lesern.

Ungekürzte und unbearbeitete Texte in der Originalsprache, mit Übersetzungen schwieriger Wörter am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen.
Дама с собачкой
Чeлoвек в футляре
Ванька

Editorische Notiz
Zeittafel
Literaturhinweise
Nachwort
Anton Pawlowitsch Tschechow (29. Januar 1860 Taganrog – 15. Juli 1904 Badenweiler) ist einer der produktivsten russischen Schriftsteller des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Sohn eines kleinen Kaufmanns verfasste in den 23 Jahren seiner schriftstellerischen Laufbahn über 600 literarische Werke. Tschechow praktiziert als Arzt häufig unter Verzicht auf Bezahlung und nutzt seine medizinisch geschulte Beobachtungsgabe für seine gesellschaftlichen, oft ironischen Charakterstudien. Als prägend erweist sich ein dreimonatiger Aufenthalt in der als Strafkolonie genutzten Insel Sachalin im Rahmen einer Volkszählung im Jahre 1890. Seine Dramen wie Die Möwe, Der Kirschgarten, Drei Schwestern, Iwanow oder Onkel Wanja sind menschennahe, tragikkomische Aufarbeitungen seiner Beobachtungen. Mit seinen kurzen, pointierten Erzählungen wie Der Mann im Futteral, Die Dame mit dem Hündchen oder Die Wette hat er großen Einfluss auf das Genre der modernen Kurzgeschichte.
Tschechow wurde zu Lebzeiten dreimal ausgezeichnet: 1888 Puschkin-Preis, 1899 mit dem Sankt-Stanislaus-Orden dritten Grades, seine ab 1900 bestehende Mitgliedschaft in der Akademie der Wissenschaften legte er aus Protest in den Tumulten um Maxim Gorki wieder ab. 1990 wurde Tschechow anlässlich seines 130. Geburtstages mit einer sowjetischen 1-Rubel-Gedenkmünze geehrt. Seit 1983 trägt der Asteroid Chekhov seinen Namen.