Roth, Joseph: Hiob

Roth, Joseph: Hiob. Roman eines einfachen Mannes

Hrsg.: Wagener, Hans
227 S.
ISBN: 978-3-15-018532-2
4,60 €

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Hiob war Roths erster durchschlagender Erfolg als Autor – und bildet zusammen mit dem ein Jahr später erschienenen Radetzkymarsch auch den künstlerischen Höhepunkt seines Schaffens: Der kleine Lehrer Mendel Singer erfährt großes Leid, wendet sich gegen seinen Gott und findet erst in Amerika am Ende seines Lebens nach der wundersamen Wiedervereinigung mit seinem totgeglaubten Sohn wieder zurück zu seinem Glauben. Nicht nur stellt der »Roman eines einfachen Mannes«, so der Untertitel, dabei ein exemplarisches Schicksal dar, sondern ist gleichzeitig ein Denkmal für die vernichtete Kultur des ostjüdischen Shtetls. Der Text folgt der Buchausgabe von 1930. Nachwort und ein vollständig neuer Kommentar geben Hilfen zum Verständnis besonders des jüdischen Hintergrundes.

Zu diesem Text gibt es eine Ausgabe in der Reihe Reclam XL - Text und Kontext: XL 19129 Roth, Joseph: Hiob.
Hiob. Roman eines einfachen Mannes

Anhang
Zu dieser Ausgabe
Anmerkungen
Literaturhinweise
Nachwort
Joseph Roth, 2. 9. 1894 Brody (Galizien) – 27. 5. 1939 Paris.
Nach dem Besuch der jüdischen Gemeindeschule und des dt. Gymnasiums in Brody (1905–13) studierte der Sohn eines chassidischen Juden Germanistik und Philosophie in Lemberg und Wien. 1916–18 war er Soldat in Galizien und kehrte Ende 1918 nach Wien zurück. Er schrieb für Zeitungen in Wien, Berlin, Prag und Frankfurt; für das Feuilleton der Frankfurter Zeitung unternahm er verschiedene Reisen (Frankreich, Sowjetunion, Albanien, Italien, Polen). 1933 emigrierte er nach Paris, hielt sich aber auch längere Zeit in Amsterdam und Ostende auf. Nach einer Reihe von Zeitromanen im Umkreis der Neuen Sachlichkeit, beginnend mit dem 1923 nur als Zeitungsroman erschienenen Spinnennetz und mit Hotel Savoy, erzielte R. seinen literarischen Durchbruch mit Hiob, einem Roman der Heimatlosigkeit und der Glaubenskrise. R. erzählt vom Leben und von den Prüfungen Mendel Singers und von der sich allmählich auflösenden Welt des galizischen Judentums. Den Blick zurück teilt dieses Werk mit den folgenden Romanen Radetzkymarsch und Die Kapuzinergruft, die die Abwendung von der unmittelbaren Zeitgeschichte fortsetzen: Die Geschichte der Familie von Trotta von der Schlacht von Solferino (1859) bis zum »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich wird zu einem von Melancholie geprägten Abgesang auf die Donaumonarchie. Zugleich stilisiert R. hier wie in späteren Erzählungen die alte Ordnung zu einem Gegenbild der herrschenden Barbarei.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.