Heyse, Paul: L´Arrabbiata. Das Mädchen von Treppi

Heyse, Paul: L´Arrabbiata. Das Mädchen von Treppi

Hrsg.: Pörnbacher, Karl. 104 S.
ISBN: 978-3-15-008301-7
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Zwei Novellen, zweimal in italienischem Licht ein Mann und eine Frau, zweimal ein Widerstreit von Absichten und Leidenschaften, idealisiert gestaltet - und dank der formalen Meisterschaft Heyses auch eine Illustration der gattungserläuternden Falkentheorie.

Im Anhang: Beiträge zur Novellentheorie
Paul Heyse (seit 1910: von), 15. 3. 1830 Berlin – 2. 4. 1914 München.
Der Sohn eines Professors für Klassische Philologie schloss sein Studium der Romanistik (Berlin, Bonn) 1852 mit der Promotion in Berlin ab. Ein preußisches Stipendium ermöglichte ihm 1852–53 einen Italienaufenthalt. Er kehrte nach Berlin zurück, um sich zu habilitieren, folgte 1854 jedoch der Einladung König Maximilians II. v. Bayern nach München, wo seine einzige wohldotierte Pflicht darin bestand, zu schreiben und an den wöchentlichen Symposien des Königs teilzunehmen. Daneben gründete er mit E. Geibel die Dichtervereinigung der »Krokodile«. Sein Haus – 1874 zog er mit seiner großen Familie in eine Neo-Renaissance-Villa – wurde zu einem Treffpunkt der geistigen Elite Münchens. Obwohl er sich am Hof als überragende literarische Autorität behauptete, war er kein kritikloser Fürstendiener. Auf seine Jahrespension verzichtete er 1868 demonstrativ aus Solidarität mit benachteiligten Künstlern. 1910 erhielt H. als erster dt. Dichter den Literaturnobelpreis. H. zählte zu den erfolgreichsten Dichtern seiner Zeit; im Gedächtnis geblieben ist nur seine Novellentheorie (»Falkentheorie«). Sein ungemein umfangreiches Werk umfasst mehr als 60 Dramen und rund 150 Novellen, dazu Romane, Gedichte, Übersetzungen aus dem Italienischen und Spanischen. Charakteristisch ist ein formaler und sprachlicher Klassizismus, thematisch geht es meist um Probleme der Liebe und Leidenschaft, wobei das Geschehen auf psychologisch-moralische Konfliktsituationen, individuelle Probleme oder das Schicksal reduziert wird und gesellschaftliche oder historische Aspekte kaum eine Rolle spielen. Für die Entfernung vom prosaischen Alltag sorgen vielfach ital. Schauplätze. Obwohl H.s Ehrgeiz v. a. dem Theater galt, liegen seine bedeutendsten Leistungen auf dem Gebiet der Novellistik.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.