Ringelnatz, Joachim: Gedichte

Ringelnatz, Joachim: Gedichte

Ausw. u. Nachw.: Pape, Walter. 128 S.
ISBN: 978-3-15-009701-4
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"Denn ein rechter Kerl muß jedes Wetter vertragen / Und nur auf Gott und seinen Kaptein vertraun. / Und sollte dir jemand was andres sagen, / Dem mußt du deine Seekiste über den Bregen haun." Eine Devise von Kuttel Daddeldu, übermittelt durch Hans Bötticher, der sich Joachim Ringelnatz nannte und zu den populärsten modernen deutschen Lyrikern gehört. Die kleine, aber repräsentative Auswahlausgabe von Walter Pape dokumentiert die mitreißende Rollenlyrik im Seemannston, die nachdenklichen Exempel literarischen Kabaretts, die manchmal gar nicht netten Kindergedichte, und auch die ausgesprochen unsentimentalen Erkundungen des Alltags und der Subjektivität.
Ich werde nicht enden zu sagen - Freude - Die Schnupftabaksdose - Ein männlicher Briefmark erlebte was Schönes - Die Ameisen - Es bildete sich ein Gemisch - An einem Teiche - Logik - Turner-Marsch - Klimmzug - Freiübungen - Am Barren - Ringkampf - Wettlauf - Box-Kampf - Zum Wegräumen der Geräte - Kniebeuge - Felgeaufschwung - Bumerang - Vom Seemann Kuttel Daddeldu - Daddeldus Lied an die feste Braut - Seemannstreue - Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu - Kuttel Daddeldu besucht einen Enkel - Seemannsgedanken übers Ersaufen - Kuttel Daddeldu und die Kinder - Das Geschwätz in der Bedürfnisanstalt in der Schellingstraße - Die Lumpensammlerin - Das Geseires einer Aftermieterin - Chansonette - Stimme auf einer steilen Treppe - Worte eines durchfallkranken Stellungslosen in einen Waschkübel gesprochen - Wenn ich allein bin - Ansprache eines Fremden an eine Geschminkte vor dem Wilberforcemonument - Abendgebet einer erkälteten Negerin - Nachtgalle - Von einem, dem alles danebenging - Feierabendklänge eines einhändigen Metalldrehers an seine Frau mit preisgekrönten Beinen - Vier Treppen hoch bei Dämmerung - Frühlingsanfang auf der Bank vorm Anhalter Bahnhof - Abzähl-Reime - Maikäfermalen - Himmelsklöße - Das Doktor-Knochensplitter-Spiel - Eine Erfindung machen - Sich interessant machen - Volkslied - Betrachtungen in einer Bahnhofswartehalle - Cassel - Im Park - Berlin - Frankfurt am Main - Leipzig - Guter Rausch - Die Strömung - Berlin (An den Kanälen) - Kürzeste Liebe - Aufgebung - Nächtlicher Heimweg - Schnee - Aus meiner Kinderzeit - Überall - Frühling hinter Bad Nauheim - Augsburg - Ich habe dich so lieb - Alte Winkelmauer - Schenken - Schlummerlied - Seepferdchen - Olaf Gulbransson - Trüber Tag - Was willst du von mir? - Heimatlose - Gedicht in Bi-Sprache - Komm, sage mir, was du für Sorgen hast - Genau besehn - An M. - An den Mann im Spiegel - An meinen Kaktus - Flugzeuggedanken - Freunde, die wir nie erlebten - An der Alten Elster - Kindergebetchen - An ein startendes Flugzeug - Aus der Vogelkunde - Mein Wannenbad - Lebhafte Winterstraße - Zu dir - Sehnsucht nach Berlin - Meine alte Schiffsuhr - 7. August 1929 - Kleine Lügen und auch kleine Kinder - Das ABC ist äußerst wichtig - Der Klapperstorch hat krumme Beine - Der Spanier lebt in fernen Zonen - Und der Osterhase legt - Sechs Beine hat der Elefant - Kind, spiele! - Beinchen - Nie bist du ohne Nebendir - Die Guh gibt Milch und stammt aus Leipzig - Unter Wasser Bläschen machen - Kinder, spielt mit einer Zwirnsrolle! - Den Unterschied bei Mann und Frau - Arm Kräutchen - Kinder, ihr müßt euch mehr zutrauen! - Bist du schon auf der Sonne gewesen - Kindersand - Kinder weinen - Silvester bei den Kannibalen - Die neuen Fernen - Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben - Liedchen - Schlimme Stimmung - Pfingstbestellung - Morgenwonne - Sommerfrische - Gedenken an meinen Vater - Es lohnt sich doch - Heimliche Stunde - Der Abenteurer - Ein Liebesnacht-Wörtchen - Am Sachsenplatz: die Nachtigall - Im Aquarium in Berlin - Die Träumer in der Untergrundbahn - Weiß nicht mehr, was ich sagen wollte - Warten auf ein Weißnichtwas - Ein Liebesbrief - Wenn es unversehens ganz finster wird - Schiff - Nichts geschieht - Und auf einmal steht es neben dir - Ehrgeiz - Spute dich! - Landregen - Und ich darf noch - Psst!
Joachim Ringelnatz (d. i. Hans Bötticher), 7. 8. 1883 Wurzen bei Leipzig – 17. 11. 1934 Berlin.
Der Sohn eines Tapetenentwerfers und Jugendbuchautors besuchte Gymnasium (Schulverweis) und Privatschule in Leipzig bis zur Obersekunda, fuhr dann 1901–05 als Schiffsjunge, Matrose und Einjährig-Freiwilliger bei der Marine zur See und arbeitete anschließend in den unterschiedlichsten Berufen. 1909 hatte er im Schwabinger Künstlerlokal »Simplicissimus« seine ersten Kabaretterfolge und wurde so etwas wie der Hausdichter des Etablissements. 1914–18 diente er bei der Kriegsmarine. Nach dem Krieg konnte er nach anfänglichen Schwierigkeiten seine Kabarettlaufbahn in Hans v. Wolzogens »Schall und Rauch« in Berlin und auf zahlreichen Tourneen fortsetzen, wobei seine Vortragskunst dem Absatz seiner Bücher zugute kam. 1933 erhielt er Aufführungsverbot; er starb, verarmt, an Tuberkulose. R.s Leben als Seemann schlug sich in einer Reihe von Erinnerungsbüchern und Erzählungen nieder. Die Seemannsfigur Kuttel Daddeldu seiner Kabarettlyrik machte ihn berühmt. Er erschloss der Lyrik neue Gegenstandsbereiche (Turnen, Fliegen, Artistik, Seemannsleben), die er – komisch-skurril und ernst zugleich – mit verquerer Logik und sprachlichem Erfindungsreichtum behandelte.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.