Wagner, Heinrich Leopold: Die Kindermörderin (EPUB)

Wagner, Heinrich Leopold: Die Kindermörderin
(E-Book)

Ein Trauerspiel
Hrsg.: Fechner, Jörg-Ulrich
EPUB (mit unsichtbarem Wasserzeichen).
Für E-Reader/Tablet/Smartphone/PC/Mac.
Zur Umfangsorientierung: Buchausgabe hat 175 S.
ISBN: 978-3-15-960965-2
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Heinrich Leopold Wagner gehörte zum Kreis der Sturm-und-Drang-Dichter und schuf mit der »Kindermörderin« ein Beispiel der neuen Gattung des bürgerlichen Trauerspiels, das nicht nur seine tragischen Helden aus dem Bürgertum bezieht. Darüber hinaus werden soziale Differenzen durch die Darstellung der Milieus und durch die Sprache der Personen abgebildet. Schließlich entstehen die Konflikte selber aus Standesunterschieden heraus und werden auch als Standeskontroversen bewertet.
Heinrich Leopold Wagner, 19. 2. 1747 Straßburg – 4. 3. 1779 Frankfurt a. M.
Der Sohn eines Kaufmanns studierte von 1767 an zunächst Theologie in Halle, dann Jura in Straßburg, wo er Goethe, J. H. Jung-Stilling und J. M. R. Lenz kennen lernte. 1773–74 nahm er aus finanziellen Gründen eine Hofmeisterstelle in Saarbrücken an, wurde aber des Landes verwiesen, als er sich in einen Streit seines Arbeitgebers mit dem Fürsten einmischte. Über Gießen gelangte er 1775 nach Frankfurt, kehrte jedoch nach Straßburg zurück, um sein Studium abzuschließen (Dr. jur. 1776). Er ließ sich in Frankfurt als Advokat nieder, heiratete und starb kurz nach dem Tod seiner Frau an Tuberkulose. Als Schriftsteller nahm W. verschiedene Anregungen auf. Er versuchte sich an einem komisch-satirischen Roman in der Nachfolge der Engländer, schrieb rokokohafte Verserzählungen, verteidigte in einer Farce den Werther, übersetzte aus dem Französischen und Englischen, darunter eine antiklassizistische dramaturgische Schrift Louis-Sébastien Merciers, und leistete mit den sozialkritischen Schauspielen Die Reue nach der That und Die Kindermörderinn zwei wesentliche Beiträge zur Dramatik des Sturm und Drang. Sie zeichnen sich durch milieugetreue Schilderungen und eine auch sprachlich differenzierte Personenzeichnung aus. Bewertet werden die aus Standesunterschieden bzw. Standesdünkel resultierenden Konflikte aus entschieden bürgerlicher Sicht.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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