Am 31. Mai 2026 feiert die Literaturwelt ein ganz besonderes Jubiläum: den 100. Geburtstag von James Krüss. Geboren auf der vom Meer umspülten Nordseeinsel Helgoland, wuchs er ganz in der Tradition seines friesischen Urgroßvaters auf, der ihm die Liebe zum Fabulieren und Reimen in die Wiege legte. Aus dem kleinen Inseljungen wurde einer der bekanntesten und erfindungsreichsten Geschichtenerzähler unserer Zeit. Wer meint, James Krüss Gedichte seien nur etwas für das Kinderzimmer, unterschätzt die poetische Raffinesse und die feine Ironie seiner Werke. Entdecken Sie Krüss neu: Seine humorvollen Verse, klugen Zitate und meisterhafte Nonsens-Literatur entfalten gerade für erwachsene Leser:innen eine ungeahnte Vielfalt – eine literarische Hommage an einen Autor, der bewies, dass wahre Sprachkunst keine Altersfreigabe braucht.
Die Wurzeln dieser Sprachkunst liegen in seiner zweisprachigen Kindheit auf Helgoland, wo er, geboren am 31. Mai 1926, mit friesischem „Halunder“ und Hochdeutsch aufwuchs. Der Zweite Weltkrieg beendete diese Zeit jäh: Nach Evakuierung und Kriegsdienst musste Krüss 1945 feststellen, dass seine Heimatinsel durch Bomben völlig zerstört worden war. Vielleicht trieb ihn gerade dieser Verlust dazu an, sich literarisch neuen, phantasievollen Welten zu widmen.
Nach dem Krieg schloss er zwar ein Lehramtsstudium ab, entschied sich aber gegen den Beruf. Wie sein Mentor Erich Kästner treffend sagte, wurden beide „den Lehrern untreu und hielten den Kindern die Treue“. Krüss zog 1949 nach München, wo seine Karriere rasant an Fahrt aufnahm. Gefördert von Kästner entstanden dort Klassiker wie „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ und „Timm Thaler“. Sein Schaffen war dabei eng mit Weggefährten verwoben: Komponist Christian Bruhn vertonte seine Texte, mit Dramatiker Peter Hacks reimte er auf Reisen um die Wette, und Udo Jürgens nahm in den 70ern Platten mit Krüss-Gedichten auf. Um dem wachsenden Medienrummel zu entfliehen, verließ der Autor 1966 den Kontinent und kaufte ein Haus auf Gran Canaria. Dort lebte er mit seinem Partner, dem Tänzer Dario Perez, blieb literarisch höchst produktiv und war endlich wieder das, was er im Herzen stets war: ein Insulaner. James Krüss verstarb am 2. August 1997 im Alter von 71 Jahren. Seine Asche kehrte dorthin zurück, wo alles begann, und wurde vor der Küste seiner geliebten Heimatinsel Helgoland dem Meer übergeben.
Poesie zum Verschenken und Selbstbehalten
Wenn Möpse Schnäpse trinken, dann ist James Krüss nicht weit. Seine unvergesslichen Verse prägten Generationen, doch sein Name ist ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei sind seine Gedichte für Kinder, Erwachsene und andere Leute zeitlose Alltagsfluchten voller Sprachwitz und Ironie. Wir feiern den großen Wortkünstler zu seinem 100. Geburtstag mit einer Neuausgabe seines "Der Wohltemperierten Leierkasten" – ungekürzt, im gelben Klassikergewand und mit den nostalgischen Illustrationen der Erstausgabe.
Janina Vogel
Lektorin
Krüss in der Universal-Bibliothek
Zum 100. Geburtstag von James Krüss erscheint mit James Krüss für alle Lebenslagen die erste exklusive Sammlung für Erwachsene. Entdecken Sie die besten Gedichte, Geschichten und Zitate des legendären Sprachkünstlers vereint in einem Band. Ein Fest der Phantasie voller Witz und Weisheit – abgerundet durch ein persönliches Nachwort von Tilman Spreckelsen.
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