Wietschorke, Jens: Wien – Berlin. Wo die Moderne erfunden wurde

Originalausgabe
Geb. mit Schutzumschlag. Format 13,5 × 21,5 cm
345 S. 24 Abb.
ISBN: 978-3-15-011442-1
26,00 €

inkl. MWSt., ggf. zzgl. Versandkosten
Versandkostenfrei in D ab einem Bestellwert von EUR 25

Versand zwischen Samstag, 20.07.2024, und Dienstag, 23.07.2024. Informationen zu Bestellung, Vertragsschluss, Zahlung, Widerruf

Ausgezeichnet als »Wissenschaftsbuch des Jahres« 2024

Die spannende Rivalität zweier Metropolen

Berlin ist arm, aber sexy? Wien dagegen gemächlich, traditionsbewusst und ein wenig morbide? Die beiden Großstädte wurden schon immer miteinander verglichen – und sie wetteiferten oft leidenschaftlich miteinander. Insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Zeit der klassischen Moderne, lockten die zwei Metropolen Künstlerinnen, Schauspieler und Exzentriker aller Art an, die sich bisweilen zwischen den so gegensätzlichen Städten kaum entscheiden konnten.
Jens Wietschorke nimmt die faszinierende Beziehungsgeschichte der beiden Metropolen etwas genauer unter die Lupe und entdeckt dabei so Überraschendes wie Vergnügliches.

Aus der Laudatio »Wissenschaftsbuch des Jahres« 2024:
»Der Ethnologe und Kulturwissenschaftler Jens Wietschorke nimmt diese rivalisierenden Zentren in den Fokus – politisch, kulturell, geistesgeschichtlich – und beschreibt elegant und klug argumentierend dieses Wechsel- und Abgrenzungsverhältnis inklusive seiner Wissens- und Kulturtransfers. Was den Autor jedoch vor allem interessiert, ist ein vergleichender analytischer Blick eines ›Zirkulationsprozess zwischen Klischee und Wirklichkeit‹. So entsteht ein Kaleidoskop der deutschsprachigen Moderne, das vieles neu beleuchtet und in beiden Städten bis heute wohl gehütete Ressentiments dekonstruiert. Eine überaus erhellende Untersuchung von Klischees und stereotyp tradierten Vorstellungen!«

Der Große Gatsby

Der Große Gatsby

Der Große Gatsby

Der Große Gatsby

INHALT


01 Klischee und Wirklichkeit
Ein kulturelles Magnetfeld
A Tale of Two Cities
Die Stadt auf der Couch
Schefflers Berlin
Wie viel Wirklichkeit steckt im Klischee?

02 Konturen einer Städtekonkurrenz
Zwei Residenzstädte
Capua und Spree-Athen
Satiren und Antithesen
Zweierlei Gründerzeit
Rodenbergs Sommer in Wien
Wien oder Berlin?
Das Spiel der Vergleiche

03 Der glatte und der gekerbte Raum
Berlin aus der Landschaft gesehen
Wiener Topographien
Gerade Straßen, krumme Gassen
Soziale Oberflächen: Pflaster und Asphalt
Drinnen und draußen

04 Berliner Tempo und Wiener Gemüt
Das Abenteuer Berlin
Die schnellste Stadt der Welt
Slow Down You Crazy Child!
Figuren der Stadt – von Girardi bis Waldoff
Berliner Lieder
und Wiener Lieder
Phantasien über das weibliche Wien

05 Ein Feuilletonstoff par excellence
Zwei »Halbheiten deutschen Wesens«
Die grauen und die goldenen 1920er Jahre
Spiegelreflexe im Journalismus
Die Stadt, die Talente frisst
Gastronomische Blickwechsel
Was nicht im Baedeker steht

06 Leben und Schreiben zwischen den Städten
Musikstädte im Wettstreit
Krenek geht, Eisler bleibt
Die Übersetzung der Stadt in Literatur
Vom Konzertverein in den Boxklub
Canettis Sommer in Berlin
Fluchten nach Wien

07 Wiener Wirbel im Kulturbetrieb
Die Erfindung der Moderne und: Das Wiener Theater erobert Berlin
Stars und Sternchen
Kulturthema Wien
Operettenkönige
Kampf um die Stadt

08 Transformationen einer Städtekonkurrenz
Hitler ante Portas
Zerschlagene Stadtkultur:
Wien und Berlin im Exil
Abschied von alten
Gegensätzen
Wiener Dissident:innen in Westberlin
»Wien ist anders« und »be Berlin«
Da capo: Klischee und Wirklichkeit

Anmerkungen
Literaturhinweise
Abbildungsnachweis
Register
Widmung und Dank
Jens Wietschorke, geb. 1978, ist Kulturwissenschaftler und lehrt am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München. Bei Reclam erschien zuletzt sein Band 1920er Jahre. 100 Seiten.
Zum Herunterladen einer PDF-Leseprobe klicken Sie bitte hier.
»Es gibt wohl kaum eine vollständigere Sammlung der Vorstellungen, Albträume, Klischees, Phantasien und Illusionen, die in Wien und Berlin über die jeweils andere Stadt im Schwange gewesen sind.«
(Stephan Wackwitz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2023)

»Ein mit Lust zu lesender Langessay«
(Herbert Wiesner, Die Literarische WELT, 04.06.2023)