Fragen zum Buch

Oliver Kobold hat uns drei Fragen zu seinem neuen Buch Ich singe um mein Leben beantwortet.


Wie sind Sie bei der Arbeit an diesem Buch vorgegangen?

Das Buch ist entstanden aus meinen im Lauf der Zeit abgespeicherten Erinnerungen an Meys Platten und Konzerte; aus dem Leben mit diesen Liedern (denn das kann man: Man kann mit diesen Liedern erwachsen und älter werden, man kann seine eigenen Erfahrungen mit den von Mey besungenen vergleichen, und zwar in fast jedem Lebensabschnitt); aus, natürlich, langen Stunden der Recherche; und – nicht zuletzt – aus dem Vorsatz, ein Porträt vorzulegen, das Reinhard Meys Werk als das würdigt, was es ist: eine überwältigend reiche, mehr als sechs Jahrzehnte umfassende Chronik der Gefühle.

Ihr Buch spannt den Bogen von den frühen Chansons bis zur Gegenwart. Wie hat sich Reinhard Meys Blick auf das Leben – auf Themen wie Haltung, Trost und die Zerbrechlichkeit des Glücks – im Laufe dieser 60-jährigen Karriere verändert?

»In meinen Liedern will ich von einfachen Dingen erzählen, vom Leben, von der Liebe, vom Tod«, schrieb Mey schon 1967. Dass sich die grundsätzliche Haltung, mit der das nun schon so lange geschieht, nicht geändert hat, macht die Zeitlosigkeit dieser Lieder aus. Sie eint dieselbe Menschenfreundlichkeit; dieselbe Neugier, mit der dem Alltag begegnet wird; dasselbe Festhalten an Hoffnung. Mey musste sich entlang des Weges nicht neu erfinden, er musste auch nichts widerrufen. Er brauchte keine Comebacks, denn er war immer da. Weil in diesen Liedern Existenzielles zur Sprache kommt, können immer neue Generationen sie für sich entdecken – ob es nun um den Verlust der Liebe geht wie in »In meinem Garten«, um die Sehnsucht nach Freiheit wie in »Über den Wolken« oder um die Angst vor Krieg wie in »Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht«.

Gab es während der Arbeit an Ihrem Buch einen Moment oder einen Songtext von Reinhard Mey, der Sie persönlich besonders stark berührt oder geprägt hat?

Es war wohl der Moment, als aus der Vermutung Gewissheit wurde, dass 2026 mit »Schatzhausert« ein neues Album von Reinhard Mey erscheinen würde, sein dreißigstes. Ein besonderes zumal, hat Mey doch erstmals seit Mitte der 1960er Jahre wieder eine Platte ganz alleine eingespielt. Diese neuen Lieder zu hören und noch genug Zeit zu haben, über sie zu schreiben, nicht als hastig angefügtes Postskriptum, sondern mit der Ausführlichkeit, die sie verdienen, war ein großes Glück. 


Buchtipp

Reinhard Mey – ein Porträt

Ein inspirierendes Porträt, das nicht zuletzt von Meys Mut handelt, unbeirrt eigene Wege zu gehen.

»Mey ist immer wiedererkennbar geblieben – in seinen Liedern, seiner Haltung, seiner Menschenfreundlichkeit.«
Oliver Kobold

Details zum Buch