Übersicht über aktuelle Veranstaltungen
07.05.2026 18:00 Uhr Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar
Buchvorstellung und Gespräch mit Annette Seemann und Paulina Ebmeier
Inmitten der schwäbischen Provinz, fernab neugieriger Blicke, führt eine hartherzige, geldgierige Hebamme ein Frauenheim. Ledige Frauen, die unbemerkt ein Kind zur Welt bringen möchten, finden hier eine Zuflucht. Auch die Schriftstellerin Cornelie Reimann sucht diesen Ort auf. Doch dann der Schreck: Im Heim, von seinen Bewohnerinnen schmerzvoll als „Tränenhaus“ bezeichnet, herrschen raue Zustände. Vermehrt erleben die Bewohnerinnen rohe Schikanen und gesellschaftliche Verachtung. Cornelie erkennt, dass ihr Wunsch, eine selbstbestimmte Mutter zu sein, einen hohen Preis hat.
118 Jahre nach dem Erscheinen wird Reuters Roman in einer Neuauflage veröffentlicht, versehen mit einem Nachwort von Annette Seemann. Eindrucksvoll rekonstruiert Seemann die Entstehung jenes skandalumwitterten, mutigen Romans und unterstreicht die Aktualität seines Themas, das „Das Tränenhaus“ auch im Jahr 2026 zu einer wichtigen Lektüre macht.
Eintritt frei.
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09.05.2026 16:30 Uhr Buchladen am Freiheitsplatz Hanau
Sofa am Samstag
Wer kennt sie nicht: Die gelben Reclam-Heftchen, die mehr oder weniger geliebte Texte enthielten, die zur Pflichtlektüre in der Schule gehör(t)en. Das ist die Kurzfassung. Schaut man genauer hin, hat sich viel verändert bei Reclam: Nicht nur Notizbüchlein und eine Kultur-Tasche sind im Corporate Design erschienen. Auch liebgewonnene Figuren wie die Peanuts oder Marc-Uwe Klings Känguru wurden von Reclam in den Klassikerstatus erhoben und in die gelbe Reihe integriert. Wie es gelingen kann, eine so radikale Entwicklung zu nehmen und gleichzeitig sein Niveau zu halten, davon und noch viel mehr erzählt Dr. Petra Mayer aus der Geschäftsleitung des Verlages... und weil die Vielfalt der bei Reclam erschienenen Texte auch ein Statement ist, passt die Veranstaltung hervorragend in die Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai 2026.
Eintritt: € 12,-
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09.05.2026 20:00 Uhr Buchhandlung Bötzowbuch Berlin
Die Heldinnen der Rockmusik
Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor Swift: In mehr als vierzig originellen Porträts erzählen Kersty Grether und Sandra Grether so einfühlsam wie mitreißend von starken Sängerinnen und Rockgöttinnen, die das Genre sprengten und Grenzen überschritten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an? Wäre etwa Phoebe Bridgers ohne Joni Mitchell denkbar? Wieso konnten die 70er Jahre weder Yoko Ono noch Karen Carpenter verkraften? Und hat PJ Harvey den Feminismus verraten? Eine spannende Geschichte über Herausforderungen und Glücks-Highs!
Eintritt: € 12,-
13.05.2026 19:30 Uhr Buchladen Le Sabot Bonn
Was erzählt Pop über die deutsche Geschichte?
Popmusik reflektiert die Zeitgeschichte, prägt die Erinnerungskultur und übt Kritik. Marcus S. Kleiner schildert die Entwicklung der deutschsprachigen Popmusik seit 1945 und ihr Zusammenspiel mit Politik. Anhand politischer Ereignisse analysiert er Songs wie Franz Josef Degenhardts »Wölfe mitten im Mai« als Warnung vor dem Faschismus der 1960er Jahre, »Macht kaputt, was euch kaputt macht« von Ton Steine Scherben als Ausdruck der Utopien der 1970er oder Ebows »Punani Power« als Intervention für Geschlechtergerechtigkeit.
Eintritt frei.
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18.05.2026 17:15 Uhr Universität Salzburg
Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Stärke des Rechts gegen das Recht des Stärkeren
»Der Krieg ist zurück in Europa!«, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung?
Der preisgekrönte Friedensforscher Hendrik Simon bezieht in dieser hitzigen Debatte klar Stellung: Krieg war nie bloße Politik, er musste stets gerechtfertigt werden.
Simon zerlegt die Argumente der »Realpolitiker« und zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele – von der US-Außenpolitik bis zum russischen Angriff auf die Ukraine –, warum das Völkerrecht keine naive Träumerei ist, sondern unser wichtigster Schutzschild gegen Willkür.
Eine brillante, verständliche Analyse, die Orientierung in unsicheren Zeiten bietet und Mut macht, das Recht entschieden gegen die Macht zu verteidigen.
Teil der Vorlesungsreihe »Globalgeschichte: Aktuelle Debatten«
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19.05.2026 19:00 Uhr Hochschule für Musik Mainz
Miles Unplugged – Zwischen Mythos und Musik
Am 26. Mai hätte Miles Davis seinen Hundertsten gefeiert; seine Musik inspiriert immer noch Musiker:innen weltweit. Vom Bebop über Cool Jazz, modale Improvisation bis zur Fusion – Miles überschritt Grenzen, ohne sich je festlegen zu lassen.
Darum geht es beim Mainzer Jazzgespräch mit dem Kulturjournalisten Stefan Hentz, dessen Biographie über den Trompeter »Miles Davis. Sound eines Lebens« gerade beim Reclam-Verlag erschienen ist. Das Buch behandelt sein künstlerisches Selbstverständnis, sein politisches Bewusstsein, die Suche nach dem Publikum, seine Persönlichkeit – und den Mythos, der ihn bis heute umgibt. Wo beginnt die Musik, wo endet das Leben, und wo verschmelzen beide?
Moderiert von Wolfram Knauer, wird das Mainzer Jazzgespräch wie immer von Studierenden musikalisch eingeleitet, kommentiert und beendet, die ihre eigene Sicht auf Miles Davis präsentieren.
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19.05.2026 19:30 Uhr Nicolaische Buchhandlung Berlin
Aufbruch in die Moderne
Sie scherten sich wenig um Konventionen: Die Schwestern Else (*1874) und Frieda (*1879) von Richthofen waren zeitweise erbitterte Rivalinnen, doch was sie verband, war die Bereitschaft, sich selbst neu zu erfinden – jede auf ihre eigene Weise. Im Umfeld der Schwabinger Bohème im beginnenden 20. Jahrhundert begegneten die beiden zahlreichen Größen aus Kultur und Wissenschaft, die wie sie neue Formen des Zusammenlebens suchten.
20.05.2026 19:00 Uhr Buchkontor Hamburg
Königin, Ketzerin, Kultfigur
Sie war Königstochter, Philosophin, Theatergründerin, Exilantin – und eine der eigenwilligsten Persönlichkeiten ihrer Epoche. Kristina von Schweden (1626–1689) regierte ein mächtiges Königreich, dankte freiwillig ab, konvertierte zum Katholizismus und begann ein neues Leben im Zentrum der römischen Barockwelt.
Diese Biografie beleuchtet ihr Leben als bewusst gewählte Gratwanderung zwischen Macht und Autonomie. Jutta Jacobi zeigt Kristina als politische Akteurin und intellektuelle Rebellin, als Frau, die sich weder in Rollenbilder noch in Konfessionen zwängen ließ – und die Europas Geschichte nicht nur regierte, sondern auch inspirierte.
21.05.2026 12:00 Uhr
Völkerrecht, Krieg und Frieden in Zeiten der Zeitenwende
„Der Krieg ist zurück in Europa!“ – mit dieser Diagnose wächst auch die Unsicherheit: Müssen wir wieder in Kategorien der Machtpolitik denken, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Oder bietet das Völkerrecht weiterhin einen tragfähigen Rahmen für Frieden? Darüber sprechen am 21. Mai Hendrik Simon (PRIF) & Maximilian Lakitsch (Universität Graz), moderiert von Josef Mühlbauer (Universität Graz).
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21.05.2026 16:00 Uhr LMU München, Hörsaal M118
Was bleibt von einem der umstrittensten deutschsprachigen Philosophen?
Auf der einen Seite steht einer der größten Philosophen, auf der anderen Seite sein Engagement für den Nationalsozialismus. Wie passt das zusammen? Das fragte sich schon der 23-jährige Student Jürgen Habermas.
Oliver Jahraus geht dieser Frage nach und zeigt, wie dieses Spannungsverhältnis – noch verstärkt durch die Skandale um die Veröffentlichung seiner »Schwarzen Hefte« – seine Rezeption bis heute prägt, wie vielfältig diese Verstrickung aufgegriffen wurde, welche Positionen zwischen Apologie und Polemik es gibt, und in welcher Form Heideggers Philosophie selbst nationalsozialistisch ist. Jahraus plädiert für eine offene Auseinandersetzung mit Heidegger, die seine Verstrickung als Teil dieser Philosophie ernstnimmt.